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Jedes Mal, wirklich jedes Mal, wenn ich auch nur den kleinsten Schnippsel, einen kurzen Clip, einen Beitrag, ein Foto oder sonst irgendwas aus, über oder von Schottland sehe, ist es um mich geschehen. Mein Herz schlägt schneller und die Sehnsucht ist da. Da ich nicht allein damit bin und ich auch noch sehr gern Neuigkeiten für mich in und über Schottland entdecken, erfahren und lernen möchte, sauge ich auch alles davon in mich auf…. und das geht nicht nur, indem ich mich allein damit beschäftige. 

Gerade in Gesprächen, aus Geschichten und aus Erfahrungen und erlebtem anderer, lerne und erfahre ich immer deutlich mehr. Einer meiner regelmäßigen Gesprächspartner dazu ist Wilfried. Wilfried Klöpping, der als DER SCHOTTLANDBERATER seit vielen Jahren professionell, beruflich und aus Leidenschaft, Schottland zu seinem zentralen Kernthema gemacht hat. 

Was macht man also, wenn man a.) gern darüber plaudert und b.) gemeinsame Interessen hat, die noch dazu in einer tiefen Leidenschaft ausufern? Genau – ein gemeinsames Projekt zu dem Herzensthema. Das haben wir mit der Technik kombiniert und herausgekommen ist: 

SCOTPAD – der Schottland-Talk 

Ein Podcast, der sich, in steter Regelmäßigkeit von 14 Tagen, rund um Schottland drehen wird und eine Themen- und Rundreise darstellen soll. Wir beleuchten dabei Städte, Regionen, Ausflugsziele, spezielle Anlaufpunkte, helfende und unterstützende Organisationen, Dienstleister, schauen auf Produkte, Veranstaltungen, Events und vieles mehr- aber vor allem sprechen wir mit Menschen. Menschen, die für Unternehmen und Einrichtungen, Organisationen und Reisen in Schottland arbeiten – aber auch Menschen, die Verbindungen zu schottischen Themen haben und, und, und … 

Hört doch mal rein: zu finden und zu abonnieren sind wir unter anderem auf www.scotpad.de und alle weiteren Dienste findet Ihr dort (Amazon Music, Apple Podcast, Google Podcast und Spotify sind z.B. bereits dabei.

Katastrophen-Warnung: Es braucht mehr als eine App4 Min. Lesezeit (ca.)

Letzten las ich auf Facebook die Idee, „Wie wäre es denn mit einer Verpflichtung aller Mobilfunkbetreiber, eine Katastrophenapp zu installieren?“ als Ableitung der These, dass die meisten Menschen Hochwassergefahr-Sirenen nicht von Feuer-Sirenen unterscheiden können.

Der These kann ich nur beipflichten, der daraus abgeleiteten Idee leider nicht/leider nicht gänzlich. Aus dem Statement auf Facebook entwickelte sich eine kleine, kurze Diskussion mit dem Hauptargument, dass wir ja schließlich alle das Smartphone in der Hand haben und eine verpflichtende App durch Mobilfunkanbieter also am einfachsten und effektivsten sei. Dem möchte ich widersprechen.

Natürlich stecken sowohl in der These, in der Idee und auch in dem Argument viele Wahrheiten. Ohne Frage haben wir das Smartphone ständig in der Hand. Ohne Frage nutzen viele Menschen das Smartphone für alles und tragen es ständig mit sich herum. Da liegt die Idee gar nicht so abwegig weit weg.

Aber:

  • Mobilfunknetze funktionieren nicht immer

Selbstverständlich sind im Normalfall Mobilfunknetze gesichert und die Ausfallsicherheit zu einem hohen Anteil gegeben. So lange alles gut geht, alles nach Plan läuft und nichts Außergewöhnliches passiert. Für eine Frühwarnung wäre das also durchaus eine Möglichkeit, hier eine App zu nutzen.

In weiteren Fällen aber nicht. Zum Beispiel bei weiteren Gefahren oder Eintreten höherer Gefährdungsstufen. So sind – aktuell bei dem Hochwasser-Katastrophenfall – auch die Mobilfunknetze und die Stromversorgung lahmgelegt. Menschen in diesem betroffenen Gebiet könnten z.B. im Fall eines Dammbruches nicht per App gewarnt werden. Darüber hinaus haben viele Menschen in solchen Situationen nicht das Smartphone im Dauereinsatz, sondern viele andere Aufgaben in denen Smartphones unter Umständen nicht mitgeführt werden können. Schlamm, Wasser, Dreck, Stossschäden beim Aufräumen etc. – keine Chance.

  • Strom ist nicht immer gegeben (nicht nur zum Laden des Smartphone-Akkus, auch für den Betrieb von Funknetzen, WLAN-Netzen etc.)

Stromausfall an sich – unabhängig von anderen Katastrophen – könnte bereits eine Katastrophe sein. Dadurch ergibt sich die Kettenreaktion weiterer Probleme. Viele Menschen nutzen keine mobile Daten, sondern sind auf eine Datenverbindung durch das nutzbare WLAN zu Hause, im Büro etc. angewiesen. Wenn kein Strom da ist, ist auch der Datenverkehr hier problematisch.

  • Es gibt unzählige Gelegenheiten, wo Menschen das Smartphone eben nicht bei sich tragen oder benutzen (Auto, Schulunterricht, Arbeit, Arztbesuch, Lautlos in der Nacht gestellt und vieles mehr)

Gerade in der Schule ist z.B. für Schüler die Nutzung der Handys verboten, an vielen Arbeitsplätzen ebenfalls. Dadurch ergibt sich das weitere Problem der Erreichbarkeit.

Eine App – selbst die SMS Warnung, oder eine Mitteilung auf alle eingeschalteten Geräte, die derzeit erneut diskutiert wird – ist ALLEIN nicht die Lösung des Problems und nicht das Mittel der Erreichbarkeit.

Allein aus logischen Gesichtspunkten sollten sich die Verantwortlichen hinsetzen und gemeinsame Lösungen entwickeln, die die Möglichkeit zur Erreichbarkeit der Menschen schnell und verständlich ermöglicht.

Natürlich gehören Radioschaffende, TV-Schaffende, Medien-Schaffende, Politik, Hilfsorganisationen, Katastrophenschutz, Bevölkerungsschutz und viele mehr (Unternehmen mit wirtschaftlichem Interesse lassen wir einfach mal aussen vor) an diesen „Tisch“ und es müssen kreative Lösungen gefunden werden. Keine Insellösungen und kein Allheilmittel. Prozesse, Methoden, Mittel, Warnketten und hybride Möglichkeiten müssen her/optimiert werden.

Dazu zählen dann eben – neben Apps, SMS, Radio und Co. eben auch Sirenen. Denn diese sind schnell zu realisieren, schnell zu aktivieren und von vielen in jeder Situation unabhängig von weiteren Infrastrukturen wahrzunehmen … und natürlich gehört dazu auch wieder eine erhöhte Schaffung der Aufmerksamkeit, eine gehörige Portion Aufklärung des Wissens, was im Fall einer Sirene zu tun ist, Lautsprecherdurchsagen auf den Straßen, Mitteilungen in den Medien, Radio und Web, SMS, Apps und Co … das sollte eine logische Struktur und Methodik bekommen. Wahrscheinlich noch vieles mehr…

Früher haben wir gelernt: Wenn die Sirene heult, mach das Radio an und warte auf Infos. Eine simple Botschaft, die – wenn gelernt und an die heutige Zeit und die Möglichkeiten angepasst – sicher hilfreicher ist, als „NUR“ eine digitale App, die im Zweifelsfalls vorhersehbar nicht das schafft, was sie schaffen sollte: Sicherheit.

Machen wir uns nichts vor: Z.B. im Fall eines Ausfalls des Stromnetzes – sei es durch Terror, Natur, Krieg oder was auch immer – sind wir im Eimer. Da braucht es mehr als nur Apps und digitale Denke.

Just my 2 Cent – und natürlich nicht vollständig. Sind ja nur ein paar Gedanken und die Idee für einen Lösungsansatz.

Ich kaufe nicht mehr bei Amazon – und ja, es geht prima1 Min. Lesezeit (ca.)

Amazon nervt mich und daher verzichte ich bereits seit Monaten auf Käufe bei Amazon. Warum? Ach, da kommt so viel zusammen, dass es eben nicht nur einen Grund hat, aber am Einkaufen liegt es nicht. Der Service, der Umgang mit Partnern, der oft gescholtene Umgang mit Mitarbeitern, der Umgang mit Ware und Co. – das sind Dinge, die mich zu der Entscheidung brachten.

Also habe ich damit begonnen, mich wieder unabhängiger von Amazon zu machen. Stück für Stück und noch bin ich natürlich nicht dort, wo ich hinmöchte, aber tiefe Einschnitte sind bereits erfolgt.

So bestelle ich nicht mehr keine Waren mehr Amazon. Das habe ich früher sehr viel, sehr häufig und sehr unbedacht getan. Ein Buch? Schnell bestellt. Ein Kabel? Schnell bestellt? Eine neue Kamera? Schnell bestellt. So kamen rund 30-40 Käufe im Monat schnell zusammen.

Heute geht dieser Teil bereits wieder anders für mich. Möchte ich ein Buch, bestelle ich es per E-Mail oder im Online-Shop meiner lokalen Buchhandlung. Brauche ich Technik, bestelle ich direkt beim Hersteller oder bei einem Fachhändler, fahre hin oder lasse liefern. Teilweise braucht es dann halt einen Moment länger, zum großen Teil allerdings bestelle ich in der Tat einfach weniger.

Natürlich: ganz gelöst habe ich deswegen immer noch nicht. Amazon Prime Video ist NOCH da, Music Unlimited ebenfalls und auch die Echo Geräte stehen hier noch rum. Mittelfristig soll aber auch das weniger werden. Ob es ganz verschwindet? Weiß ich noch nicht – aber zumindest der Einkauf geht für mich persönlich auf Null. Immerhin.

Kostenpflichtige Insellösung statt Corona-Warn-App des Bundes10 Min. Lesezeit (ca.)

Warum die Entscheidung der Gemeinde Schlangen Unfug ist und kein Problem löst

Die Gemeinde Schlangen folgt dem Kreis Lippe und setzt zur Corona-Kontaktverfolgung auf darfichrein.de – einen Dienst, an dem sich Menschen an Orten eintragen können. Einem digitalen Ersatz für die manuellen, schriftlichen Listen in denen man sich bislang eintragen musste und die Gesundheitsämter im Zweifelsfall zur Nachverfolgung weiterer Kontakte nutzen. Warum das ziemlicher Unfug ist, auf diese Insellösung zu setzen, warum die offizielle Corona-Warn-App hier sinnvoller zu unterstützen wäre und warum darfichrein.de in Schlangen nicht mal wirklich ein Problem löst, beschreibe ich hier in recht langer Form.

Disclaimer

Ich gehe davon aus, dass dieser Beitrag nur ein erster Beitrag ist und daher nur der Anfang. Er erhebt also keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Darüber hinaus freue ich mich – wenn jemand andere Infos hat – diese kurz an mich weitergibt. Gerne revidiere ich meine Meinung, rudere zurück oder ergänze Informationen.

Die offizielle Corona-Warn-App

Wenn alle Stellen die offizielle Corona-Warn-App (CWA) unterstützen (würden) setzt zwangsläufig ein noch höherer Nutzungsgrad durch die Menschen ein. Diese nutzen die App sowieso schon in einem hohen Grad und durch die Entwicklungen und die bevorstehende Integration des digitalen Impfausweises wird diese weiter erhöht. Die App ist, in Bezug auf den Datenschutz unbedenklich und anonym nutzbar. Wenn die Menschen die App also nutzen und zur Nutzung angehalten werden, z.B. durch Abbildung des Testergebnisses in der App seitens des Gesundheitsamtes, (Kreis Lippe, Note ungenügend – setzen – immer noch nicht umgesetzt) können Menschen, die sich im entsprechenden Umkreis aufgehalten haben, effizient unterrichtet/gewarnt werden. Bei der Nutzung der CWA-App durch die Menschen kann davon ausgegangen werden (jupp, Spekulation), dass hier eine erhöhte Sensibilität für das Thema vorhanden ist und diese Menschen verantwortungsvoll handeln und nach einer positiven Warnmeldung umgehend einen eigenen Test vereinbaren.

Wenn also Unternehmen, Vereine, Gastronomien & what ever, einen CheckIn in einer Lokalität anbieten, um hier eine Verortung möglich zu machen, ist das mit der Corona-Warn-App anonym und ohne die Abgabe von persönlichen Daten möglich. Menschen, die sich dann ebenfalls zu der Zeit und zu einem bestimmten Zeitraum hier aufgehalten haben, werden über die App gewarnt und zu einem Test aufgefordert. Das war und ist Sinn und Zweck der Corona-Warn-App.

Sprich: Aufklärung. Sensibilität. Technische Unterstützung. Warnung… und das umgehend nach dem positiven Testergebnis in der App. Anonym. Problem angegangen. Fall erledigt, oder? Nope.

Wir brauchen Daten zur Nachverfolgung – sagt das Amt

Korrekt. Derzeit benötigen die Gesundheitsämter Daten zur Nachverfolgung und zur Benachrichtigung. Diese Daten werden heute in vielfältiger Form erhoben. Manuell, mit handschriftlichen Listen vor Ort oder mit Lösungen wie darfichrein.de, der Luca-App oder anderen Diensten. Die offizielle Corona-Warn-App erhebt diese Daten (derzeit) nicht. Forderungen dazu werden gestellt um hier den Wildwuchs der Dienste nicht weiter zu fördern und die Daten in einer Anwendung – Anbieterneutral – zu erfassen.

Aktuell: Manuelle Erfassung / Handzettel

In vielen Lokalitäten läuft es derzeit so ab, dass Menschen Datenzettel ausfüllen und diese – sollte es einen positiven Coronafall geben – an das Gesundheitsamt übertragen oder ihm ausgehändigt werden müssen. Die Daten werden durch die Gastgebenden erhoben und man hat hier die (Sicht-)Kontrolle über eine Teilkorrektheit der Daten. Man sieht also, ob Datensätze fehlen oder ob sich ein Gast als Donald Duck eingetragen hat. Eine Fehlerquote ist nicht ausgeschlossen, die Daten aber prüfbar. Gerade hier auf dem „Dorf“ – wo man vieler „seiner Pappenheimer“ kennt.

Was macht darfichrein.de

Darfichrein.de basiert darauf, dass Menschen mit einem Smartphone einen QR-Code an einem Ort scannen und auf der sich öffnenden Internetseite die Daten zur Person hinterlassen. Dadurch wird ein Zeiteintrag mit dem Ort und den eingegebenen Daten erhoben. Die Eingabe der Daten erfolgt manuell durch die Menschen. Eine Sichtprüfung des CheckIns kann durch Gastgebende erfolgen. Erhöhte Fehlerquote und Toleranz des CheckIn-Hakens kann man hier durchaus unterstellen. Dadurch ist z.B. auch die Eingabe von Fremddaten ebensowenig ausgeschlossen, wie auf der manuellen, handschriftlichen Liste. Wahrscheinlich höher, denn die digitale Prüfung benötigt noch höhere Aufmerksamkeit durch Gastgebende. Des Weiteren bestehen diverse weitere Möglichkeiten zur Manipulation, wie z.B. dem Zeigen von Screenshots oder fremder Daten.

Löst darfichrein.de ein Problem?

Nein, hier in Schlangen und dem Kreis Lippe nicht wirklich. Im Gegenteil sogar. Es schafft neue Probleme.

Zunächst: Ja, klar, Menschen scannen jetzt den Code, tragen die Daten auf dem Smartphone in die Formularfelder ein und damit stehen sie digital zur Verfügung. Im Bedarfsfall – falls also ein positiver Fall mit der Location in Verbindung gebracht werden kann – wird eine Liste der Daten vom Gesundheitsamt angefordert.

Das ist digital – das geht doch automatisch

Derzeit nicht automatisch, denn das Gesundheitsamt im Kreis Lippe ist hier nicht angebunden. Noch nicht. Wie an die Corona-Warn-App in Bezug auf Testergebnisse. Sprich, das Gesundheitsamt fordert die Daten bei den Gastgebenden an, hier generiert die Gemeinde eine Liste und stellt sie dem Gesundheitsamt zur Verfügung. Jeder von uns kann sich die Zeitverzögerung vorstellen, oder?

Beispiel: Ich habe mich bei der Arbeit angesteckt, war während meiner Inkubationszeit ohne Symptome und mit noch negativem Schnelltest in der Gastronomie. Die Inkubationszeit beträgt bei Corona mehrere Tage, bis zu 14. Irgendwann habe ich vielleicht Symptome und gehe zum Test – Positiv – das Gesundheitsamt wird informiert (24 Stunden) und setzt seine Hebel in Bewegung. Was jetzt nötig ist:

  • der Abgleich mit den Orten, an denen ich mich registriert habe
  • offene Ehrlichkeit
  • Angabe aller Orte an denen ich war
  • oder – bei konsequenter Registrierung – Abgleich der Kontaktpunkte

Denn, wenn die Menschen nicht mehr wissen oder verschweigen, wo sie vor 5 Tagen waren, ist die Registrierung bei darfichrein.de bereits wieder ad absurdum geführt (im Gegensatz zum CheckIn in der CWA) – und benötigt die Bereitschaft eines Einzelnen, den Stein an der Location ins Rollen zu bringen. In dem Fall der darfichrein.de – Nutzung erfolgt in Schlangen also der nächste Schritt. Manuell, weil das Gesundheitsamt noch nicht angebunden ist. Die Aufforderung des Gesundheitsamtes an die Gastgebenden zur Übermittlung der Kontaktdaten der möglicherweise betroffenen Personen – da kann ebenfalls Zeit vergehen – die manuelle Prüfung der Informationen – ebenfalls Zeit – die manuelle Information der möglichen Kontaktpersonen.

Von wieviel Zeit reden wir bei diesem Prozess? 3 Tage? 5 Tage? 7 Tage?

Das geht schneller!

Wir erinnern uns: Wenn das Testergebnis in der Corona-Warn-App genutzt wird, erfolgt die Information umgehend mit Übertragung des Ergebnisses. Zeitgewinn gegenüber der Nutzung einer anderen Möglichkeit? 3 Tage? 5 Tage? 7 Tage? – ja, je nachdem wie schnell man auf diesem Weg der „Digitalisierung“ eben ist. Auf jeden Fall langsamer als mit der CWA und mit einem Rattenschwanz an Möglichkeiten zur weiteren Verbreitung von Corona. Denn in der verfließenden Zeit bis zur Warnung bewegen sich die Menschen (die durch die CWA bereits gewarnt wären) fröhlich weiter und tragen die Viren durchs Land.

Man hat hier also eine Teillösung für ein bestehendes Problem gefunden, die weitere Probleme aufwirft. Nicht nur, dass die Verzögerung durch die unterbrochene Digitalisierung hier einen erhöhten Aufwand und eine dadurch höhere Verbreitung anzunehmen und zu unterstellen ist – auch die eigentliche Problematik ist schlicht nicht verstanden worden.

Statt sich mit dem schnellen Aufhalten möglicher Infektionsnetzwerke durch schnelle Warnungen und Sensibilisierung für dann notwendige, weitere Schritte zu beschäftigen – setzt man mit der Lösung um ein Vielfaches später an, um manuelle Eindämmung zu generieren.

Weitere Probleme, die dadurch entstehen

  • Gastgebende brauchen trotzdem manuelle Listen

Die digitale Aufnahme der Daten ersetzt also nicht die handschriftliche Liste. Denn neben denen, die kein Smartphone haben, an der Eingabe der Daten scheitern gibt es auch Menschen, die keine mobilen Daten nutzen können/wollen oder der Dateneingabe auf Internetseiten skeptisch gegenüber stehen etc.. Daher braucht es weiterhin auch die handschriftlichen Listen.

Aber: Ja, natürlich kann man die Daten auch über ein von Gastgebenden zur Verfügung gestellten Tablet eingeben.

  • Die Nutzung von darfichrein.de ist kostenpflichtig/lizenzorientiert

Auch wenn die Gemeinde Schlangen die Kosten für derzeit 20 Standorte trägt und „spendiert“ – die Nutzung ist lizenzorientiert und kostenpflichtig. Damit machen sich die Gastgebenden abhängig von einem Anbieter/der Lizenz – die – durch Steuergelder seitens der Gemeinde finanziert wird.

Eine weitere Abhängigkeit besteht durch die einzelne Unterstützung einer einzelnen Lösung durch die Gemeinde und damit die suggerierte Alternativlosigkeit und einer klaren Positionierung für einen einzelnen Anbieter.

Die dazu kommenden – indirekt Druck ausübenden – Äußerungen wie „andere machen das aber auch“ oder „alle anderen nutzen das hier“ ist in sofern beeinflussend, dass ich das eigentlich herrschende Neutralitätsgebot eines öffentlichen Organs wie der Verwaltung hier sehr stark gefährdet sehe. Rechtlich ist das m.E. nur schwer haltbar.

  • Insellösung und fehlender Datenabgleich

Durch die Nutzung und Unterstützung seitens öffentlicher Hand von Insellösungen wie darfichrein.de gibt es diverse Anbieter. NutzerInnen werden also quasi dazu genötigt diverse unterschiedliche Systeme und CheckIn-Möglichkeiten zu nutzen. In Paderborn z.B. oder im ÖPNV wird die Luca-App genutzt. In der örtlichen Gastronomie in Schlangen soll darfichrein.de genutzt werden. Ein Datenabgleich findet nicht statt – damit auch keine konsequente Dateneingabe oder Datenweitergabe.

Durch die unterschiedlichen Nutzung gerät die CWA zu einer „weiteren“ App – durch die Unterstützung von Insellösungen rutscht die offizielle Corona-Warn-App also – auch wenn es nicht explizit beabsichtigt ist – in den Hintergrund oder auf die gleiche Stufe.

Dabei kann diese mehr, ist die zukunftsorientierte Lösung seitens der Bundesregierung, ist Datensicher, Anbieterunabhängig, kostenfrei und Anonym.

Fazit

Ja, die CWA ermöglicht derzeit keine Kontaktdateneingabe. Forderungen danach sind von vielen Stellen u.a. durch den Chaos Computer Club gestellt. Da der Digitalisierungsprozess des CheckIns mit unterschiedlichen Systemen wie hier aber keine Probleme löst, sondern nur neue schafft, ist die Entscheidung schlicht durch Steuermittel finanzierter Unfug.

Es ist ein Unding, dass eine kommunale Verwaltung sich für eine kommerzielle Insellösung in eine Abhängigkeit eines einzelnen kommerziellen Anbieters begibt, diese mit vermeidbaren Steuergeldern finanziert, am lokalen Markt positioniert und indirekt dadurch die offizielle Corona-Warn-App untergräbt. Zusätzlich ist eine Farce, dass hier eine „Lösung“ durchgesetzt wird, die weder das eigentlich Problem behebt, sondern nur neue schafft oder Probleme auf eine andere Plattform verschiebt. Der indirekte und subtile Druckaufbau durch Argumente wie „aber das setzen hier alle ein“ erweckt den Eindruck, dabei sein zu müssen und fördert gleichzeitig einen einzelnen gewerblichen Anbieter. Das geht nicht. Nicht als Verwaltung. Nicht als Kommune.

Wer solche Entscheidungen trifft, setzt sich nicht mit dem Problem auseinander, sondern setzt blind darauf, dass Digitalisierung immer einen Vorteil bedeutet. Es muss nicht alles digitalisiert werden. Vor allem nicht, wenn es – wie hier – kein Problem löst, sondern nur neue schafft und dabei gleichzeitig Steuergelder kostet.

So. Meine 2-Cent.

P.S.: Eine Einschätzung der Relevanz und derÜberschätzung der Macht der erhobenen Daten durch Corona-Contact-Tracing-Apps und der Verwendbarkeit durch Gesundheitsämter kann man z.B. hier lesen:

https://www.heise.de/tp/features/Luca-App-Hilfe-oder-Belastung-von-Gesundheitsaemtern-6021060.html

Der Kreis Lippe redet sich raus – Teil III8 Min. Lesezeit (ca.)

Der Kreis Lippe zieht sich aus der Verantwortung, schiebt diese auf die Labore ab, kommuniziert falsche Informationen und redet sich raus… und immer tiefer rein.

Zu dick aufgetragen? Leider nein.

Man mag es kaum glauben, der Kreis Lippe hat sich auf meine Beiträge bei Twitter gemeldet. Eine tägliche Erinnerung an offene Fragen hat, nach tagelangem Schweigen, irgendjemanden beim Kreis Lippe aus dem kommunikativem Tiefschlaf geweckt.

*** ACHTUNG *** ACHTUNG ***

Dies ist nur ein Beitrag einer Beitragsreihe

Nochmal zur Erinnerung: Es geht um die Abläufe eines CoVid-19-Tests und die anschließend fehlenden Testergebnisse in der Corona-Warn-App im Testzentrum des Gesundheitsamtes des Kreis Lippe in Lemgo. Hier werden lt. eigener Aussage des Kreises ausschließlich angeordnete Tests im Fall positiver Kontaktpersonen durchgeführt. Die bisherigen beiden Beiträge dazu: Beitrag 1 / Beitrag 2

Die Reaktion des Kreis Lippe auf meinen Twitter-Beitrag:

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Ok, dann ist ja alles gut. Oder? NEIN, mitnichten – denn das ist so hanebüchener Blödsinn, dass man Hermanns Augenrollen bis nach Rom hören müsste.

Nehmen wir die Aussage mal auseinander:

„… sofern Sie Ihr Einverständnis gegeben haben…“

Zu einen müsste man für ein Einverständnis genau dafür gefragt werden. Ist nicht passiert. Beide Male nicht – zum anderen: muss auch nicht passieren, denn – zitieren wir aus dem Infoblatt, welches jeder zu testenden Person im Testzelt des Gesundheitsamtes des Kreis Lippe ausgehändigt wird:

„So erhalten Sie Ihr Testergebnis … Sie nutzen die Corona-Warn-App „…“ ODER Sie sehen im Internet nach.“

Siehe Informationsblatt des Kreises (PDF)

Schon der Satz „So erhalten Sie Ihr Testergebnis … Sie nutzen die Corona-Warn-App“ impliziert den zu testenden Personen schwarz auf weiss, dass die Daten in die App eingepflegt werden und die App für die Anzeige des Ergebnisses genutzt werden kann.

Wie man im weiteren Verlauf des Schreibens zum Umgang mit den Daten lesen kann, muss zur Verarbeitung der Daten auch gar keine Einwilligung erfolgen und die Daten werden auf jeden Fall verarbeitet. Ein Widerspruch ist nicht möglich. So heißt es im Wortlaut:

„Ihre persönlichen Rechte sind im Rahmen des Zweckes dieser Datenerhebung eingeschränkt“

Verantwortlich für die Datenerhebung: Kreis Lippe, Der Landrat, Felix-Fechenbach-Straße-5, 33756 Detmold“

Siehe Informationsblatt des Kreises (PDF)

Weiterer Beleg für die schlicht falsche Aussage, ein Einverständnis müsse dafür vorliegen, finden wir auf der Webseite des Kreises Lippe zu Test, Ergebnissen und der Corona-Warn-App:

„QR-Codes werden immer ausgegeben, sind aber deaktiviert, wenn keine Warn-App vorhanden ist…“

https://www.kreis-lippe.de/kreis-lippe/aktuelles/corona.php?pageIdb1db1032=8

und weiter

„Seit 11. November werden zusätzlich Barcodes beim Test herausgegeben. Unter covid19.labor-daten.de/patient/input.html kann das Testergebnis damit abgerufen werden.“

https://www.kreis-lippe.de/kreis-lippe/aktuelles/corona.php?pageIdb1db1032=8

Quelle: https://www.kreis-lippe.de/kreis-lippe/aktuelles/corona.php?pageIdb1db1032=8

Diese Aussage heißt nichts anderes als: Wir testen und das Ergebnis können Sie, wenn Sie die Corona-Warn-App nutzen, über die App abrufen. ZUSÄTZLICH geht das auf einem anderen Weg.

OK, Kreis Lippe? Tacheles: An welcher Stelle liegt die Falschaussage nun vor? In der Antwort auf Twitter oder sind die Falschinformationen auf der Webseite? Welcher Info soll und darf man Glauben schenken?

„… das Labor für die Ergebnisübermittlung via App zuständig… „

Ja, bestimmt sogar – denn die haben das Ergebnis. Das große ABER: Der Kreis ist für die Daten an sich verantwortlich, ist Auftraggeber und gibt die Richtlinien zur Datenverarbeitung vor… und dazu gehört eben auch die Datenweitergabe an die Corona-Warn-App. Zusätzlich dazu informiert der Kreis Lippe in seinen Infoblättern und auf der Webseite die Information, dass das Ergebnis in der Corona-Warn-App abrufbar sei.

Also, Kreis Lippe, wer ist dafür verantwortlich, den Datentransfer in die App anzuweisen und sicherzustellen, dass die Daten dort sind? Wer trägt die Verantwortung den Aussagen Taten folgen zu lassen? Braucht Ihr einen Hinweis, oder kommt Ihr von alleine drauf?

Der nächste Abschnitt der Antwort:

„Der Kreis Lippe hat hier hinsichtlich der Datenübermittlung keinen Einfluss“

Technisch gesehen mag das sogar halbgar stimmen und sicherlich sitzt hier niemand vom Kreis am roten Knopf und überträgt die Daten. ABER erneut: Der Kreis Lippe ist die verantwortliche Stelle in der Datenerhebung (siehe Infoschreiben) und verweist zu testende Personen in verschiedener Form (Webseite/Infoschreiben etc.) darauf hin, dass das Ergebnis in der Corona-Warn-App zu finden ist. Während des gesamten Prozesses gibt es KEINERLEI HINWEISE darauf, dass die APP seitens des Kreis Lippe nicht automatisch gefüttert wird – ganz im Gegenteil. In den zitierten Medien steht der Hinweis für die Testpersonen unmissverständlich, dass das Ergebnis in der Corona-Warn-App abrufbar ist/sein wird.

In weiteren Tweets/Twitter Beiträgen heißt es dann:

„Wir haben Ihnen erklärt, dass die Labore als unabhängige Einrichtungen die Testergebnisse in die App einpflegen, wenn Sie ihr Okay gegeben haben.“

https://twitter.com/Kreis_Lippe/status/1386989335585689611

Da brauche ich nicht noch mal weiter drauf eingehen, oder? Da die Sache mit dem Einverständnis und dem Okay oben ausreichend widerlegt wurde, wiederholt sich die Fehlinformation des Kreises erneut und das Abschieben der Verantwortung ebenfalls.

„Das Gesundheitsamt kann beim Labor darauf hinweisen. Wenn es bei Einzelfällen zu Problemen kommt, ist das natürlich ärglich. Jedoch sind auch die Labore gut ausgelastet, daher kann so etwas passieren. Ihr Ergbnis haben Sie ja unabhängig von der App mitgeteilt bekommen.“

https://twitter.com/Kreis_Lippe/status/1386989335585689611

Ja, lieber Kreis – da, wenn auch nur ganz kurz und am Anfang dieses einen Beitrages, war sowas ähnliches wie die Reaktion, die es gebraucht hätte … ein „Da müssen wir uns drum kümmern“-Moment. Genau das solltet Ihr tun. Genau das sollte das Gesundheitsamt tun. Mit den Laboren sprechen und den Prozess der Datenpflege prüfen. Den gesamten Organisationsprozess prüfen und letztlich dafür sorgen, dass die Daten dort abrufbar sind, wo sie hingehören.

Die Bagatellisierung des ganzen Vorfalls als „Einzelfälle“ – nachdem Ihr Euch in den anderen Beiträgen bereits systematisch aus der Verantwortung zieht, zeigt dagegen noch mal deutlich, wie das und was genau manifestiert werden soll. Ihr tragt dafür keine Verantwortung. Wenn, liegt es an dem Einverständnis, der Testperson oder dem Labor. Aber sicher nur in Einzelfällen. Ist klar.

Allein wir sind fünf Einzelfälle im Haus. Weitere sind persönlich bekannt. Auf Twitter frage ich gerade nach weiteren „Einzelfällen“… und wie man an den eintrudelnden Antworten erkennen kann, ist die „Einzelfall“-Nummer bereits jetzt widerlegt.

Fazit am heutigen Tag

Der Kreis Lippe antwortet mit falschen Informationen auf meine Fragen, wälzt die Verantwortung ab und bagatellisiert den offensichtlich systematischen Fehler im Ablauf der Organisation als Einzelfall.

Ehrlich, Kreis Lippe – es ist einerseits wirklich unsäglich, dass ihr die erste Kritik nicht einfach zum Anlass genommen habt, die Organisation und Abläufe zu hinterfragen und dafür Sorge zu tragen, dass die Ergebnisse ordentlich dort ankommen, wo man sie a.) erwartet und b.) von Euch zugesagt hinterlegt und beworben werden.

Andererseits ist noch viel unsäglicher, dass Ihr die Verantwortung von Euch schiebt und auf die Labore abwälzt, in der Kommunikation dahingehend erneut voll versagt, dass Ihr – wenn überhaupt – mit Falschaussagen, ignoranter Arroganz, Überheblichkeit und Abschwichtigung antwortet. Letzteres hat bei Euch tatsächlich System, wie man den Antworten auch auf andere Beiträge, Tweets und Facebook-Seiten unzählig unter Beweis stellen kann. Frech. Herablassend. Arrogant. Ignorant.