Natürlich. Wer wäre es nicht? 

Selbstverständlich bin ich es leid, über das wirklich desaströse Kommunikationsgebimsel der lokalpolitischen Akteur*innen und Organisationen bei mir im Ort zu meckern. Keine Frage. 

Vor allem, weil die weder etwas dazulernen, wirklich gar nicht gewillt sind, auch nur einen geringen Teil anzunehmen, und stattdessen sogar auf beleidigte Leberwurst machen. 

Nein. Ehrlich. Das ist kein Spaß. 

Ja, die machen das alle “nur nebenbei”. Ja. Aber was zum Henker spricht dagegen, es nebenbei gescheit zu machen? Wenn man sie schon mit der Nase draufstupst – ach was, das ganze Gesicht in bessere Möglichkeiten, in Kritik und Ideen drückt. Da könnte man tatsächlich einfach mal hinhören. Oder wenn man schon dem Dude, der eh immer meckert und damit seine Brötchen verdient, nicht glaubt, vielleicht wenigstens ein Buch lesen und sich ein bisschen Wissen jenseits der eigenen Überzeugung anlesen.

Was passiert stattdessen? Na, rate mal. 

Genau. Nichts. Obwohl, natürlich gibt es auch welche, die fühlen sich auf den Schlips getreten. UND. MACHEN. NICHTS. ANDERS. 

Ja. Ich bin es wirklich leid. Da machen Lokalpolitiker*innen Social-Media-Kommunikation, oder zumindest das, was sie dafür halten. Posten alle paar Wochen mal eine Story und bedienen eine Pseudo-Öffentlichkeit, die sie nicht mal als solche sehen. 

Ich erkläre mal was für meine Oma (Gott hab sie selig) / in sehr einfacher, gekürzter Form:

  • Stories auf Instagram sind so etwas wie der WhatsApp-Status – nach 24 Stunden sind sie weg.
  • Stories werden in einem öffentlichen Profil nur von denen gesehen, die
    • dem Profil folgen und aktiv auf die Ansicht der Story innerhalb von den 24 Stunden klicken
    • das Profil aktiv besuchen (wenn sie nicht folgen) und innerhalb von 24 Stunden die Story anklicken – macht kaum jemand regelmäßig
  • Stories werden kaum geschaut. Im Durchschnitt von 0,91 % …  https://blog.hootsuite.com/wp-content/uploads/2025/03/instagram-stats-15.png.webp

Ich breche das noch mal runter: Wenn unsere lokalen Instagram-Superhelden der Politik, nur als Beispiel, 400 Follower haben, dann werden die Stories im statistischen Durchschnitt von rund 4 Profilen angeschaut … 

Ja. Natürlich, im lokalen liegen die Daten mit ziemlicher Sicherheit über dem Durchschnitt … schenken wir Ihnen satte 15 % … 60 Profile. Wahnsinn… “Aber, aber, aber, Thorsten, unsere Statistiken sagen was ganz anderes“ … Jo … schick mal Screenshot, buch Dir ’nen VideoCall bei mir und ich erkläre Dir Deine Statistiken.

Ach ja … kleine Einschränkung noch. 

Die meisten der Profile aus der lokalen Politik werden von Leuten geführt, die überzeugt sind, dass Follower eine KPI für Reichweite wären. Daher sammeln sie diese unter Profilen, die dem Kanal eigentlich nichts bringen. Massenhaft Organisationsprofile der gleichen Partei, aus anderen Orten. Partei- und Organisations”schwestern” aus der versammelten Republik … statt der Profile, die den, zu adressierenden Bürger*innen in Schlangen, zuzuordnen wären. 

Typisch erkennbar, dass hier auf ein „Follow4Follow“ gesetzt wird. Eine, nennen wir es mal, Dilettanten-Strategie. Ein künstliches Erzeugen positiverer Zahlen, ohne auf den Mehrwert für den Kanal zu achten … Ja, machen viele, die kein Verständnis für Social Media haben. Passiert. Ist nicht schlimm. Kann man lernen. Also, wenn man bereit dafür wäre.

Aber: Das ist keine Öffentlichkeit. Das ist Pseudo-Öffentlichkeit.

Wenn man dann dazu noch die ganzen anderen Kanäle, die man hat, ignoriert und nur auf einem Kanal veröffentlicht, dann toppt es den Dilettantismus. Dieser erstreckt sich in der Tat über alle politischen Profile hier vor Ort. Über die, die nur mitunter eine Story auf Instagram posten, oder die, die zwei Tage vor einer Veranstaltung dann auch mal auf Social Media Bescheid sagen, die, die es gelegentlich auf Facebook tun (und den Rest ignorieren), oder die, die nicht mal ihre Webseite aktuell halten (und dort immer noch für einen Bürgermeisterkandidaten werben, von dem sie sich seit Monaten distanziert haben – puh … vielleicht schaltet Ihr sie einfach ganz ab, wenn Ihr zur Aktualisierung nicht “kommt”). Lang durch die Bank: nicht mal auf Amateur-Level. 

Aber, wir machen das nur nebenbei.

Ja, Diggi, dann macht doch einfach so weiter … und hört auf zu heulen, dass man Euch nicht wählt. Wenn ihr nicht mal in der Lage seid, angepasste und zeitgemäße, lokal heruntergebrochene kommunalpolitische Kommunikation zu leisten, und glaubt, ihr könntet mit Öffentlichkeitsarbeit auf niedrigstem Hobby-Niveau Wählende gewinnen, dann kann man Euch ohnehin nicht helfen. Dann machen nun mal die Lauten weiter das Rennen.

Boaarr … PULS. (Video ist alt. Ton an)

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Weitere Informationen

Bild: Ich verzweifle an der mangelnden Kommunikationsbereitschaft. / Danke, Gemini für das Bild.

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