Spricht für sich? Ja … denke ich auch2 Min. Lesezeit (ca.)

Wer schreibt, dem schreibt man auch. So ist das nun mal. Mir wird auch geschrieben und in einem dieser Schreiben sagte man sich und mir, dass es “für sich spreche”, dass ich mich neben meinen beruflichen und privaten Verpflichtungen noch mit einem Menschen beschäftige.

Tja, da gibt es mehrere Dinge und Ebenen auf denen ich das kommentiere.

Zum einen gibt es neben beruflichen und privaten Verpflichtungen noch reichlich Zeit am Tag. Menschen mit Empathie, Gewissen, emotionalen Verbindungen beschäftigen sich dann durchaus mit solchen Fällen, Menschen und der Vergangenheit und Gegenwart. Wer das nicht kann, tut mir leid.

Dennoch, das muss man natürlich nicht und es gibt ja auch genug Gegenbeispiele von Menschen die sich in dieser (freien) Zeit dann neuen und anderen Verbindungen zuwenden, skurrile Beziehungen und Bündnisse eingehen, Fakten verdrehen, alternative Fakten schaffen und Menschen und sogar Institutionen anlügen, sich auf Sauftouren begeben, sich anderweitig die Nächte um die Ohren schlagen, auf Inseln fahren, einfach nur eine Rauchen gehen, ein Buch lesen, eine Serie im TV schauen, Glückwünsche heucheln oder sich bei Menschen bedanken und einschleimen, denen man in der Vergangenheit mehr als einen verbalen Kübel Mist über den Kopf geschüttet hat, in Kino gehen, oder, oder, oder …

Was also “spricht für sich”, wenn man seine Zeit auch für Gedanken oder fürs Schreiben nutzt? Das man nicht emotional abgestumpft ist und sich an seine Vergangenheit erinnert? Das man nicht in der Lage ist, auf Knopfdruck zu vergessen? Das man sich damit beschäftigt? Reflektiert? Sich auch mit sich selbst beschäftigt?

Ja, wenn das für sich spricht: gerne. Denn das ist im Gegensatz zu dem Gegenteil alles andere als verwerflich und zeigt vielleicht sogar auch noch einen Teil an Menschlichkeit und Moral.

Allerdings:

Das man sich nach kurzer Zeit diesen Gedanken nicht mehr widmet und es auch in der ganzen Zeit nicht getan hat, spricht dagegen absolut für sich und bedarf durchaus eines Kommentars. Denn das ist feige, falsch und zeigt ziemlich viel über diesen Menschen. Unteranderem, was jemals echt war und was nicht, wieviel Lüge auch hier drin steckte.

Die andere Ebene: Ob ich mich diesen Gedanken widme und wie lange, geht, gelinde gesagt, jedermann, einen Scheissdreck an. Das man sich darüber Gedanken macht und dies sogar anprangert, spricht ebenfalls für sich 🙂

Dennoch: Danke für den Denkanstoss und alles Gute.

Veröffentlicht von

Thorsten

Thorsten. Geboren 1972. Alleinerziehender Vater von zwei Töchtern und hier privat unterwegs.Ich brauche einen Platz für meine Gedanken, meine Beobachtungen, meine Anmerkungen. Dieser ist hier.

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