Lückenhafte Datenpflege beim Kreis Lippe? Teil II4 Min. Lesezeit (ca.)

Corona: Nächster Test, nächste Enttäuschung

So traurig es ist: Ein weiterer Test erhärtet meinen Verdacht zur Datenschlamperei und der Kreis Lippe antwortet auch weiterhin nicht.

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Dies ist nur ein Beitrag einer Beitragsreihe

In meinem Beitrag vom 22.04.2021 machte ich auf eine offensichtliche Lücke in der Datenweitergabe zwischen Test, Testlabor und der Corona-Warn-App aufmerksam, stellte Fragen und leider bestätigt der aktuelle Test die Tatsache, dass hier eine Lücke ist. Für die der Kreis Lippe als Betreiber durch das Gesundheitsamt Lippe die Verantwortung trägt.

Wie hier beschrieben, gab es für uns einen zweiten, ebenfalls angeordneten, Termin für einen PCR-Test im Testzelt des Gesundheitsamtes Lippe in Lemgo. Nun der sogenannte Endabstrich während der Quarantäne, zwei Tage vor Ablauf unserer Quarantänezeit.

Die Organisation vor Ort auch dieses Mal: mehr oder weniger gut. Die Menschen dagegen echt freundlich. Was hakte an der Organisation dieses Mal?

Keine Kontrolle

Erneut und wie beim ersten Mal: Jeder hätte hier den Test für mich machen können. Eine Datenabfrage (Geburtsdatum, Wohnadresse) fand statt, eine Kontrolle der Ausweisdokumente erneut nicht. Schlamperei? System? Organisationsfehler?

Unorganisierte Fragen

Fragen wie „Grund der Testung“ sind bei einem, durch das Gesundheitsamt angeordneten Test, vor Ort überflüssig. Zum einen, weil die Daten bereits am Telefon ausführlich erhoben wurden und damit einfach in der Datenbank stehen sollten und damit auf dem Formular vor Ort einfach mit ausgedruckt werden könnten (wenn man es gescheit machen würde), zum anderen, weil es für den Test an sich unerheblich und unwichtig ist, warum dieser ANGEORDNETE Testabstrich gemacht wird.

Geburtsdatum würfeln

Bereits beim ersten angeordneten Test gab es das Durcheinander mit meinem Geburtsdatum. Statt August, ließ man mich im September feiern. Ein Datenübertragungsfehler irgendwo zwischen Telefonat mit dem Gesundheitsamt (die Daten hätten sie auch einfach prüfen können) und dem Formular des Testzentrum des Gesundheitsamtes in Lemgo. Vor Ort korrigiert brachte das allerdings für den ersten Test wenig, der Abruf des Testergebnisses auf der Webseite des Labors ging nur mit dem „falschen“ Geburtsdatum… dieses Mal passte vor Ort das Geburtsdatum. Das Ergebnis konnte ich mit dem richtigen allerdings wieder nicht abrufen … erneut musste ich hier das falsche angeben. Es ist zum fremdschämen.

Zum Wichtigen: Testergebnis in der Corona-Warn-App?

Man kann es sich sicher denken: Natürlich nicht und damit offenbart sich meiner Meinung nach die organisatorische Schwäche erneut. Während da draußen viele Menschen auf die App schimpfen, ihr fehlende Funktionalität ankreiden ist nicht die App das Problem, sondern die Datenpflege und der Organisationsprozess. Zumindest hier beim Kreis Lippe.

Die Daten finden den Weg seitens des Testzeltes des Gesundheitsamtes Lippe offenbar nicht in die App – die Gegenprobe bei meinem anderen Test durch den Hausarzt war dies sehr wohl der Fall.

Warum also sorgt eine öffentliche Verwaltung nicht für eine ordentliche Unterstützung zur ordnungsgemäßen Organisation und Funktionalität des Warnprinzips durch die Corona-Warn-App? Was läuft schief beim Kreis Lippe? Warum finden die Daten nicht ihren Weg in die dafür vorgesehene App? Ist es stiller Boykott der App seitens des Kreises? Hängt hier einfach eine Lücke in der Datenpflege? Kommt das Fax nicht hinterher?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass man sich ausschweigt. Nicht reagiert. Wie bei vielen weiteren kritischen Fragen. Der Kreis Lippe hat ein Kommunikationsproblem und das leider nicht zum ersten Mal. Fragt sich weiterhin nur, ob es System hat oder einen Namen trägt.

Hakt die Datenpflege, Kreis Lippe?6 Min. Lesezeit (ca.)

Die Corona-Warn-App ist ein gutes, in der Sache unterstützendes, Tool zur Eindämmung der weiterhin aktuellen Pandemie. Dafür muss sie a.) nur funktionieren und b.) mit den Daten gefüttert werden, die sie für ihre Funktion braucht.

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Dies ist nur ein Beitrag einer Beitragsreihe

Eine dieser Funktionen, sogar die Kern-Funktion, ist die Anzeige eines Test-Ergebnisses und der die mögliche Teilung dieses Ergebnisses zur eventuellen Warnung weiterer Kontakte. Dazu kann mit der App ein QR-Code gescannt werden, welcher bei einem offiziellen PCR-Test an die getesteten ausgehändigt wird. Die App zeigt, wenn das Ergebnis vorliegt und eingepflegt wurde, das entsprechende Ergebnis an und gibt die weitere Möglichkeit (auf Basis der Datenschutzbestimmungen etc. – genaue Erläuterung der Funktion hier beim Robert-Koch-Institut) Menschen im Umfeld und mit entsprechender Begegnung zu warnen.

Eine gute Sache, eine richtig gute Sache und, wie erwähnt, Kern-Funktion der App. ABER: dafür müssen auch die Daten gepflegt werden und ob das im Kreis Lippe wirklich durchgängig passiert habe ich mich in den letzten Tagen fragen müssen… und diese Frage auf Facebook und Twitter auch dem Kreis Lippe gestellt.

Allerdings duckt sich der Kreis Lippe hier offenbar weg und bleibt eine Antwort bislang schuldig (Stand: Donnerstag, 22.04.2021). Ob dieses Ausbleiben der Antwort System hat (bloss keine Antworten oder Redaktionen auf kritische Themen?) oder man sich der modernen Kommunikation verweigert und nur einmal in der Woche widmet (sorry für den Sarkasmus), kann ich abschließend noch nicht beurteilen, halte aber gern auf dem Laufenden.

Mein Fall mit der Corona-Warn-App und dem Kreis Lippe

Anlassbezogen (Positiver Fall, bekannt ab Dienstag 13.04.2021) habe ich mich am Mittwoch 14.04.2021 bei meinem Hausarzt mit einem PCR-Test zur Vorsicht testen lassen. Da uns der Fall ab Dienstag bekannt war, haben wir uns bereits im Vorfeld in eigenständiger Verantwortung in Isolation begeben. Da wir, Ausnahmen betreffen nur Arbeit und Einkauf, eh nichts unternehmen und tatsächlich an alle Regeln (und in bekannter Verantwortung für andere auch deutlich über diese Regeln hinaus) halten, kein großer Einschnitt für uns.

Bei meinem PCR-Test beim Hausarzt wurde mir auch das Standardschreiben ausgehändigt – darauf ein QR-Code. Diesen kann man mit der Corona-Warn-App scannen und wird dann in der App mit dem Ergebnis des Tests versorgt. Der Test ging ins Labor und am Donnerstag Vormittag lag das Ergebnis in der App vor: NEGATIV. Die App funktioniert, die Test-Daten wurden eingetragen und ich wurde informiert. Funktion: 100%.

Ein weiterer Test und ein Problem

Da wir als direkte Kontaktpersonen des positiven Falls angegeben wurden, wurden wir am Donnerstag (15.04.2021) auch von dem zuständigen Gesundheitsamt des Kreises Lippe angerufen und zu den nächsten Schritten instruiert. Über den Verlauf unserer, nun behördlich angeordneten, Quarantäne informiert und mit Terminen für einen Erst- und einen Endabstrich im Testzelt des Gesundheitsamtes des Kreises Lippe in Lemgo versorgt. Diese Termine für den gesamten Hausstand am folgenden Tag (Freitag, 16.04.2021) nahmen wir selbstverständlich wahr, bekamen auch hier das Standardschreiben mit dem QR-Code zum Abruf des Ergebnisses. Was alle im Hausstand dann auch umgehend bereits in der Corona-Warn-App hinterlegten um – ggf. am Samstag – schnelle Gewissheit zum Ergebnis zu haben.

Bis hierher lief das Meiste innerhalb dieses Prozesses prima, in großen Teilen nachvollziehbar und aus meiner Sicht noch relativ „smooth“.

Was ich hier bereits unverständlich fand, war a.) ein – mehrfach korrigierter – Fehler eines unserer Geburtsdaten und die Ignoranz der Korrektur und b.) die mehrfache Erwähnung der Ausweisung mit Personalausweis, aber vor Ort nicht erfolgter Kontrolle. Theoretisch hätte jeder mit Wissen meinen Platz vor Ort einnehmen können. Uncool.

Die Ergebnisse des Tests – nur nicht in der App

Die Ergebnisse lagen am Samstag (17.04.2021) dann in der App noch nicht vor. Nach vielem hin und her haben wir auch der Webseite des Labors die Ergebnisse einsehen können – alle negativ. So weit, so gut, aber eben nicht Sinn der Sache.

In der App tat sich dagegen auch weiterhin nichts. Am Wochenende nicht, am Montag (19.04.2021) nicht.

Am Dienstag (20.04.2021) wurde uns das (natürlich gleiche) Ergebnis zusätzlich per Post vom Labor aus gesendet… und weiterhin: kein Ergebnis in der App… und bis heute, Donnerstag (22.04.2021) noch immer nicht.

Die Corona-Warn-App an sich funktioniert – das sehe ich täglich in den unterschiedlichsten Darstellungen aus meinem Netzwerk – demnach drängt sich die Frage auf, warum für uns kein Ergebnis in der App zu sehen ist.
Eine plausible Möglichkeit: die Daten liegen nicht vor – was nicht da ist, kann nicht angezeigt werden. Die vorstellbare Lücke im System: die Daten werden nicht ordentlich gepflegt… und diese Frage habe ich auch dem Kreis Lippe in den Netzwerken Facebook und Twitter inkl. Markierung in den Beiträgen gestellt. Bislang: Ohne Antwort.

Organisatorische Mängel?

Organisatorische Mängel bzw. Fragen, die man mit dem Kreis Lippe diskutieren sollte und ich gerne würde:

  • Das Gesundheitsamt fragt am Telefon Daten der zu testenden Personen ab. Geburtsdaten, Arbeitgeber etc. und stellt sie dem Testzentrum zur Verfügung. Bei uns wurde ein Geburtsdatum falsch übernommen und vor Ort korrigiert – auf dem Testergebnis stand wieder das falsche Geburtsdatum. Organisationsfehler?
  • Das Gesundheitsamt erbittet ausdrücklich während des Telefonats die Ausweisung der Personalie beim Testzentrum durch offizielle Ausweispapiere der zu testenden Personen. Kontrolliert wurden diese Papiere trotz proaktivem Angebot der Ausweiskontrolle nicht. Organisationsfehler?
  • Warum liegen die Daten des Testergebnisses nicht in der offiziellen Corona-Warn-App des Bundes vor? Ist diese App nicht die unterstützte Form zur schnellen Verbreitung der Information zur Eindämmung von Kontakten und zur eventuellen Warnung etwaiger Begegnungen? Organisationsfehler? Lücke in der Datenverarbeitung? In der Datenweitergabe? In der Datenpflege?

Spooky. Dabei möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich es durchaus für normal halte, wenn organisatorisch das ein oder andere hakt.

Fragen sind von öffentlicher Hand zu beantworten, Kritik zumindest anzunehmen und angesprochene Organisationsprobleme zu hinterfragen und letztlich zu lösen. Der Umgang mit Kritik ist allerdings auch hier nicht zum ersten Mal auffällig ignorierend.

Hier sehe ich echte Probleme beim Kreis und die lösen bei mir, ostwestfälisch ausgedrückt – echten Brechreiz aus. Fernab davon, dass die Probleme aus meiner Sicht schnell zu lösen und abstellbar sind.

Schottland – Wildromantisch und mystisch (Rezension)4 Min. Lesezeit (ca.)

Irgendwann geht es wieder: Reisen. So lange es nicht geht, stehen Träumereien, Planungen oder Erinnerungen auf dem Plan. Genau zu diesen Punkten spukt es bei mir im Kopf rund um Schottland herum. Passend dazu ist der neue ADAC Reiseführer „Schottland – Wildromantisch und mystisch“ von Wilfried Klöpping und Annette Kossow erschienen.

Einen der beiden Autoren, Wilfried Klöpping, manchen von Euch aus meinen Beiträgen hier bereits als „Der Schottlandberater“ bekannt, kenne und schätze ich seit vielen Jahren als „Meinen“ Ansprechpartner in Sachen Schottland. Ihm vertraue ich blind in allen Fragen rund um mein Sehnsuchtsland und daher war für mich auch klar, dass ich diesen neuen Reiseführer lesen und in meinem Regal stehen haben muss – und nach dem Lesen hat sich genau das bewahrheitet.

Ein paar Fakten zum ADAC-Reiseführer „Schottland – Wildromatisch und mystisch“

Das Format ist recht praktisch an DIN lang angelehnt, im Hochformat gedruckt und mit einem folienkaschiertem Klapp-Umschlag ausgestattet. Die 144 Seiten + Umschlag sind vielfarbig gehalten, strukturiert aufgebaut, gut lesbar und mit Bildern und Infoboxen aufgelockert. Zahlen und Hinweiselemente führen zu gesonderten Informationen, Top-Tipps, Empfehlungen oder verweisen auf Geo-Informationen auf den Übersichts- und Lagekarten.

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Der Inhalt von „Schottland – Wildromantisch und mystisch“

Neben grundsätzlichen Informationen, Impressionen, einem Überblick und einem umfangreichen Service-Teil (weiter unten mehr dazu) strukturiert sich der Reiseführer nach folgenden Inhalten:

  • Die Lowlands im Süden
  • Glasgow, Edinburgh, Stirling und Fife
  • Die Highlands im Osten
  • Die Highlands im Westen und die Inneren Hebriden
  • Die Central Highlands und der hohe Norden
  • Die Äußeren Hebriden, Orkney und Shetland

In jedem dieser Kapitel sind einzelne Orte aufgegriffen und beschrieben. Mit knackigen Informationen zu Tourismus-Informationen Stadtinformationen inklusive Öffnungszeiten und Co, Spartipps und Empfehlungen zu Sehenswürdigkeiten und Erlebnissen sind die Grundinformationen vorhanden. Ergänzende Infos und Insider-Tipps zu Restaurants, Events, Kneipen, Bars, Clubs, Aussichtspunkten und Hintergrundinformationen – hier „im Blickpunkt“ genannt – sind interessant gehalten und abwechslungsreich.

Ein Blick in den Aufbau des Reiseführers „Schottland – Wildromantisch und mystisch“

Besonders ansprechend finde ich die Zusammenstellung unter „Das will ich erleben“ – eine kleine Sammlung von Empfehlungen zu Themen wie Schottische Festen, Museen von Antik bis Avantgarde, Postkartenmotive, Burgen und Schlössen oder kulinarische Genüsse und vielem mehr.

Der Servicebereich dreht sich dagegen um alles in Schottland in komprimierter Form. Von Fährverbindungen, Straßenverkehr, Fluganbindung, über Verkehrsvorschriften, Verkehrsschilder, Währung, Konsulate, Tanken und Notfall-Nummern bis hin zu Umgangsformen, Steckdosen und Trinkgeld werden die wichtigsten Themen kurz und knapp erläutert.

Mein Fazit:

Der Reiseführer gehört in jeden Rucksack, in jede Reisetasche und vor allem in jede Hand bevor es auf die Reise geht. Sowohl zur Planung von Touren geeignet, aber auch zur schnellen Information auf der Reise ist das kleine Büchlein ein wertvoller Begleiter. Auch für Menschen, die Schottland bereits kennen und lieben.

Gerade die kurzen, knackigen Zusatzinformationen zu Geschichte oder Nationalen Persönlichkeiten finde ich interessant. Die Serviceorientierung und der Fokus auf die schnelle Basisinformation ist ein echter Pluspunkt für mich.

Im Buchhandel erhältlich

Der ADAC-Reiseführer „Schottland – Wildromatisch und mystisch“ ist im Buchhandel erhältlich – wie z.B. hier bei Amazon ISBN: 978-3-95689-779-5
Preis: 9,99 Euro.

Hinweis/Disclaimer

Auch wenn es sich wie Werbung liest, es ist eine Rezension und spiegelt meine persönliche Meinung wieder. Ich habe das Buch selbst gekauft, wurde nicht dafür bezahlt und und meine Meinung ist nicht durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst.

Die Verweise auf Amazon sind sogenannte Affiliate Links – d.h. von einem möglichen Kauf bekomme ich einen minimalen Anteil, den Preis/Deinen Preis beeinflusst das allerdings nicht.

Neues Normal?3 Min. Lesezeit (ca.)

Die meisten Teile meiner Arbeit drehen sich um digitale Kommunikation und man könnte meinen, dass das Digitale hier auch vor allem digital stattgefunden hat. Nein, vor Corona hat ein ziemlich großer Teil meines Tages nicht im „Digitalen“ stattgefunden, sondern im Angesicht von Mensch zu Mensch. Das ist jetzt anders. Bleibt das so? Ist es das „Neue Normal“ oder nur eine temporäre Sicht auf die Dinge?

Vor März 2020 bestimmten Seminare in Hotels, Schulungen in Akademien, Termine in Unternehmen, Flüge durch Europa und lange Autofahrten meinen Arbeitsalltag. Natürlich ergänzt durch viel Büroarbeit und Arbeit im Stillen, am Telefon oder, zum Teil, auch in Videokonferenzen und Co..

Mit der Pandemie hat sich vieles davon erledigt. Fast alles. Während ich in dem Jahr vor 03/2020 unzählige Kilometer auf meinen Autotacho gefahren habe, sind seitdem gerade mal rund 6.000 km dazu gekommen, ich bin seitdem nicht mehr geflogen, war nur einmal im Ausland (Sommerurlaub), habe geschäftlich keine Handvoll Nächte im Hotel verbracht und nur zwei mehrtägige Seminare in „Präsenz“ abgehalten.

Der Rest war digital. Konferenzen, die im virtuellen Raum abgehalten wurden. Moderationen von Konferenzen, von Gesprächsrunden oder Seminare, Schulungen und Co. die mit Zoom und anderen Anbietern durchgeführt wurden. Aber auch das mussten viele erst lernen.

Direkt am Anfang verfielen einige Unternehmen und Anbieter in eine Art Schockstarre. Termine wurden abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Bei anderen weckte es einen neuen Aktionismus – „Los, wir müssen das mit dem HomeOffice hinbekommen“ – war nicht nur einmal der Weckruf und wurde zu einem weiteren Teil meiner Beratungsleistung.

Das „neue Normal“ ist also das Digitale. Oder? Videokonferenzen mit Zoom, Microsoft Teams, Google Meet und Co. sind das „neue“ Mittel der Wissensvermittlung, der Absprache oder der Team-Koordination. Kollaborative Systeme lassen uns zusammen arbeiten und lassen viele Dinge von „damals“ überflüssig erscheinen. Bleibt das?

So viele Unternehmen haben sich früher gegen HomeOffice und Co. gestemmt, selbst einzelne Tage im Monat grundlegend abgelehnt. Als vor ein paar Jahren ein Beitrag mit mir in den lokalen Medien zu dem Thema erschien, wurde ich belächelt und sogar angegangen. Heute ist es „normaler“ Alltag.

Seminare, Schulungen, Konferenzen – während es „früher“ gar keine Frage dazu gab, werden Menschen, Organisationen, Unternehmen künftig sicher hinterfragen, ob diese in Präsenz stattfinden müssen. Es geht doch auch ohne lange Anreise, Übernachtungskosten etc. – oder?

Bleibt es beim Digitalen? Wird es vielleicht sogar noch mehr durch die immer weiter und verbesserte Anbindung? Durch schnelleres Internet? Durch 5G?

Ich weiß es nicht. Glaube derzeit auch noch nicht wirklich daran. Ich denke, viele Unternehmen werden versuchen zurück zum „alten Normal“ zu springen. So viele sprechen von „Wenn das alles vorbei ist“ oder „Wenn alles wieder normal ist“ oder vom „danach“ … wäre es nicht grundsätzlich cleverer davon auszugehen, dass das künftige Normal etwas anderes ist und es schlicht als Weiterentwicklung zu sehen?

Ach, wir werden sehen.

Das war wohl nichts…3 Min. Lesezeit (ca.)

Da ist er, der „harte“ Lockdown. Natürlich kann man sagen, dass diese Entscheidung viel zu spät kommt, es unter den bekannten Umständen früher hätte so kommen sollen. Aber: Bringt es was? Nein. Wir müssen jetzt damit umgehen und wir sollten es auch einfach.

Ganz nüchtern betrachtet hat die politische Führung an den gesunden Menschenverstand appelliert und damit auf das schwächste Glied in der Kette gesetzt. Was wir davon haben sind die höchsten Infektionszahlen seit Bekanntwerden der Pandemie, ständig steigende Todeszahlen und nun auch noch hektischen Aktionismus.

Der „gesunde Menschenverstand“ auf den die Regierund vertraute hat versagt. Bei zu vielen zumindest. Statt sich der logischen Maßnahmen und Empfehlungen zu Kontaktbeschränkungen anzupassen, versuchten viele ein „Schlupfloch“ zu finden, weil sie sich in irgendetwas eingeschränkt fühlen.

Ganz am Anfang waren es die, die einfach nur 999 Menschen in die Party-Location lassen wollten, weil die Obergrenze ja bei 1000 lag, danach Aussagen wie „Wenn wir öffentlich nicht feiern dürfen, dann feiern wir halt privat“ – „Wenn Gastronomien geschlossen bleiben müssen, dann schauen wir Fußball halt im Vereinsheim“…

Finde den Fehler. Viele denken offensichtlich nur von 12 bis Mittag, nicht weiter als der eigene Hintern reicht und verstehen nicht, dass „die Politik“ diese Maßnahmen einfach ergreifen muss – weil zu viele Dummbeutel sich zu fein sind, ne Maske zu tragen, Kontakt zu vermeiden und mit dem Arsch zu Hause bleiben um diesen ganzen Spuk zu beenden.

Es geht nicht darum, irgendjemanden zu bestrafen, sein Geschäft kaputt zu machen oder das Feiern zu verbieten. Es geht darum, dass so unfassbar viele nicht kapieren, dass das Ding schnell vorbei wäre und Menschenleben gerettet werden, wenn man das Virus nicht weiter trägt. Es geht darum, dass jeder Kontakt dazu beiträgt, das Virus weiter zu verbreiten. Das geht in die vielen Schädel der Meckerköppe, Leugner, Querdenker, Leerdenker, AfDler die auf jeden Kontra-Ross springen um ein paar Stimmen zu bekommen und Vollidioten aber nicht rein.

Natürlich ist es Mist, dass wir dieses Jahr auf Konzerte, Kultur, Parties und Schützenfeste (naja) verzichten mussten, aber wir werden es schlicht viel früher wieder haben, wenn wir diese simplen, kleinen und machbaren Schritte mitmachen.

Ja, unglaublich viele Menschen leiden unter der aktuellen Situation, es geht vielen schlecht. Auch hier in Deutschland. Aber die meisten hier jammern wegen der wirtschaftlichen Situation. In einem der reichsten Länder der Welt, mit einem der besten Sozialsysteme der Welt.

Statt die ganze Zeit über die böse Politik zu lästern – helft anderen die Situation zu meistern. Ihr seht oder lest, dass jemand Probleme hat – helft. Ihr habt was über? Spendet es. Sagt Danke – klatschen reicht nicht.

Definitiv wurden Fehler gemacht – der Größte ist rückblickend sicherlich, auf die Kooperationsgemeinschaft und den gesunden Menschenverstand zu vertrauen. Das hat nicht geklappt.

Also freundet Euch damit an, dass wir noch lange mit dem ganzen Mist zu tun haben werden und je weniger Menschen das kapieren, desto länger wird es dauern.