Die Entscheidung ist gefallen. Der Gemeinderat in Schlangen hat das ISEK beschlossen. Der Förderantrag wird gestellt, die Planungen gehen weiter.
Gut so. Und jetzt ist bitte Schluss mit dem Theater.
Was insbesondere SPD und FWG in den vergangenen Wochen abgeliefert haben, war stellenweise kaum noch zu ertragen. Fragwürdige Zahlenspiele, an den Haaren herbeigezogene Horrorszenarien und eine Ablehnungshaltung, bei der man den Eindruck gewinnen musste, dass längst nicht mehr die Sache im Mittelpunkt stand.
Die Petition der FWG und die Stellungnahme der SPD habe ich in meinen bisherigen Beiträgen ausführlich auseinandergenommen. Das werde ich nicht wiederholen, die kann man hier im Blog nachlesen.
Aber eines bleibt: Wer aus offenen Planungen bereits feststehende Katastrophen konstruiert und mit dem reflexartigen „Brauchen wir nicht“ argumentiert, hat wenig Interesse daran, sich ernsthaft mit den Bedürfnissen anderer Menschen auseinanderzusetzen.
Der unsägliche Vergleich eines Dritten Ortes mit einer Kneipe ist dafür nur ein Beispiel, die Bedürfnisse anderer Zielgruppen als Dauerparkern ebenso.
Jetzt wird geplant. Gemeinsam.
Der Bürgermeister hat mit dem Gespräch mit der Werbegemeinschaft einen richtigen Anfang gemacht. Genau so muss es jetzt weitergehen.
Einzelhandel, Anwohner, Vereine, Jugendliche, Senioren, Menschen mit Behinderungen und weitere Betroffene gehören an einen Tisch. Ihre Bedürfnisse müssen aufgenommen, ihre Erfahrungen berücksichtigt und ihre Ideen ernsthaft diskutiert werden.
Ab jetzt bitte auf jeden Fall.
Es geht darum, gemeinsam zu erarbeiten, was unsere Ortsmitte tatsächlich braucht. Welche Maßnahmen funktionieren, wo nachgebessert werden muss und was, auch im Konzept des ISEK bislang, schlicht keinen Sinn ergibt.
Dazu gehören auch die Kosten. Sachlich, nachvollziehbar und ohne die politischen Zahlenspielereien der vergangenen Wochen.
Verantwortung übernehmen oder Platz machen.
SPD und FWG haben die Entscheidung nicht mitgetragen. Das ist ihr gutes Recht. Die demokratisch getroffene Entscheidung ist trotzdem zu respektieren.
Jetzt erwarte ich, dass auch sie ihren Teil zur weiteren Entwicklung beitragen. Mit Ideen, Vorschlägen und ernsthafter Mitarbeit. Nicht mit der nächsten Runde Panikmache, albernen Suggestivumfragen und purer persönlicher Ablehnungshaltung.
Das gilt selbstverständlich ebenso für CDU, Grüne und Die Partei. Wer zugestimmt hat, muss jetzt liefern und dafür sorgen, dass die angekündigte Bürgerbeteiligung tatsächlich stattfindet und etwas bewirkt.
Kommunalpolitik ist kein Wettbewerb darin, wer am lautesten Nein sagen kann. Sie ist die Verpflichtung, Verantwortung für die Entwicklung unserer Gemeinde zu übernehmen.
Wer dazu nicht bereit ist, wer lieber blockiert, dramatisiert und parteipolitische Spielchen spielt, statt an Lösungen zu arbeiten, hat aus meiner Sicht in der Kommunalpolitik nichts verloren.
Wir brauchen in Schlangen keine weiteren politischen Grabenkämpfe. Wir brauchen eine vernünftige Ortsentwicklung, die die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt und auch in zwanzig Jahren noch funktioniert.
Dafür müssen jetzt alle Beteiligten an einen Tisch, miteinander reden, zuhören, Entscheidungen vorbereiten und anschließend auch umsetzen.
Die Zeit der Grundsatzdebatten ist vorbei. Jetzt wird gemeinsam und vernünftig geplant. Wer Verantwortung übernommen hat, muss sie auch tragen. Fertig.
p.S.: Ja, ich habe zur Kenntnis genommen, dass die FWG nicht mit der AfD abstimmen wollte und den Antrag zum Vorziehen der ISEK-Abstimmung eingebracht hat, um dem aus dem Weg zu gehen. Lob gibt es von mir dafür nicht. Das ist nur das letzte Auswegnehmen zu einer Situation, in die man sich selbst gebracht hat.
Ich habe auch zur Kenntnis genommen, dass die SPD das nicht getan hat. Zu dem unsäglichen Gehampel der SPD Schlangen fehlen mir tatsächlich gerade die Worte.