Die heiße Phase beginnt offensichtlich auch für viele Beteiligte im Wahlkampf der Kommunalwahl in der Gemeinde Schlangen. Nicht nur, dass immer mehr Menschen Informationen für eine mögliche Wahlentscheidung suchen, sammeln und anfordern. Nein. Auch die Kandidat*innen werden langsam aber sicher präsenter. Sei es in den Vorstellungen auf den Seiten und Social-Media-Profilen ihrer Parteien/Fraktionen und Wählergemeinschaften, in den Kommentarspalten oder, wie heute, im Briefkasten per klassischem Flyer.

Ich begrüße die wachsende Vielfalt im Wahlkampf. Ich finde gut, dass es langsam immer mehr wird. Auch wenn mir inhaltliche Tiefe oft fehlt, oder ich diverse Kommentare und Beiträge nur als populistische Kackscheiße abtun kann. Dazwischen gibt es Ideen. Die kann man gut finden, schlecht finden, auseinandernehmen oder protegieren. Jeder nach eigenem Geschmack, eigener Verbundenheit, eigenem Gefallen für Wahrheiten, Positionen oder Geschichten. 

Tatsächlich fällt mir aber auch auf, wie viele rechtspopulistische Ansichten und Wortwahlen sich in die Beiträge und Kommentare verirren. Oder, wie ich in der Vielzahl unterstelle, mit Absicht abgesetzt werden. Egal, ob in der Wortwahl wie „Staatsmedien“, beim Klimawandelzweifel, in Böser-Eliten-Denke oder versuchtem Stimmenfang mit Landes-, Bundes- oder Migrationspolitik. Auch die Kompetenzgrenzen von Ämtern scheinen nicht so ganz klar zu sein. Oder man setzt es zum gezielten, billigen Stimmenfang ein. Mit nicht belegten Zahlen, provokanten Thesen, in den Raum gestellten „Fakten“ (die aber ohne Quelle oder Beleg und Co. bleiben).

Ja, schon sehr seltsam. 

Auf die Frage nach Belegen oder Quellen, gibt es dann das typische Reaktionsmuster: Man solle es glauben oder eben nicht. Oder sich selbst informieren. Oder, auch beliebt: Da man einen Beleg/eine Quelle haben möchte, bedient man selbst ein typisches Narrativ und würde es ja ohnehin nicht glauben. 

Kannst Du Dir nicht ausdenken. Da kann ich ja gleich mit dem Wendler oder Hildmann diskutieren. Oder mit User1247759432 auf X.  

Politische Klamauk-Performanz?

Mir ist heute in einer, sagen wir, Diskussion, mangelnde Diskursfähigkeit attestiert worden, und meine Wortwahl passt auch nicht zu der Beschreibung eines „durchaus respektablen Diskursteilnehmers“, als der ich dem Mitdiskutanten außerhalb der Diskussion beschrieben wurde. 

Ja. Was soll ich sagen? Sorry, Dich enttäuschen zu müssen? Es ist die Wahrnehmung der Person, und wenn sie die hat, ist dem halt in ihren Augen so. Sehe ich anders, komme aber auch damit gut klar. Ich kann mich von meiner Wortwahl der populistischen Kackscheiße (darauf bezog sich die Kritik vordergründig) in diesem Bezug leider nicht trennen, denn genau das ist nun mal das, was da geschrieben wurde. Was soll ich da um den heißen Brei reden? Wie bezeichnet man denn in einem intellektuellen Diskurs als respektabler Diskursteilnehmer das, wenn man meint, was ich meine? 

Kalkulierte Vereinfachungsrhetorik zur Befriedigung niederschwelliger Affekte? Agitatorische Rhetorik mit starkem Beifallskalkül? Argumentative Infantilisierung komplexer Sachverhalte? Politische Klamauk-Performanz? So besser? 

Es wird immer die Menschen geben, die auf einen solchen Wahlkampf hereinfallen und sich weniger um Wahrheiten, als um plausibel klingende, aber ungeprüfte Geschichten scheren. So werden auch diese Kandidat*innen Stimmen bekommen. Mit oder ohne Hosenträger, mit oder ohne Parteibuch.

Ach, Leuts. Wir benötigen in Schlangen viel. Geld, Infrastruktur, Ideen für die Lösung vieler aktueller und noch liegengebliebener Probleme. Visionen und Pläne für die Zukunft natürlich auch. Was wir nicht benötigen, sind populistisches Gehabe, trumpesker Wahlkampf, Hetze, fantasieloses Nachplappern aus der rechten Ecke oder das plumpe Droppen nicht belegter Geschichten. 

Also bitte, Augen auf beim Kreuzchenmachen. Geht schließlich uns alle an. Und wenn Schlangen in der Vergangenheit für einen Wert gestanden hat, dann für Gemeinschaftlichkeit und Zusammenhalt.

Und Updates zur Kommunalwahl?

Na klar. Es gibt vereinzelt designorientierte Veränderungen der Seiten und Profile, die weiteren Vorstellungen von Kandidat*innen in den Social-Media-Kanälen (seitens der Grünen, der FWG oder bei die PARTEI) und auch bei der CDU Schlangen fängt die Vorstellung der Kandidaten in einzelnen Posts an. Liebe CDU, herzlich willkommen zurück in den sozialen Medien. 

Von der Freien Wählergemeinschaft ist ein Flyer meines Kandidaten eingetrudelt. Ja. Hübsch gemacht. Die Farben stehen der Gemeinschaft besser. Die Ziele sind mir zu dünn, zu allgemein, zu austauschbar. Aber: schrieb ich schon.

Die PARTEI hat in einem Beitrag die Sachbeschädigung der Wahlplakate thematisiert. Die Idee: Ein Antrag für die Schaffung legaler Sprayerwände für Schlangen. Der Antrag, sowie ein Beitrag zu den inhaltlichen Zielen für Schlangen sind auf der Webseite zu finden. / Die PARTEI ist übrigens am 30.08. am Rewe / am 04.09. auf dem Wochenmarkt, am 06.09. am Rewe und am 11.09. auf dem Wochenmarkt persönlich anzusprechen.

Ich möchte hier mal ausdrücklich erwähnen, dass ich mich so langsam vom “die PARTEI nehme ich nicht ernst”, zu “das sieht sehr ordentlich aus” wandle. Weiter so. 

Sachbeschädigung: Die Gemeinde hat vor einigen Tagen die Seite zur Wahl in Bezug auf die Sachbeschädigungen ergänzt und macht hier deutlich, wann die Ordnungsbehörden eingreifen, und wann etwas ein Antragsdelikt ist. Ist für Betroffene sicher interessant.

Nächstes Update dann, wenn wieder was los ist. Außer morgen. Da habe ich Geburtstag und beschäftige mich mal nicht mit dem täglichen Wahnsinn vor Ort.

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