Buchtipp: Der Alchimist2 Min. Lesezeit (ca.)

Gerade lese ich das Buch „Der Alchimist“ von Paulo Coelho. Zum zweiten Mal. Innerhalb weniger Tage. Der 173 Seiten umfassende Roman hat es (für mich) echt in sich und während der zweiten Lesung mache ich mir einen Haufen Notizen.

Das Buch handelt von dem jungen Schafhirten Santiago, der, mit dem Ziel seinen „Schatz“ zu finden, viele Erkenntnisse zum Leben selbst sammelt und letztlich erkennt, dass das, was er immer suchte und wonach er strebte nicht nur in sich selbst, sondern direkt vor seiner Nase lag. Der Weg, den Santiago dabei (sowohl real in verschiedenen Ländern, wie auch geistig/seelisch) hinter sich lässt, zeigt ihm das wirklich wichtige im Leben, lehrt ihn auf sich, auf Zeichen, auf andere und die Welt zu achten.

Dabei streift er so ziemlich alles, was man erleben kann… verlieren, aufgeben, gewinnen, erneutes verlieren, nicht aufgeben, glauben, hoffen, Ziele erreichen, der Bestimmung folgen, Achtsamkeit, Rücksicht und vielem mehr … von Mentoren, Menschen die wichtig sind, wahrer Liebe, Hoffnungslosigkeit, von Zeichen und dem Umgang damit und …  ach, irgendwie alles und vom Autor sehr eingängig skizziert und beschrieben. 

Schon während des ersten Lesens habe ich einiges gelernt. Wie man durchaus wissen kann, hänge ich (leider) immer noch einigen Dingen aus der Vergangenheit nach und das Geschenk (das Buch, danke Mike) ist durchaus ein weiterer Lerneffekt. 

Der Klappentext des Buches sagt:

„Santiago, ein andalusischer Hirte, hat einen wiederkehrenden Traum: Am Fuß der Pyramiden liegt ein Schatz für ihn bereit. Soll er das Vertraute für möglichen Reichtum aufgeben? War er nicht zufrieden mit seiner Existenz? Santiago ist mutig genug, seinem Traum zu folgen. Er begibt sich auf eine Reise, die ihn nicht nur von den Souks in Tanger über Palmen-Oasen nach Ägypten führt, er findet in der Stille der Wüste auch zu sich selbst und erkennt, was das Leben für Schätze bereit hält, die nicht mit Gold aufzuwiegen sind. Und er erfährt die Liebe in ihrer schönsten Form. Ein Buch voll orientalischer Weisheit … das Mut macht, den eigenen Lebenstraum Wirklichkeit werden zu lassen.“

Schauen wir mal. Meine Lebensträume sind keiner großen Natur, scheinen derzeit aber unfassbar weit weg und Ansatzpunkte für das, was ich mir erträume zu realisieren sind nicht wirklich da. 

Falls Ihr einen Blick reinwerfen wollt:

  • Paulo Coelho – Der Alchimist
  • Diogenes Verlag – ISBN: 978-3-257-23727-6
  • Preis: 10,00 Euro

… und hey: ich finde das Buch gut 🙂

… was ne Woche7 Min. Lesezeit (ca.)

Eigentlich war die letzte Woche ganz, ganz anders geplant. Termine, Workshops, viel arbeiten, einige Termine für Podcastaufnahmen in Hamburg und kurz auf das Meer schauen. Eine (fast) normale Woche also. Doch dann kam etwas familiäres dazwischen und spontan musste ich umplanen.

Genau richtig und wichtig.

Also ging es Montag, statt nach Münster, nach Kolbnitz (Österreich). 870 Kilometer, bestes Wetter während der Fahrt. Kein angenehmer Anlass, aber wichtig. Die Fahrt klappte prima. Knappe achte Stunden für gut 870km inkl. Pausen und relativ früh am Spätnachmittags vor Ort. Entsprechend war noch zeitlich Luft und das Abendessen beim Himmelbauern gesichert.

Der Almgasthof Himmelbauer (mehr als 700 Jahre alt) liegt auf 1281m Seehöhe, über dem Tal der Groppensteinschlucht. Eine wirklich sehenswerte Gegend und eine traumhafte Schlucht (falls ihr mal dort seid – da müsst Ihr durch wandern). Das Essen beim Himmelbauer ist lecker, zünftig und der Service großartig. Da die Temperaturen es zu ließen, gab es meine Brettljause draußen. Zusammen mit einem alkoholfreien Weizen.

Der Blick über das Tal ist ein Traum, aber seht selbst.

Die Nacht verbrachte ich (wie eigentlich immer in Österreich) in der kleinen Pension Scheiflinger in Preisdorf/Kolbnitz am Reißeck. Seit gefühlten Ewigkeiten fährt meine Familie hierher, ich erst seit wenigen Jahren (zu der Pension). Dennoch ist es immer wie ein „nach Hause“ kommen. Tolle Menschen, sehr familiär, vertraut, nett. Die Zimmer sind einfach, das Essen spitze und das Drumherum ein ländlicher Traum. Wie ich früher schon mal schrieb, kommt meine Oma mütterlicherseits aus dieser Gegend, war Sennerin auf einer Alm oberhalb der Pension. So gibt es hier immer noch ein wenig, wenn auch mittlerweile recht weitläufige, Verwandtschaft. Daher war es eben auch wichtig, dass dieser kurze Abstecher in dieser Woche hierher sein musste.

Im Rahmen der Trauerfeier (der Grund für die Tour) wurde mir durchaus einiges bewusst und ich habe alt bekanntes neu gelernt. Zum einen dadurch, dass ich jemanden zum ersten Mal seit locker 30 Jahren wieder gesehen habe und mir schlagartig klar war, wie sträflich ich hier vernachlässigt habe in Kontakt zu bleiben. Kein schönes Gefühl. Auch wenn es mir klar ist, dass man einfach nicht mit allen in Kontakt bleiben kann und es viele, viele sehr wichtige Gründe geben kann seine Dinge anders zu priorisieren (gut, kann auch nicht jeder), habe ich dort – in diesem Moment – beschlossen, genau das wieder anders zu machen.

Wenn ich dort bin, besuche ich immer (weil es einfach traumhaft dort ist und es einer meiner Lieblingsorte ist) den Herkuleshof auf dem Danielsberg. Nicht nur, dass man von hier aus einen unglaublichen Blick in das Tal hat, auch der Hof, die Kapelle auf dem Berg, die liebevoll angelegte Umgebung und vieles mehr bringt mich sofort runter. Und Erinnerungen hoch. Hier könnte ich stundenlang sitzen und von solchen Orten gibt es wenige für mich.

Nach nur einem Tag Aufenthalt in Österreich bin ich weiter an den Bodensee gefahren. Weitere 570 km und quasi die gleiche Fahrtzeit wie nach Österreich. Ein bisschen mehr Verkehr, weniger Autobahn, mehr Sonne und einen leichten Sonnenbrand. Mit einem kurzen Stopp am Chiemsee (Ising. Grüß Gott.).

Am Bodensee (meine „Base“ war Radolfzell am Bodensee) traf ich nette Menschen, besuchte Meersburg (und das alte Schloß/die Burg), schlenderte durch den mittelalterlichen Ort, genoß die Gesellschaft, gutes Essen und die Aussicht auf den Bodensee. Aus vielen Perspektiven. Ein kurzer Abstecher in die Schweiz führte mich zum Rheinfall, in Deutschland vorher zum Affenberg, später noch zu einer alten Burgruine. Schöne Tour, vielen Dank!

Drei Nächte später warf ich mich wieder ins Auto und dübelte die 900km weiter an die Nordsee. Ziel: Cuxhaven. Für eine kurze Nacht. Wenigstens mal kurz das Meer sehen. Fischbrötchen essen. Spaß – war natürlich nicht der primäre Grund. Ich brauchte einfach ein paar Stunden Meer … und das für mich. Die letzten Monate waren anstrengend, ich brauchte nen Tag frei. Schlendern, sitzen, denken, schreiben … für mich sein.

Da ich früh vom Bodensee wegkam und der Verkehr für einen Samstag echt überschaubar war, war ich nach knapp sieben Stunden im Hotel, checkte ein und fuhr direkt wieder los. Bei dem Wetter und der Sehnsucht nach Ruhe und dem Meer fuhr ich zuerst nach Duhnen – aber dort war es mir zu voll. Also weiter nach Döse. Perfekt. Ein paar Stunden saß ich einfach nur da. Starrte gedankenverloren auf das Wasser…

Ach ja. Ihr kennt das (einige zumindest). Da sitzt man irgendwo rum und verliert sich in Erinnerungen, Gedanken, Fehler. Möchte irgendwie Dinge und Menschen zurück und redet sich stoisch ein, dass alles wohl richtig ist, wie es ist… What ever.

Die Nacht verkürzte ich selbst … und fuhr früh weiter nach Dangast. An den Strand. Verbrachte auch hier noch ein paar (Wasserlose) Stunden, pickte zwei Mitfahrer auf und fuhr wieder nach Schlangen. Am Ende des Tages standen für die Woche 3086. km auf dem Tour-Tacho. Stressig? Ja. Ein wenig. Aber nötig, wichtig und richtig.

Trotzdem: Wer denkt, dass alles wäre „Urlaub“ gewesen – nein. War es nicht. Ich habe trotzdem fleissig gearbeitet.

Deine Tattoos … darf ich mal fragen?45 sec Lesezeit (ca.)

Ja. Ich bin tätowiert. Seit wenigen Jahren. Immer wieder – gerade in letzter Zeit – kommt es vor, dass ich darauf angesprochen werde. „Deine Tattoos … darf ich mal fragen?“.

Seien es irgendwie hinter dem Mond lebende potentielle Auftraggeber, die mich wegen meiner Tattoos nicht auf ihre Kunden loslassen wollen (ernsthaft), begeisterte Tattooliebhaber oder Menschen, die die Bedeutung und die Geschichte dahinter wissen möchten.

Doch: die dahinter stehenden Geschichten erzähle ich nur wenigen und die Details nur jenen, denen ich vertraue(n möchte). Für alle anderen wird es eine kryptische Ansammlung von Koordinaten, Symbolen, Zeichen und Abkürzungen sein. Ein Rätsel? Vielleicht.

Nur so viel: Sie haben alle eine Bedeutung. Tiefere. Es ist meine Geschichte. Die Tattoos erinnern mich. An gute Dinge, an weniger gute Dinge. An Menschen, an Versprechen, an Orte, Enttäuschungen und Erfahrungen.

Sie helfen mir, mich immer wieder an Fehler zu erinnern, meine eigenen und die anderer. Jeden Tag. Jedes Mal auf ein Neues.

… und: die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Weder real, noch auf meiner Haut.

19. Schlänger Pflasterlauf – Moderation für den guten Zweck2 Min. Lesezeit (ca.)

Gestern durfte ich die Moderation eines Wohltätigkeitslaufs in unserer Gemeinde Schlangen übernehmen. Als die Anfrage kam, habe ich ohne Zögern zugesagt. Ein guter Zweck reicht um mich zu überzeugen.

Die Volksbank Schlangen e.G. veranstaltet den Schlänger Pflasterlauf seit vielen Jahren. Unter Mithilfe des lokalen Laufvereins Currimus e.V. haben die Initiatoren eine tolle Sache geschaffen, die in diesem Jahr bereits zum 19ten Mal stattfinden konnte. Lokale Sponsoren unterstützen das Event in der Dorfmitte wie sie können. Die Eichen-Apotheke (Martin Hanke) finanziert die Startnummern, Jan Thorsten Klöpping / Messepunkt kümmert sich um Start/Ziel-Aufbau und Organisationen wie die DRK Ortsgruppe und der Funkmobile Hilfsdienst Bad Lippspringe wickeln Sanitätsdienst, Catering und Streckensicherung ab. Sachpreise kamen in diesem Jahr auch von der Privatbrauerei Strate in Detmold und Neo Move aus Bochum kümmerte sich um die Zeitmessung. Sound und Mikroanlage steuerte die offene Jugendarbeit Schlangen (Joachim Woite – sauber, mein Lieber) bei. Saucool.

Die Läufer (fast 400) laufen für den guten Zweck und die erwirtschafteten Gelder gehen 2019 an das KInder- und Jugendhospitz Bethel. Eine unterstutzenswerte Sache und ein wichtiges Projekt. Keine Frage also, dass ich ein paar wenige Stunden meiner Zeit beisteuere. Eher eine Ehre, dass ich das darf.

Das Event an sich ist so aufgebaut, dass Mannschaften (Kinder, Schüler und Erwachsene) in einem Staffellauf 1560m-Runden absolvieren müssen. Kinder und Schüler je sechs Runden, Erwachsene 10 Runden. Start, Staffelstabübergabe und Ziel sind direkt in dem Zentrum der Gemeinde, sodass sich alles rund um das Rathaus knubbelt und wieder zusammenfindet. Cateringstände sind hier aufgebaut, sodass das Publikum beim Warten und Anfeuern gestärkt sind.

Ich finde es sehr cool, dass sich alleine 45 Teams von Schülern und weitere drei Teams von Kindertagestätten zusammen gefunden haben. Schulklassen der Grundschulen, der weiterführenden Schulen. Unter tatkräftiger Mithilfe und Unterstützung von Lehrern, eigens geschaffenen AGs in den Schulen und in Begleitung (oft auch auf der Strecke) von Eltern und Verwandten. Großartig. Nicht nur, weil es für alle Kinder und Schüler eine Medaille gibt … sondern weil es ihnen offenbar am Herzen liegt. Ebenso wie die 12 Teams der Erwachsenenstaffel, gebildet aus den unterschiedlichsten Mannschaften und Seilschaften. Vertreten waren hier diverse Gruppen der lokalen Vereine (VfL Handball Basketball, Fortuna Schlangen und diverse andere), wie auch private Teams, die Spaß am Laufen und der Unterstützung der Sache haben. Toll! Schön, dass jeder seinen eigenen Grund hat, bei so einer Sache dabei zu sein!

Es war mir eine Freude. Eine Ehre. Ein großer Spaß.

Also auch von mir: Danke. Fürs mitmachen, unterstützen, organisieren, laufen, organisieren. Toll das es sowas gibt. , dass ich dabei sein durfte.

Foto: Axel Rebscher / Volksbank Schlangen e.G.

ZDF Doku: Edinburgh – die Perle Schottlands55 sec Lesezeit (ca.)

Live habe ich die Sendung leider verpasst und komme erst einen Tag später dazu sie zu schauen, aber … hach, Edinburgh. Am Pfingstmontag lief die kurze (13 Minuten lange) Dokumentation „Edinburgh – die Perle Schottlands“ im ZDF. Wer mal reinschauen möchte (empfehle ich gern 🙂 ): Die Sendung ist in der ZDF Mediathek verfügbar.

In nur 13 Minuten kann man natürlich nur einen Abriss dieser wunderbaren Stadt zeigen, aber ich finde, es ist den Machern gut gelungen eine breite Vielfalt hineinzupacken.

Neben der alten Unterwelt Edinburghs, (unterhalb des Rathauses) die ursprünglich frei lag und erst als neue Gebäude errichtet wurden, über die Pest (die damals etwa die Hälfte der Bevölkerung dahinraffte), Gespenstergeschichten, die Schriftsteller und ihre Werke, die Erfindung von Harry Potter, die Victoria Street als Vorlage für die Winkelgasse, das Edinburgh Royal Military Tattoo und und und …

Ich mag diese Stadt wirklich besonders gern. Diese alte Stadt, das Weltkulturerbe, mit allem was sie zu bieten hat. Die Royal Mile, die Altstadt, die Häuser und natürlich die mehr als 1000 Jahre alte Burg auf dem Hügel der Stadt.

Zu meinem Glück bin ich bald wieder da.

Schaut Euch die Doku an. Sie ist kurz, aber schön.