Scheinheiligkeit2 Min. Lesezeit (ca.)

Die Scheinheiligen erkennt man daran, dass ihnen der Schein heilig ist.

Tja, so sieht es wohl aus. Hauptsache, man hält ein Bild aufrecht, dass schön, kümmernd und unschuldig ausschaut – oder auch einfach nur die Fassade aufrecht erhält und das wahre Bild dahinter verschleiert.

In dem Beitrag zu Unehrlichkeit habe ich davon schon geschrieben. Schöne heile Welt vorgaukelt und den wahren Charakter weiter verstecken. Da bedankt man sich auch schon mal überschwenglich bei Menschen, die man jahrelang verteufelt und für blöd, dumm und falsch abgetan hat … erzählt Menschen, man sei nicht so eine(r) und fängt das gleiche, falsche Spielchen mit der/dem Nächsten an … Hauptsache, es scheint so schön nach aussen und man gaukelt anderen etwas vor. Unehrlich. Falsch. Scheinheilig. Wie ein sehnsüchtiges Foto mit Hund/Katze oder einer Erinnerung und einem achso liebenswertem Spruch dazu. Manche fallen darauf rein, andere sehen die Wahrheit und denken sich ihren Teil. Zu wenige sagen es.

Passt perfekt zu einer Serie, die ich gerade begonnen habe zu schauen. Die erste Folge von „Black Mirror“ (bei Netflix gefunden) zeigt diese Scheinwelt. Seltsamerweise auch passend zu der Like-Geilheit mancher. Immer auf der Jagd nach Anerkennung leben Menschen die Fassade. Machen vorne auf freundlich und sind doch nichts anderes als scheinheilige Lügner und Egomane, die für ein Like und ein positives Feedback über Leichen gehen (woher kenne ich das nur?).

Sowas gibt es in der realen Welt auch und überall. Hier werden Wahrheiten verdreht, Lügen gelebt und Dinge schön geredet. Hauptsache, die eigene Fassade bleibt der Filterblase erhalten. Was dahinter ist? Das wahre Bild? Der wahre Charakter? Die Falschheit? Die Unehrlichkeit? Der fiese Teil des ganzen? Wie man wirklich ist? Verschleiert.

Ja, bitter, dass es solche Menschen gibt. Noch bitterer, dass es Menschen gibt, die das auch noch unterstützen. Gut, einige von denen wissen es nicht besser. Vertrauen der Fassade oder sind vielleicht auch nur so oberflächlich und sehen nur ihren (Vor-)Teil daran. „Schön, dass Du Dich wieder mal sehen lässt“ … und warum man es nicht tat oder es in dem eigentlich Leben eben keinen Platz hatte … juckt diese oberflächlichen Menschen eh nicht.

Aber, es gibt auch die anderen. Die, die es besser wissen. Die hinter die Fassade geschaut haben und dennoch mitspielen. Die sind keinen Deut besser. Leider. Scheinheilig eben.

Der Fall auf die Nase ist dabei vorprogrammiert und nur eine Frage der Zeit.

Veröffentlicht von

Thorsten

Thorsten. Geboren 1972. Alleinerziehender Vater von zwei Töchtern und hier privat unterwegs.Ich brauche einen Platz für meine Gedanken, meine Beobachtungen, meine Anmerkungen. Dieser ist hier.

Ein Gedanke zu „Scheinheiligkeit2 Min. Lesezeit (ca.)

  1. Hallo Torsten, ein toller Blog und dein Artikel Klasse! Er spricht mir aus der Seele. Der schöne Schein ( der ist heilig ) wird von vielen Familien gelebt, das einzelne ihrer Mitglieder an dem schönen Schein zugrunde gehen, interessiert sie nicht. Hauptsache die Fassade stimmt. Ich durfte hinter eine Fassade schauen und es hat mich sehr erschreckt , so das ich einen sehr großen Abstand zwischen mir und diesen Menschen geschaffen habe. Aber es gibt ein schönes Sprichwort. Man erntet was man sät. Ich habe in meiner Familie Liebe, Ehrlichkeit,Fleiss und Freiheit gesät. Ich ernte gerade und das nenne ich Glück.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.