Eichelhäher, Kleiber und Eichhörnchen3 Min. Lesezeit (ca.)

Als ich das letzte Mal (bewusst wahrgenommen) einen Eichelhäher gesehen habe, war ich – glaube ich – noch in der Schule. Wiedererkannt habe ich ihn dennoch sofort, als einer dieser Vögel plötzlich auf unserem Vogelhaus im Garten auftauchte. Sofort getriggert, versuchte ich die Begegnung im Foto festzuhalten – natürlich ohne Erfolg. 

Also, installierte ich die Wild-Kamera, die ich im Büro liegen hatte und seitdem habe ich wirklich Spaß daran, denn es ist ganz schön was los im Garten und dem Vogelhaus.

Zahlreiche Kohlmeisen, Spatzen, Amseln und Co. sind quasi dauerhaft dort, gelegentlich kommt ein Kleiber vorbei, ein Rotkehlchen pickt ein paar Körner, zwei Eichelhäher stürmen durch den Garten und wechseln sich bei der Futtersuche ab und – mindestens drei unterschiedliche Eichhörnchen suchen ihr Glück bei uns. 

Mal schauen, was noch alles dazu kommt.

UPDATE 02.11.2021 – ein Buntspecht war da.

UPDATE 09.11.2021 – Blaumeisen sind ebenfalls am Futterhaus.

Scotpad – der Schottland-Talk2 Min. Lesezeit (ca.)

Jedes Mal, wirklich jedes Mal, wenn ich auch nur den kleinsten Schnippsel, einen kurzen Clip, einen Beitrag, ein Foto oder sonst irgendwas aus, über oder von Schottland sehe, ist es um mich geschehen. Mein Herz schlägt schneller und die Sehnsucht ist da. Da ich nicht allein damit bin und ich auch noch sehr gern Neuigkeiten für mich in und über Schottland entdecken, erfahren und lernen möchte, sauge ich auch alles davon in mich auf…. und das geht nicht nur, indem ich mich allein damit beschäftige. 

Gerade in Gesprächen, aus Geschichten und aus Erfahrungen und erlebtem anderer, lerne und erfahre ich immer deutlich mehr. Einer meiner regelmäßigen Gesprächspartner dazu ist Wilfried. Wilfried Klöpping, der als DER SCHOTTLANDBERATER seit vielen Jahren professionell, beruflich und aus Leidenschaft, Schottland zu seinem zentralen Kernthema gemacht hat. 

Was macht man also, wenn man a.) gern darüber plaudert und b.) gemeinsame Interessen hat, die noch dazu in einer tiefen Leidenschaft ausufern? Genau – ein gemeinsames Projekt zu dem Herzensthema. Das haben wir mit der Technik kombiniert und herausgekommen ist: 

SCOTPAD – der Schottland-Talk 

Ein Podcast, der sich, in steter Regelmäßigkeit von 14 Tagen, rund um Schottland drehen wird und eine Themen- und Rundreise darstellen soll. Wir beleuchten dabei Städte, Regionen, Ausflugsziele, spezielle Anlaufpunkte, helfende und unterstützende Organisationen, Dienstleister, schauen auf Produkte, Veranstaltungen, Events und vieles mehr- aber vor allem sprechen wir mit Menschen. Menschen, die für Unternehmen und Einrichtungen, Organisationen und Reisen in Schottland arbeiten – aber auch Menschen, die Verbindungen zu schottischen Themen haben und, und, und … 

Hört doch mal rein: zu finden und zu abonnieren sind wir unter anderem auf www.scotpad.de und alle weiteren Dienste findet Ihr dort (Amazon Music, Apple Podcast, Google Podcast und Spotify sind z.B. bereits dabei.

Der Beitrag verfällt zur festgelegten VERFALLSZEIT am VERFALLSDATUM.

Katastrophen-Warnung: Es braucht mehr als eine App4 Min. Lesezeit (ca.)

Letzten las ich auf Facebook die Idee, „Wie wäre es denn mit einer Verpflichtung aller Mobilfunkbetreiber, eine Katastrophenapp zu installieren?“ als Ableitung der These, dass die meisten Menschen Hochwassergefahr-Sirenen nicht von Feuer-Sirenen unterscheiden können.

Der These kann ich nur beipflichten, der daraus abgeleiteten Idee leider nicht/leider nicht gänzlich. Aus dem Statement auf Facebook entwickelte sich eine kleine, kurze Diskussion mit dem Hauptargument, dass wir ja schließlich alle das Smartphone in der Hand haben und eine verpflichtende App durch Mobilfunkanbieter also am einfachsten und effektivsten sei. Dem möchte ich widersprechen.

Natürlich stecken sowohl in der These, in der Idee und auch in dem Argument viele Wahrheiten. Ohne Frage haben wir das Smartphone ständig in der Hand. Ohne Frage nutzen viele Menschen das Smartphone für alles und tragen es ständig mit sich herum. Da liegt die Idee gar nicht so abwegig weit weg.

Aber:

  • Mobilfunknetze funktionieren nicht immer

Selbstverständlich sind im Normalfall Mobilfunknetze gesichert und die Ausfallsicherheit zu einem hohen Anteil gegeben. So lange alles gut geht, alles nach Plan läuft und nichts Außergewöhnliches passiert. Für eine Frühwarnung wäre das also durchaus eine Möglichkeit, hier eine App zu nutzen.

In weiteren Fällen aber nicht. Zum Beispiel bei weiteren Gefahren oder Eintreten höherer Gefährdungsstufen. So sind – aktuell bei dem Hochwasser-Katastrophenfall – auch die Mobilfunknetze und die Stromversorgung lahmgelegt. Menschen in diesem betroffenen Gebiet könnten z.B. im Fall eines Dammbruches nicht per App gewarnt werden. Darüber hinaus haben viele Menschen in solchen Situationen nicht das Smartphone im Dauereinsatz, sondern viele andere Aufgaben in denen Smartphones unter Umständen nicht mitgeführt werden können. Schlamm, Wasser, Dreck, Stossschäden beim Aufräumen etc. – keine Chance.

  • Strom ist nicht immer gegeben (nicht nur zum Laden des Smartphone-Akkus, auch für den Betrieb von Funknetzen, WLAN-Netzen etc.)

Stromausfall an sich – unabhängig von anderen Katastrophen – könnte bereits eine Katastrophe sein. Dadurch ergibt sich die Kettenreaktion weiterer Probleme. Viele Menschen nutzen keine mobile Daten, sondern sind auf eine Datenverbindung durch das nutzbare WLAN zu Hause, im Büro etc. angewiesen. Wenn kein Strom da ist, ist auch der Datenverkehr hier problematisch.

  • Es gibt unzählige Gelegenheiten, wo Menschen das Smartphone eben nicht bei sich tragen oder benutzen (Auto, Schulunterricht, Arbeit, Arztbesuch, Lautlos in der Nacht gestellt und vieles mehr)

Gerade in der Schule ist z.B. für Schüler die Nutzung der Handys verboten, an vielen Arbeitsplätzen ebenfalls. Dadurch ergibt sich das weitere Problem der Erreichbarkeit.

Eine App – selbst die SMS Warnung, oder eine Mitteilung auf alle eingeschalteten Geräte, die derzeit erneut diskutiert wird – ist ALLEIN nicht die Lösung des Problems und nicht das Mittel der Erreichbarkeit.

Allein aus logischen Gesichtspunkten sollten sich die Verantwortlichen hinsetzen und gemeinsame Lösungen entwickeln, die die Möglichkeit zur Erreichbarkeit der Menschen schnell und verständlich ermöglicht.

Natürlich gehören Radioschaffende, TV-Schaffende, Medien-Schaffende, Politik, Hilfsorganisationen, Katastrophenschutz, Bevölkerungsschutz und viele mehr (Unternehmen mit wirtschaftlichem Interesse lassen wir einfach mal aussen vor) an diesen „Tisch“ und es müssen kreative Lösungen gefunden werden. Keine Insellösungen und kein Allheilmittel. Prozesse, Methoden, Mittel, Warnketten und hybride Möglichkeiten müssen her/optimiert werden.

Dazu zählen dann eben – neben Apps, SMS, Radio und Co. eben auch Sirenen. Denn diese sind schnell zu realisieren, schnell zu aktivieren und von vielen in jeder Situation unabhängig von weiteren Infrastrukturen wahrzunehmen … und natürlich gehört dazu auch wieder eine erhöhte Schaffung der Aufmerksamkeit, eine gehörige Portion Aufklärung des Wissens, was im Fall einer Sirene zu tun ist, Lautsprecherdurchsagen auf den Straßen, Mitteilungen in den Medien, Radio und Web, SMS, Apps und Co … das sollte eine logische Struktur und Methodik bekommen. Wahrscheinlich noch vieles mehr…

Früher haben wir gelernt: Wenn die Sirene heult, mach das Radio an und warte auf Infos. Eine simple Botschaft, die – wenn gelernt und an die heutige Zeit und die Möglichkeiten angepasst – sicher hilfreicher ist, als „NUR“ eine digitale App, die im Zweifelsfalls vorhersehbar nicht das schafft, was sie schaffen sollte: Sicherheit.

Machen wir uns nichts vor: Z.B. im Fall eines Ausfalls des Stromnetzes – sei es durch Terror, Natur, Krieg oder was auch immer – sind wir im Eimer. Da braucht es mehr als nur Apps und digitale Denke.

Just my 2 Cent – und natürlich nicht vollständig. Sind ja nur ein paar Gedanken und die Idee für einen Lösungsansatz.

Ich kaufe nicht mehr bei Amazon – und ja, es geht prima1 Min. Lesezeit (ca.)

Amazon nervt mich und daher verzichte ich bereits seit Monaten auf Käufe bei Amazon. Warum? Ach, da kommt so viel zusammen, dass es eben nicht nur einen Grund hat, aber am Einkaufen liegt es nicht. Der Service, der Umgang mit Partnern, der oft gescholtene Umgang mit Mitarbeitern, der Umgang mit Ware und Co. – das sind Dinge, die mich zu der Entscheidung brachten.

Also habe ich damit begonnen, mich wieder unabhängiger von Amazon zu machen. Stück für Stück und noch bin ich natürlich nicht dort, wo ich hinmöchte, aber tiefe Einschnitte sind bereits erfolgt.

So bestelle ich nicht mehr keine Waren mehr Amazon. Das habe ich früher sehr viel, sehr häufig und sehr unbedacht getan. Ein Buch? Schnell bestellt. Ein Kabel? Schnell bestellt? Eine neue Kamera? Schnell bestellt. So kamen rund 30-40 Käufe im Monat schnell zusammen.

Heute geht dieser Teil bereits wieder anders für mich. Möchte ich ein Buch, bestelle ich es per E-Mail oder im Online-Shop meiner lokalen Buchhandlung. Brauche ich Technik, bestelle ich direkt beim Hersteller oder bei einem Fachhändler, fahre hin oder lasse liefern. Teilweise braucht es dann halt einen Moment länger, zum großen Teil allerdings bestelle ich in der Tat einfach weniger.

Natürlich: ganz gelöst habe ich deswegen immer noch nicht. Amazon Prime Video ist NOCH da, Music Unlimited ebenfalls und auch die Echo Geräte stehen hier noch rum. Mittelfristig soll aber auch das weniger werden. Ob es ganz verschwindet? Weiß ich noch nicht – aber zumindest der Einkauf geht für mich persönlich auf Null. Immerhin.

Kostenpflichtige Insellösung statt Corona-Warn-App des Bundes10 Min. Lesezeit (ca.)

Warum die Entscheidung der Gemeinde Schlangen Unfug ist und kein Problem löst

Die Gemeinde Schlangen folgt dem Kreis Lippe und setzt zur Corona-Kontaktverfolgung auf darfichrein.de – einen Dienst, an dem sich Menschen an Orten eintragen können. Einem digitalen Ersatz für die manuellen, schriftlichen Listen in denen man sich bislang eintragen musste und die Gesundheitsämter im Zweifelsfall zur Nachverfolgung weiterer Kontakte nutzen. Warum das ziemlicher Unfug ist, auf diese Insellösung zu setzen, warum die offizielle Corona-Warn-App hier sinnvoller zu unterstützen wäre und warum darfichrein.de in Schlangen nicht mal wirklich ein Problem löst, beschreibe ich hier in recht langer Form.

Disclaimer

Ich gehe davon aus, dass dieser Beitrag nur ein erster Beitrag ist und daher nur der Anfang. Er erhebt also keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Darüber hinaus freue ich mich – wenn jemand andere Infos hat – diese kurz an mich weitergibt. Gerne revidiere ich meine Meinung, rudere zurück oder ergänze Informationen.

Die offizielle Corona-Warn-App

Wenn alle Stellen die offizielle Corona-Warn-App (CWA) unterstützen (würden) setzt zwangsläufig ein noch höherer Nutzungsgrad durch die Menschen ein. Diese nutzen die App sowieso schon in einem hohen Grad und durch die Entwicklungen und die bevorstehende Integration des digitalen Impfausweises wird diese weiter erhöht. Die App ist, in Bezug auf den Datenschutz unbedenklich und anonym nutzbar. Wenn die Menschen die App also nutzen und zur Nutzung angehalten werden, z.B. durch Abbildung des Testergebnisses in der App seitens des Gesundheitsamtes, (Kreis Lippe, Note ungenügend – setzen – immer noch nicht umgesetzt) können Menschen, die sich im entsprechenden Umkreis aufgehalten haben, effizient unterrichtet/gewarnt werden. Bei der Nutzung der CWA-App durch die Menschen kann davon ausgegangen werden (jupp, Spekulation), dass hier eine erhöhte Sensibilität für das Thema vorhanden ist und diese Menschen verantwortungsvoll handeln und nach einer positiven Warnmeldung umgehend einen eigenen Test vereinbaren.

Wenn also Unternehmen, Vereine, Gastronomien & what ever, einen CheckIn in einer Lokalität anbieten, um hier eine Verortung möglich zu machen, ist das mit der Corona-Warn-App anonym und ohne die Abgabe von persönlichen Daten möglich. Menschen, die sich dann ebenfalls zu der Zeit und zu einem bestimmten Zeitraum hier aufgehalten haben, werden über die App gewarnt und zu einem Test aufgefordert. Das war und ist Sinn und Zweck der Corona-Warn-App.

Sprich: Aufklärung. Sensibilität. Technische Unterstützung. Warnung… und das umgehend nach dem positiven Testergebnis in der App. Anonym. Problem angegangen. Fall erledigt, oder? Nope.

Wir brauchen Daten zur Nachverfolgung – sagt das Amt

Korrekt. Derzeit benötigen die Gesundheitsämter Daten zur Nachverfolgung und zur Benachrichtigung. Diese Daten werden heute in vielfältiger Form erhoben. Manuell, mit handschriftlichen Listen vor Ort oder mit Lösungen wie darfichrein.de, der Luca-App oder anderen Diensten. Die offizielle Corona-Warn-App erhebt diese Daten (derzeit) nicht. Forderungen dazu werden gestellt um hier den Wildwuchs der Dienste nicht weiter zu fördern und die Daten in einer Anwendung – Anbieterneutral – zu erfassen.

Aktuell: Manuelle Erfassung / Handzettel

In vielen Lokalitäten läuft es derzeit so ab, dass Menschen Datenzettel ausfüllen und diese – sollte es einen positiven Coronafall geben – an das Gesundheitsamt übertragen oder ihm ausgehändigt werden müssen. Die Daten werden durch die Gastgebenden erhoben und man hat hier die (Sicht-)Kontrolle über eine Teilkorrektheit der Daten. Man sieht also, ob Datensätze fehlen oder ob sich ein Gast als Donald Duck eingetragen hat. Eine Fehlerquote ist nicht ausgeschlossen, die Daten aber prüfbar. Gerade hier auf dem „Dorf“ – wo man vieler „seiner Pappenheimer“ kennt.

Was macht darfichrein.de

Darfichrein.de basiert darauf, dass Menschen mit einem Smartphone einen QR-Code an einem Ort scannen und auf der sich öffnenden Internetseite die Daten zur Person hinterlassen. Dadurch wird ein Zeiteintrag mit dem Ort und den eingegebenen Daten erhoben. Die Eingabe der Daten erfolgt manuell durch die Menschen. Eine Sichtprüfung des CheckIns kann durch Gastgebende erfolgen. Erhöhte Fehlerquote und Toleranz des CheckIn-Hakens kann man hier durchaus unterstellen. Dadurch ist z.B. auch die Eingabe von Fremddaten ebensowenig ausgeschlossen, wie auf der manuellen, handschriftlichen Liste. Wahrscheinlich höher, denn die digitale Prüfung benötigt noch höhere Aufmerksamkeit durch Gastgebende. Des Weiteren bestehen diverse weitere Möglichkeiten zur Manipulation, wie z.B. dem Zeigen von Screenshots oder fremder Daten.

Löst darfichrein.de ein Problem?

Nein, hier in Schlangen und dem Kreis Lippe nicht wirklich. Im Gegenteil sogar. Es schafft neue Probleme.

Zunächst: Ja, klar, Menschen scannen jetzt den Code, tragen die Daten auf dem Smartphone in die Formularfelder ein und damit stehen sie digital zur Verfügung. Im Bedarfsfall – falls also ein positiver Fall mit der Location in Verbindung gebracht werden kann – wird eine Liste der Daten vom Gesundheitsamt angefordert.

Das ist digital – das geht doch automatisch

Derzeit nicht automatisch, denn das Gesundheitsamt im Kreis Lippe ist hier nicht angebunden. Noch nicht. Wie an die Corona-Warn-App in Bezug auf Testergebnisse. Sprich, das Gesundheitsamt fordert die Daten bei den Gastgebenden an, hier generiert die Gemeinde eine Liste und stellt sie dem Gesundheitsamt zur Verfügung. Jeder von uns kann sich die Zeitverzögerung vorstellen, oder?

Beispiel: Ich habe mich bei der Arbeit angesteckt, war während meiner Inkubationszeit ohne Symptome und mit noch negativem Schnelltest in der Gastronomie. Die Inkubationszeit beträgt bei Corona mehrere Tage, bis zu 14. Irgendwann habe ich vielleicht Symptome und gehe zum Test – Positiv – das Gesundheitsamt wird informiert (24 Stunden) und setzt seine Hebel in Bewegung. Was jetzt nötig ist:

  • der Abgleich mit den Orten, an denen ich mich registriert habe
  • offene Ehrlichkeit
  • Angabe aller Orte an denen ich war
  • oder – bei konsequenter Registrierung – Abgleich der Kontaktpunkte

Denn, wenn die Menschen nicht mehr wissen oder verschweigen, wo sie vor 5 Tagen waren, ist die Registrierung bei darfichrein.de bereits wieder ad absurdum geführt (im Gegensatz zum CheckIn in der CWA) – und benötigt die Bereitschaft eines Einzelnen, den Stein an der Location ins Rollen zu bringen. In dem Fall der darfichrein.de – Nutzung erfolgt in Schlangen also der nächste Schritt. Manuell, weil das Gesundheitsamt noch nicht angebunden ist. Die Aufforderung des Gesundheitsamtes an die Gastgebenden zur Übermittlung der Kontaktdaten der möglicherweise betroffenen Personen – da kann ebenfalls Zeit vergehen – die manuelle Prüfung der Informationen – ebenfalls Zeit – die manuelle Information der möglichen Kontaktpersonen.

Von wieviel Zeit reden wir bei diesem Prozess? 3 Tage? 5 Tage? 7 Tage?

Das geht schneller!

Wir erinnern uns: Wenn das Testergebnis in der Corona-Warn-App genutzt wird, erfolgt die Information umgehend mit Übertragung des Ergebnisses. Zeitgewinn gegenüber der Nutzung einer anderen Möglichkeit? 3 Tage? 5 Tage? 7 Tage? – ja, je nachdem wie schnell man auf diesem Weg der „Digitalisierung“ eben ist. Auf jeden Fall langsamer als mit der CWA und mit einem Rattenschwanz an Möglichkeiten zur weiteren Verbreitung von Corona. Denn in der verfließenden Zeit bis zur Warnung bewegen sich die Menschen (die durch die CWA bereits gewarnt wären) fröhlich weiter und tragen die Viren durchs Land.

Man hat hier also eine Teillösung für ein bestehendes Problem gefunden, die weitere Probleme aufwirft. Nicht nur, dass die Verzögerung durch die unterbrochene Digitalisierung hier einen erhöhten Aufwand und eine dadurch höhere Verbreitung anzunehmen und zu unterstellen ist – auch die eigentliche Problematik ist schlicht nicht verstanden worden.

Statt sich mit dem schnellen Aufhalten möglicher Infektionsnetzwerke durch schnelle Warnungen und Sensibilisierung für dann notwendige, weitere Schritte zu beschäftigen – setzt man mit der Lösung um ein Vielfaches später an, um manuelle Eindämmung zu generieren.

Weitere Probleme, die dadurch entstehen

  • Gastgebende brauchen trotzdem manuelle Listen

Die digitale Aufnahme der Daten ersetzt also nicht die handschriftliche Liste. Denn neben denen, die kein Smartphone haben, an der Eingabe der Daten scheitern gibt es auch Menschen, die keine mobilen Daten nutzen können/wollen oder der Dateneingabe auf Internetseiten skeptisch gegenüber stehen etc.. Daher braucht es weiterhin auch die handschriftlichen Listen.

Aber: Ja, natürlich kann man die Daten auch über ein von Gastgebenden zur Verfügung gestellten Tablet eingeben.

  • Die Nutzung von darfichrein.de ist kostenpflichtig/lizenzorientiert

Auch wenn die Gemeinde Schlangen die Kosten für derzeit 20 Standorte trägt und „spendiert“ – die Nutzung ist lizenzorientiert und kostenpflichtig. Damit machen sich die Gastgebenden abhängig von einem Anbieter/der Lizenz – die – durch Steuergelder seitens der Gemeinde finanziert wird.

Eine weitere Abhängigkeit besteht durch die einzelne Unterstützung einer einzelnen Lösung durch die Gemeinde und damit die suggerierte Alternativlosigkeit und einer klaren Positionierung für einen einzelnen Anbieter.

Die dazu kommenden – indirekt Druck ausübenden – Äußerungen wie „andere machen das aber auch“ oder „alle anderen nutzen das hier“ ist in sofern beeinflussend, dass ich das eigentlich herrschende Neutralitätsgebot eines öffentlichen Organs wie der Verwaltung hier sehr stark gefährdet sehe. Rechtlich ist das m.E. nur schwer haltbar.

  • Insellösung und fehlender Datenabgleich

Durch die Nutzung und Unterstützung seitens öffentlicher Hand von Insellösungen wie darfichrein.de gibt es diverse Anbieter. NutzerInnen werden also quasi dazu genötigt diverse unterschiedliche Systeme und CheckIn-Möglichkeiten zu nutzen. In Paderborn z.B. oder im ÖPNV wird die Luca-App genutzt. In der örtlichen Gastronomie in Schlangen soll darfichrein.de genutzt werden. Ein Datenabgleich findet nicht statt – damit auch keine konsequente Dateneingabe oder Datenweitergabe.

Durch die unterschiedlichen Nutzung gerät die CWA zu einer „weiteren“ App – durch die Unterstützung von Insellösungen rutscht die offizielle Corona-Warn-App also – auch wenn es nicht explizit beabsichtigt ist – in den Hintergrund oder auf die gleiche Stufe.

Dabei kann diese mehr, ist die zukunftsorientierte Lösung seitens der Bundesregierung, ist Datensicher, Anbieterunabhängig, kostenfrei und Anonym.

Fazit

Ja, die CWA ermöglicht derzeit keine Kontaktdateneingabe. Forderungen danach sind von vielen Stellen u.a. durch den Chaos Computer Club gestellt. Da der Digitalisierungsprozess des CheckIns mit unterschiedlichen Systemen wie hier aber keine Probleme löst, sondern nur neue schafft, ist die Entscheidung schlicht durch Steuermittel finanzierter Unfug.

Es ist ein Unding, dass eine kommunale Verwaltung sich für eine kommerzielle Insellösung in eine Abhängigkeit eines einzelnen kommerziellen Anbieters begibt, diese mit vermeidbaren Steuergeldern finanziert, am lokalen Markt positioniert und indirekt dadurch die offizielle Corona-Warn-App untergräbt. Zusätzlich ist eine Farce, dass hier eine „Lösung“ durchgesetzt wird, die weder das eigentlich Problem behebt, sondern nur neue schafft oder Probleme auf eine andere Plattform verschiebt. Der indirekte und subtile Druckaufbau durch Argumente wie „aber das setzen hier alle ein“ erweckt den Eindruck, dabei sein zu müssen und fördert gleichzeitig einen einzelnen gewerblichen Anbieter. Das geht nicht. Nicht als Verwaltung. Nicht als Kommune.

Wer solche Entscheidungen trifft, setzt sich nicht mit dem Problem auseinander, sondern setzt blind darauf, dass Digitalisierung immer einen Vorteil bedeutet. Es muss nicht alles digitalisiert werden. Vor allem nicht, wenn es – wie hier – kein Problem löst, sondern nur neue schafft und dabei gleichzeitig Steuergelder kostet.

So. Meine 2-Cent.

P.S.: Eine Einschätzung der Relevanz und derÜberschätzung der Macht der erhobenen Daten durch Corona-Contact-Tracing-Apps und der Verwendbarkeit durch Gesundheitsämter kann man z.B. hier lesen:

https://www.heise.de/tp/features/Luca-App-Hilfe-oder-Belastung-von-Gesundheitsaemtern-6021060.html