Ich weiß, es ist langweilig, immer wieder auf die gleichen Dinge aufmerksam zu machen und sich darüber aufzuregen. Ich weiß, ich weiß. Wirklich. Hab ich hier auch im Februar auch schon was zu geschrieben.

Andererseits gibt es Dinge, die, zumindest in meinen Gedanken, immer wieder zur Motivation reichen, genau daran festzuhalten. Mindestens die Hoffnung, dass die Parteien, Fraktionen und Verantwortlichen endlich mal in die Pötte kommen und wenigstens das Minimum an Öffentlichkeitsarbeit im 21. Jahrhundert leisten, damit sich Menschen eine vernünftige Meinung machen können und nicht den maximalen Bullshit wählen. Und bei allen Widersprüchen, den erfolglosen Versuchen in der Vergangenheit, den zahllosen Gesprächen: Ich habe die Hoffnung trotzdem noch nicht vollständig aufgegeben.

Wenn wir uns anschauen, was in den vergangenen Monaten seit den Wahlen in der Öffentlichkeitsarbeit der Fraktionen, Parteien und Verantwortlichen inhaltlich in Schlangen passiert ist, lässt sich das schlicht mit “Totalausfall und Vollkatastrophe” zusammenfassen. 

Den Chef der Verwaltung nehme ich aus der Betrachtung einfach mal raus. Auf seinen Profilen gibt es hier gelegentlich KI-generierte Grüßonkel-Einheitsbrei-Beiträge und auch mal Informationen, die man eigentlich von einem offiziellen Verwaltungsaccount erwarten könnte. Aber das ist noch mal eine ganz andere Baustelle.

Die Fraktionen und Parteien schlafen den Schlaf der Selbstgerechten. 

Da gibt es die CDU Schlangen, die es immerhin auf fünf Beiträge auf ihrer Webseite seit Anfang des Jahres geschafft haben. Berichtet haben sie uns über ihre interne Haushaltsklausur (immerhin), über einen Antrag der Gemeinde, die Haushaltsrede, eine Eier-Verteil-Aktion zu Ostern und die Forderung nach Stärkung der Ordnungsbehörden. Ende. 

Über die Positionen kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein, dennoch bin ich schon fast überrascht, dass auch mal etwas Inhaltliches dabei war, woran man sich wenigstens minimal orientieren könnte. Wenigstens bei der Forderung nach der Stärkung der kommunalen Ordnungsbehörden und der Haushaltsrede kann man einen Einblick in die Denkweise der CDU bekommen. 

In den sozialen Medien? Wie immer bei der CDU Schlangen → das Gleiche und die gleiche Frequenz. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die da etwas dazulernen können. 

Da sie verständlicherweise nicht auf mich hören: Gibt es vielleicht einen Fax-Abruf für Informationen für zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit und kann man unserer Ortsgruppe die Nummer mal zukommen lassen? Die scheinen nicht nur gedanklich und kommunikativ, sondern auch technisch, in den 80ern zu verharren.

Bündnis 90/Die Grünen in Schlangen schließen mit fünf Beiträgen quantitativ zur CDU Schlangen auf. Neujahrswünsche, Einladung zu Terminen, Einladung zu einem Info- und Filmabend, Information zur Krötenwanderung und die Haushaltsrede. Inhaltlich auch hier reichlich dünn und auch hier von der Frequenz der gequälten Pflicht, zumindest jeden Monat mal etwas zu publizieren. Social Media … Weltfrauentag, Osterwünsche, Ideenkneipe, Muttertag … durchaus quantitativ erhöhte Bewegung zu den ganzen anderen hier, aber inhaltlich? Fehlanzeige. Gelegentlich kommt mal eine Story für die Folgenden dazu (nicht erreichte Öffentlichkeit). Ich habe es schon mal erläutert und diskutiert, aber auch hier scheint man kein Interesse an einer Verbesserung und Dazulernen zu haben. Aber hey … wer hört schon auf jemanden, der sich tagtäglich damit beschäftigt?

Die SPD scheint nur dann in Wallung zu kommen, wenn der selbst ernannte Souverän Langeweile hat. Dann gibt es mal vereinzelt ein kurzes Gepolter und dann wieder monatelang nichts. Auch das Ziel ist klar: Senioren scheinen die einzigen zu sein, um die man sich kümmern möchte. Da versteht man dann auch, wie schlecht es um das Verständnis moderner Medien bestellt ist. Social Media … Vergessen wir das doch einfach. Wenn ihr keinen Bock habt, macht die Kanäle doch einfach dicht. Das wäre weniger Fremdschämen als das, was da aktuell passiert.

Ich verstehe jede Enttäuschung in Bezug auf die SPD, wirklich. Die eigentlichen Grundwerte finde ich gut, und die kommunal Verantwortlichen könnten hier wirklich dafür sorgen, dass nicht nur das Bild der SPD, sondern auch die tatsächliche Verbundenheit zu Menschen wieder klar wird. Das verpassen die lokalen Verantwortlichen komplett. Wirklich jede Chance dazu wird liegengelassen und ein Dazulernen ist offensichtlich ausgeschlossen. Es ist ein Jammer.

Die Partei, obwohl deutlich affiner als alle anderen bislang genannten, schwächelt ebenfalls. Einladungen zu Stammtischen, Haushaltsrede, Umfrage (die auf der Webseite nicht ausgewertet wurde) und eine erfolgreich umgesetzte Idee. Puh, dünn und auch hier – wie bei allen – viel zu wenig, um Menschen ein Bild über Gedanken, Handeln, Wirken etc. zu geben, und damit fehlen dann auch hier die Überzeugungspunkte für Menschen. 

Die Freie Wählergemeinschaft Schlangen? Gibt es die noch? In der digitalen Öffentlichkeit nicht. Zuletzt in den sozialen Medien auf dem Weihnachtsmarkt und auf der Webseite wird weiterhin der krachend gescheiterte Bürgermeisterkandidat protegiert, der sich direkt nach dem verlorenen Wahlkampf nicht mehr als unabhängig, sondern der AfD zugehörig fühlt. Dabei hat man sich doch mal irgendwann davon distanziert? Ein Armutszeugnis sondergleichen.

Ein klares Angebot, um zumindest diesen Schandfleck der digitalen Öffentlichkeit loszuwerden: FWG: Wenn Ihr es rein technisch/administrativ nicht auf die Kette bekommt, Eure Webseite zumindest in dieser Sache zu neutralisieren, sagt Bescheid: Da helfe ich Euch – sogar kostenlos – tatsächlich gern. 

Die AfD Schlangen macht digitale Öffentlichkeitsarbeit nur durch einen Wendehals auf dessen privatem Profil, und ehrlich: Schlaues ist da nicht dabei. Neben Eigeninterpretationen, Wissenschaftsfeindlichkeit und neuerdings auch offener Leugnung des Klimawandels und anderen obskuren Albernheiten fernab jeglicher Kompetenz. Ansonsten machen Funktionsträger eher dadurch auf sich aufmerksam, indem sie bescheuerte Proteste in Form von Parkplatzblockaden aufbauen und damit höchstens das Niveau zeigen, auf dem Leute in dieser Partei so unterwegs sind. Und was sie von einem Einsatz für die Gemeinschaft wirklich halten. Es ist eine vollumfängliche Comedy-Show … nur noch davon übertroffen, dass es Menschen gibt, die das nicht sehen und die sogar noch wählen. 

Zusammenfassend ist für den Zeitraum seit Anfang des Jahres bis heute zu sagen: 

Es geht weiter, wie immer. Also mit der Erwartung, dass die Menschen in Schlangen keine Informationen zur Meinungsbildung benötigen und sich Dinge von allein ergeben. 

Dabei merken die demokratisch orientierten Parteien auch weiterhin nicht, dass genau durch dieses Informations- und Kommunikationsdefizit ein Lautwerden anderer ergibt. Wenn nur die einen Aufmerksamkeit bekommen, verschiebt sich auch die Wahrnehmung. Schade, dass ihr nicht in der Lage seid, diesen einfachen Umstand zu sehen, zu verstehen und für unsere Gemeinde umzusetzen. 

Im kommenden Jahr sind Wahlen … und, so lernfähig sich die Beteiligten bislang zeigten, wird das noch viele Monate dauern, bis sich wieder der typische Wahlzeit-Enthusiasmus in der digitalen Kommunikation zeigen wird. Statt in der Zwischenzeit daran zu arbeiten, dass Menschen informiert werden, sich eine Meinung bilden können oder sogar daran mitwirken … Leute: Dabei wäre es so unfassbar einfach.

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