#tastethecountry #2 – Kochen wie ein Profi – ein Kochkurs mit Franz-Josef Ikenmeyer7 Min. Lesezeit (ca.)

Ich koche gerne. Sehr gerne. Es beruhigt mich, lässt mich abschalten und gleichzeitig erschaffe ich etwas. Nicht nur zur Befriedigung des Hungers, meistens im Gegenteil – zur Befriedigung meines Wunsches nach Genuß. Als leidenschaftlicher Esser und Genießer guten Essens habe ich im Laufe der Zeit anständig kochen gelernt, mir selbst in Rahmen meiner Möglichkeiten bei gebracht, viel ausprobiert, gelesen und angeschaut. Mein letzter (richtiger) Kochkurs ist dagegen Jahrzehnte her. KiKoKu – ein Kinder-Koch-Kurs im Rahmen der Sommerferienspiele der Stadt Paderborn. Irgendwann in den 80ern. Danach hatte ich in der Schule noch ein halbes Jahr Hauswirtschaft. Das wars. Vergangenes Jahr wollte ich eigentlich einen Sushi-Kurs besuchen, aber das hat sich in den Planungen so verlaufen wie vieles andere. Haken dran.

Entsprechend habe ich mich über die Möglichkeit gefreut, im Rahmen der Bloggerreise #tastethecountry im Kulturkreis Höxter an einem Koch-Kurs mit einem echten Profi teilzunehmen. Franz-Josef Ikenmeyer, Inhaber und Chef-Koch im Landgasthaus Ikenmeyer in Neuenheerse bietet neben dem Alltagsgeschäft in seiner (wirklich netten und atmosphärischen) Gastronomie solche Kurse an. Für uns stand ein Koch-Kurs zum Thema „Kräuter und Wild“ an und das Menü las sich bereits einfach lecker.

Das Menü im Kochkurs im Landgasthaus Ikenmeyer

  • Lachs-Tatar mit frittierten Kapern, Aioli und Pfannen-Gewürzbrot
  • Gefüllte Maishähnchenbrust mit cremiger Paprikapolenta, Petersilienöl und Orangenreduktion
  • Wildschweinrücken im Ganzen, rote Zwiebelbutter, Mais-Pfannkuchen
  • Brownie mit weißer Schokoladencreme und flambierten Kirschen

Na? Läuft das Wasser im Mund zusammen? So jedenfalls ging es mir.

Während der Begrüßung (und einem Begrüßungsgetränk) war bereits eines zu spüren: Franz-Josek Ikenmeyer liebt seine Arbeit, seine Berufung und er zeigt diese Leidenschaft. Vor dem Start in der Küche bat er uns in „seinen“ Kräutergarten auf der gegenüberliegenden Seite im Hofbereich des Wasserschlosses. Hier fanden wir einen kleinen Garten mit Beeten und den unterschiedlichsten Anbauten. Bohnen, Kartoffeln, Kräuter … Blumen mit essbaren Blüten zur Garnierung von Gerichten. Der kleine  Garten wird in Gemeinschaft mit unterschiedlichsten Stellen gepflegt. Schüler aus der Schule, die den Kräutergarten als „grünes Klassenzimmer“ bearbeiten und lernen, sowie ein Pater, der hier auch eine Ecke mit allen möglichen, in der Gegend rund um Neuenheerse wachsenden Gewächsen angelegt hat. Ein tolles Projekt und ich würde mir wünschen, dass es sowas ähnliches in viel mehr Gemeinden, Schulen und Gemeinschaften gibt.

Die Einführung in den Kochkurs nach dem kleinen Rundgang war kurz, knackig und informativ. Ein bisschen Theorie, die Aufforderung mit anzufassen oder einfach zu beobachten. Alles darf, nichts muss … Franz-Josef Ikenmeyer und Koch Marcel zeigten die Lebensmittel, die wir verarbeiten sollten. Erklärten die Herkunft, Qualitätsmerkmale  und Besonderheiten. Leicht, leidenschaftlich erklärt und für mich waren bereits hier viele kleine Elemente des Lernens dabei. 

Parallel fingen wir an… Alles von dem was auf dem Menü stand sollte frisch zubereitet werden und die Lebensmittel in der Tat unvorbereitet. Die Zwiebel ungeschält, die Orangen ganz, der Wildschweinrücken noch am Knochen. Die wichtigsten Handgriffe beim Auslösen vom Knochen, dem Lösen der Silberhaut und viele kleine Tricks zeigte und erklärten die beide Köche mit Geduld und Motivation es selbst zu probieren. Was wir in Angriff nahmen und allesamt feststellten, dass man in der Küche eines tun muss: Anpacken und Ausprobieren. 

Wir würfelten Lachs, würzten und verfeinerten, mischten Teige, rieben Schale von Orangen, pressten Saft auf, lernten Grundsoßen und die Methoden guter Soßen kennen … und ich lernte: In der Vergangenheit habe ich mir oft viel zu viel Mühe gemacht. Es ist sehr einfach, wenn man die richtigen Erkenntnisse hinter dem Kochen durch einen Profi erklärt bekommt.

Wie das Essen geschmeckt hat, brauche ich eigentlich nicht extra erwähnen, aber es war fantastisch, überraschend, lecker und genau das, was versprochen wurde: ein Genuß.

Was ich für mich beim Koch-Kurs gelernt habe:

Ich werde versuchen, weitere Kurse zu besuchen, denn ich habe sehr viel für mich und meine Aktivitäten in der Küche mitgenommen. Die richtigen Techniken um Zutaten zu schneiden, Ruhe und Geduld z.B. bei der Reduktion von Soßen an den Tag zu legen, die richtigen Rückschlüsse aus Geschmack zu ziehen und wie ich den Geschmack mit einfachen Mitteln beeinflusse, viel über Qualität und regionale Produkte und vieles, vieles mehr. Ich blicke anders auf das Thema und werde als Ergebnis schlicht anders einkaufen und kochen.

Zu den Koch-Kursen im Landgasthaus Ikenmeyer:

Im Landgasthaus Ikenmeyer werden unterschiedliche Kurs angeboten (Infos auf der Webseite www.ikenmeyer.de oder auf Facebook), oft zu saisonalen Themen. Aktuell ist der Kurs „Herbstliches 5-Gänge-Menü“ auf dem Plan, Getränke sind immer dabei und der Kurs für 79,00 Euro pro Person ein echtes Schnäppchen für das was man dabei bekommt und vor allem für den Alltag in der Küche lernt.

Mein Fazit: 

Ich habe selten so gut gegessen und dabei so viel gelernt. Sowohl die Warenkunde, die Infos zur Verarbeitung, Erkenntnissen zur regionalen Küche und regionalen Waren, Wissenswertes zu Qualität, wie auch die Einfachheit bei der Zubereitung haben echten Mehrwert bei mir hinterlassen. Zudem ist Franz-Josef Ikenmeyer ein Koch und Gastronom mit einer erkennbaren Leidenschaft, ein überaus sympathischer Typ Mensch und motivierender Lehrer und Erzähler. Das ich noch mal einen Kurs buche ist mehr als wahrscheinlich und das gleiche empfehle ich jedem, der Lust darauf mehr zu tun, als langweilige Tütensoßen zu verwenden.

Eine großartige Erfahrung. Vielen Dank, Franz-Josef.

Kontaktdaten und Links:

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Info zu diesem Beitrag

p.S.: Den Kochkurs habe ich im Rahmen der Bloggerreise #tastethecountry in den Kulturkreis Höxter kennengelernt und kostenfrei teilgenommen. Die Einladung hat exakt null Einfluss auf das, wie ich meine Erkenntnisse darüber schildere. Es war so toll, wie ich es geschrieben habe. Wenn Du es als “Werbung” empfindest: richtig – aus Überzeugung und herzlich gerne, denn es hat sich schlicht gelohnt und jede Empfehlung meinerseits kommt von Herzen.

#tastethecountry #1 – eine Reise durch Höxter / Einleitung3 Min. Lesezeit (ca.)

In den vergangenen Tagen war ich im Urlaub. Vor der Haustür. Im Kulturland Kreis Höxter. In Zusammenarbeit mit mir, hat die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter eine kleine Bloggerreise organisiert, an der ich ebenfalls teilgenommen habe.

Unter dem Motto “Taste the country – Achtsam über Land” warteten viele Programmpunkte auf Sandra, Hubert, Maria, das Team und mich.

Die Erlebnisse haben mich überrascht, zum Nachdenken angeregt, neugierig auf mehr gemacht und vor allem eines gezeigt: Oft liegen die kleinen Schätze in Sachen Erholung, Lernen und Entdecken nicht tausende Meilen entfernt, sondern in schnell erreichbarer Nähe. Ideal für eine kurze Auszeit, ein Wochenende oder auch mal nur für einen Tag. Wir müssen nur ein wenig aufmerksamer für das sein, was vor unseren Füßen liegt, uns ab und an mal wieder von unserem Smartphone-Bildschirm lösen und unsere eingetrampelten Wege im Leben verlassen.

Was ich alles gelernt und erlebt habe, wollte ich eigentlich erst in einem einzelnen Beitrag beschreiben, aber nun zeige ich es Euch in den nächsten Tagen in Form von ein paar Beiträgen, Podcasts und natürlich auch einigen Bildern. Es geht um Kochen, ein tolles Restaurant, ein nettes Hotel, Pilze, Achtsamkeit, fast ausgestorbene Tiere, alte Mauern, Hanf, tolle Ausflugsziele, einen niedlichen Hofladen und vor allem um Leidenschaft, tolle Menschen und viel Erholung. 

So viel sei vorweg genommen: Der Kreis Höxter bietet unglaublich viel Abwechslung und wir konnten nur einen Bruchteil dessen erleben, was hier tagtäglich möglich ist. 

Ich freue mich darauf, diese Erlebnisse mit Euch zu teilen und ich weiß jetzt schon für mich, dass ich einige der Dinge vertiefen werde. Sei es durch einen weiteren Kochkurs, einen Tag im Pilzseminar, öfter in einem Hofladen einzukaufen, mich weiter rund um regionale Lebensmittel zu kümmern oder aktiver lerne und mich zum Thema Achtsamkeit unter Anleitung fortbilde.

Ganz nebenbei habe ich unheimlich gute Gespräche geführt. Mit meinen Mitreisenden und Menschen, die uns begegnet sind. Eine sehr coole Sache war etwas, was ich immer mehr wahrnehme: Die Abhängigkeit vieler von Dingen wie dem Internet, Aufmerksamkeit oder dem Smartphone… und einem Weg daraus. Wenn man es denn dann für sich selbst erkennt. Mitreisende Sandra hat es in ihrem heutigen Beitrag prima beschrieben und es war mir ein Fest sie dabei ein wenig zu beobachten, kurz mit ihr darüber zu sprechen und auch für mich weiter zu erkennen, dass das Internet, soziale Netzwerke und Smartphones nicht nur gut sind und schlau benutzt werden. 

Also: In den nächsten Tagen folgen Beiträge, Podcast und Bilder dazu – vielleicht auch ein kleines Video als Zusammenschnitt.

Drauflos geplaudert #11 – Im Gespräch mit Pit, Kapitän der Eye of the Wind

Meine Segelreise auf dem Traditionssegler “Eye of the Wind” neigt sich dem Ende zu und am vorletzten Tag habe ich Pit, Kapitän der Eye zum Gespräch eingeladen. Besser gesagt, er mich. In seine Kajüte unter Deck. Wir plaudern über die Eye of the Wind, die Crew, Aufgaben an Bord, Essen, Meere, Touren und was uns so in den Sinn kam.

Danke, Pit. Für alles.

Macht es Euch schön

Thorsten

Segeltour #4: Die letzten Tage als Video22 sec Lesezeit (ca.)

Mir ist heute nicht nach Schreiben, gibt solche Tage … damit Ihr trotzdem nicht leer ausgeht, die letzten Tage als Video. Vielleicht schaut Ihr ja auch lieber als zu lesen 🙂

Segeltour #3: Wellengang – auf zum Loch Inchard6 Min. Lesezeit (ca.)

Dienstag, 27.08.2019 – 5:45 Uhr … ich liege schon seit Ewigkeiten wach und kann einfach nicht schlafen. Die Ruhe, wenig Auslastung, ungewohnte Geräusche in der Nacht und auch die Bewegung des Schiffes vor Anker … irgendwie war ich heute Nacht immer wieder wach. Nicht schlimm, so stehe ich auf und beginne meinen Tag mit einem Kaffee an Deck. Alleine. Einzig Ayla, Deckhand an Bord, ist auf den Beinen. Sie hat heute Ankerwache. Von Mitternacht bis um 06.00 Uhr und so endet ihre Nachtschicht und der wohl verdiente Schlaf ruft auch sie in die Koje.  

Wir liegen noch vor Anker am Loch Eriboll. Der nette Strand, den wir aus einigen Metern Entfernung sehen können, läd zu einem Besuch ein. Nicht nur die Surfer die hier campen und auf die richtigen Wellen warten. Einige der Mitsegler möchten an den Strand und so gibt Kapitän Pit gestern grünes Licht für das Ablassen des Dinghy, dem Schlauchboot an Bord der Eye of the Wind. Gut eingepackt und gegen Spritzwasser geschützt gehen ein paar von uns (ich nicht) auf das Dinghy und starten in Richtung Strand…. und kehren nach wenigen Metern um. Durch die leichten Wellen und das Gewicht der Menschen im Schlauchboot füllt es sich dann doch zu schnell mit Wasser und die Passagiere sitzen nach wenigen Sekunden Knöcheltief im Wasser. Ein kurzer Ausflug und im Video festgehalten (ich sobald ich mehr und stabileres Netz habe, lade ich das Video hoch – vielen Dank, Norbert für das Video). 

Der Abend an Bord ist danach entspannt. Lesen, schreiben, die Kulisse genießen und plaudern.

Beachtlich und über den Tag die ganze Zeit beobachtet, ist das ständige Treiben der Crew an Bord der Eye of the Wind. Die internationale Mannschaft hat ständig etwas zu tun. Hier wird sauber gemacht, das Deck abgeflitscht, Messing poliert, Holz geschliffen und neu lackiert, Leinen gepflegt und viele andere Dinge. Ein fleissiges Gewusel zur Erhaltung des Schiffes. Bewundernswert. Fleissig.

In der Zeit die wir haben, schreibe ich meine versprochenen Postkarten. Ob sie ihren Weg zu den Empfängern noch vor meiner Rückkehr nach Deutschland finden? Ich weiß es nicht. Die Chancen dafür stehen nicht so gut, denn hier auf dem Meer und ohne Postkasten schaffe ich es vielleicht nicht vor Stornaway oder sogar Glasgow sie auf den Weg zu bringen. Wir werden sehen. Geschrieben sind sie, einwerfen werde ich sie dann wohl auch noch innerhalb Schottlands 🙂

Insgesamt ist die bisherige Tour auf dem Meer eine ganz andere, völlig entgegen gesetzte Erfahrung zu meinen bisherigen Reisen in Schottland. Ich lerne das Land von der andern Seite kennen – vom Meer aus. Während ich bislang immer nur darauf aus war, möglichst viel von der Landschaft, Kultur, Geschichte und dem Land „einzuatmen“, lerne ich hier die Ruhe zu genießen und mich auch einfach mal, ohne ständig auf der Suche nach neuen, interessanten Dingen, treiben zu lassen. Sehr cool. Neu für mich, aber cool.

Während ich die Morgenruhe mit einem Kaffee lesend und schreibe verbringe, wacht auch das restliche Schiff auf. Das Frühstück gibt es um 08:00 Uhr Ortszeit. Reichlich und mit Liebe von Esme, der Köchin an Board gezaubert. Wie alles was sie macht. Die Mahlzeiten sich reichhaltig, abwechslungsreich und durchweg lecker. Frühstück um 08:00, Mittag um 12:00, Kaffee und Kuchen um 16:00 Uhr und schließlich um 19:00 Uhr Abendessen. Pünktlich, wenn Chef Esme die Glocke läutet. 

Heute haben wir nur eine recht kurze Strecke vor. 35 Meilen. Das Ziel ist Loch Inchard, genauer der Hafen von Kinlochbervie. So legen wir gemütlich gegen 09:00 Uhr ab und machen uns auf den Weg. Die Fahrt wird ein bisschen schaukeliger als die vergangenen Fahrten, aber Wind für Segel ist nach wie vor nicht. Neben ein paar Delfinen, Robben und einem „etwas“ mit Heckflosse, was ich nicht genau zuordnen kann, ein paar hohen Wellen und ein bisschen Regen passiert heute nicht viel. Genug Zeit also um ein wenig zu schreiben, zu lesen und mich meinem Hörbuch zu widmen. Ich schlafe sogar eine halbe Stunde über Tag. Seit Ewigkeiten nicht mehr machen können.

Die Einfahrt in den kleinen Hafen von Kinlochbervie läuft problemlos, trotz der leichten Enge für ein Schiff wie dieses, die Crew hat es perfekt im Griff. Die Eye of the Wind ist in jedem Hafen ein Hingucker, eine Attraktion und so stehen auch in Kinlochbervie bereits einige Menschen im Hafen und schauen. Beobachten die Einfahrt, das Anlegen. Teilweise kommen Autos mit Familien extra angefahren und bestaunen das Schiff, machen Fotos und unterhalten sich mit der Crew. Sie ist auch ein wahrer Hingucker und Schiffe dieser Art sind selten geworden. Ein Lob auf den Eigentümer und alle Beteiligten, dass sie diesen Erhaltungswillen und die Leidenschaft weiter mit den Menschen teilen. Bravo.

In dem Ort selbst ist nicht viel los. Ein kleiner Laden bietet das Nötigste zum Einkauf, ein Pub und die Möglichkeit zum Erkunden der Landschaft rund um den Anfang des Lochs Inchard. Ich setze mich an den Hafen, telefoniere mit zu Hause und erfreue mich der Ruhe. 

Herrlich. Ich kann verstehen, dass die Crew gerne mit diesem Schiff die Meere bereist. Ich fühle mich frei. Wie muss es erst sein, wenn man mehrere Monate diese Gelegenheit hat?

Bilder (Auszug)