Abenteuer Kur #8 – Erstes Wochenfazit53 sec Lesezeit (ca.)

Die erste Woche ist um. Das Wetter ist anständig, Essen geht, die Umgebung schön, die Organisation und Betreuung reibungslos.

Der verordnete Sport, die Anwendungen, die Entspannungsübungen, Trainings, Gespräche und Sitzungen wirken durchaus und auch die Ruhe tut mir gut.

Die Gehirnwäsche dagegen setzt bei mir nicht ein, hier braucht man wohl entweder besondere Gene oder, was viel wahrscheinlicher ist, das gehörte damals bei jemandem zum Plan.

Was mir jedoch gelingt, ist mehr hinter die Kulissen zu schauen. Zu sehen und zu akzeptieren, dass ich nie ne Chance hatte, da der Typ Mensch einfach so gestrickt ist und es nur eine Frage der Zeit war, dass a.) alles raus kommt und b.) sich die Wege dank Verlogenheit, Egoismus, Kälte, Beziehungsstörung, Kompromisslosigkeit und Co. eh getrennt hätten.

Therapeutin sagt: Dankbar sein, dass der Kelch dauerhaft vorbeigezogen ist.

Soweit bin ich immer noch nicht. Daran arbeite ich weiter und die nahezu tägliche Bestätigung aller “Unterstellungen” macht es ebenfalls täglich ein Stückchen leichter. Schritt für Schritt.

Der Ort in dem ich bin, ist der sonnigste Deutschlands. In den letzten beiden Tagen hat das Wetter das bewahrheitet. Der Schnee taut langsam weg, aber Sonntag soll es bereits wieder welchen geben.

Bis dahin.

 

Gedanken #313 Min. Lesezeit (ca.)

Wenn man nicht unter einer handfesten Depression leiden würde, wäre es sicher witzig, was manche so ablassen. Hier habe ich in der Tat noch mehr Zeit darüber nachzudenken und ich bin mir noch nicht sicher, ob mir das gut tut oder nicht.

In den letzten Wochen habe ich diverse Kommentare, Nachrichten und seltsame Postings bekommen. Habe mir von einseitig informierten (und einem neutralen Blick nicht fähigen Menschen) Dinge vorwerfen lassen (müssen). Auf die nicht anonymen (feige) Nachrichten habe ich immer brav geantwortet, auch auf die nicht freigeschalteten Kommentare. Einige habe ich dahin weitergeleitet, wo sie hin gehören, andere dahin, wo sie anderen Sachen beigefügt werden. Schauen wir mal, wohin der Weg irgendwann führt.

Der Auslöser des Ganzen malt derweil fleissig scheinheilige Bilder. Ja, das regt mich in der Tat weiter auf, denn auch wenn ich nicht verstehe (und offenbar nicht verstehen muss), warum man so feige, egoistisch und letztlich einfach nur eiskalt sein kann, so beschäftigt mich dieser andere Teil weiterhin.

Wie schafft man es, morgens in den Spiegel zu schauen und zu wissen, was man für eine abgebrühte Nummer ist, WAS und vor allem WIE man diverse Dinge getan und “beendet” hat, wie kompromisslos man über Leichen geht und kann dann einen auf heile Welt und Opfer machen? “Die kleinen Dingen des Lebens genießen” – statt der Welt zu sagen, was man für ein dreckiges Spielchen spielt und gespielt hat? Was man für ein abgebrühtes Wesen man ist? Nein. Brav die heile Welt und das arme Ding vorgaukeln.

Sorry, aber dämlich, wer solchen Dingen noch Glauben schenkt oder noch schlimmer – so oberflächlich ist und darüber hinweg sieht.

Fehler eingestehen? Quatsch. Sich einer Klärung stellen? Ach was, warum – totschweigen und einen vom Pferd erzählen geht doch auch, gibt ja noch welche, denen man das erzählen kann. Kompromisse? Was ein Quatsch, da müsste man ja den eigenen (den einzig richtigen) Weg verlassen, denn mehr als zwei Wege gibt es ja nicht. (Vorsicht, Ironie und implizierter Gedanke des Auslösers). Binäre Blindheit. 1 und 0. Schwarz und Weiss. Zu weiterer Vorstellungskraft, zu weiteren Wegen, zu Kompromissen reicht es nicht.

Klar ist, ich werde die Antworten auf diese Fragen nicht bekommen und eigentlich ist es auch egal. Wahrscheinlich auch gut so, denn ich muss mit der Antwort nicht leben. Der eine Mensch dagegen schon – da kann er das scheinheilige Getue bis zum St. Nimmerleinstag weiter treiben und mich weiter als den Arsch hinstellen, die Wahrheit verzerren und das verlogene Leben weiter leben.

Eigentlich kann einem so einer nur noch leid tun. Manchmal. In schwachen Momenten ist das auch so.

Und so zieht die Scheinheiligkeit weiter durch das Land, malt verlogene Bilder und lässt sich bedauern. Armselig. Feige. Erbärmlich.

P.S.: Gestern fragte mich jemand, ob ich je bereut hätte unter meinem klaren Namen zu schreiben. Ob ich nicht Angst vor den Reaktionen hätte, den dämlichen Kommentaren derer, die eh nicht verstehen (wollen) und sowieso einseitig Position beziehen: Nein, habe ich nicht. Niemand muss mich verstehen, warum ich diesen Weg gehe und offen damit umgehe. Es ist mir egal, ob andere der Meinung sind, dass sowas nicht ins Internet gehört. Ich sage auch keinem, wie er damit umzugehen hat. Und… wegen mir hätte ich auch längst geredet und die Probleme aus dem Weg geschafft – aber der Auslöser drückt sich ja von Anfang an feige um eine Klärung. Ich war zu jedem Zeitpunkt zu Kompromissen und Gesprächen bereit.

Und was die (zumindest die bislang eingegangenen) Kommentare etc. angeht: Wer so blind ist und die Wiederholung der Taten nicht sieht, wer so dämlich ist, die gleiche Geschichte mit wechselnden Protagonisten zweimal zu glauben … die Parallelen nicht erkennt, das Muster nicht sieht … dem kann ich eh nicht helfen, ach … und ich will es auch gar nicht.

Wegen mir kann der mir dann auch Nachrichten schicken oder dämliche Kommentare da lassen.

Ich bin mir sicher, dass ich auch in der Zukunft fast jede beantworte. So sicher wie ich weiß, dass ich mir vieles vorwerfen lassen muss, aber sicher nicht, nicht alles getan zu haben und definitiv niemals zu egoistisch, zu selbstsüchtig und feige gewesen zu sein, nach anderen Wegen zu suchen.

 

 

 

Abenteuer Kur #7 – aha …1 Min. Lesezeit (ca.)

Tja, mein Therapeut hat es mir schon oft gesagt: “Du hast alle Antworten. Es gibt Menschen, die sind einfach so. Können nicht anders, haben es nicht anders vorgelebt bekommen.” Hier ist es nicht anders – direkt im ersten Gespräch bekam ich die gleiche Antwort. Keine fünf Minuten im Raum und schon die gleichen Worte. Aha. Manche Menschen und Vorgänge muss man nicht verstehen … Abhaken, dass es solche egoistischen, feigen und beziehungsgestörten Menschen gibt. Ich arbeite dran, unter anderem deswegen bin ich hier.

Hier ist es ganz nett, mir fehlen die Vergleiche für mehr als das. Die Klinik ist voll belegt und ich einer von nur sehr wenigen Männern. Kinder aller Altersklassen, Eltern ebenso. Mein Tag ist mehr oder weniger gut gefüllt, der Plan für die kommende Woche mit vielfältigen Themen gefüllt. Das Essen ist ok, für alles andere gibt es Salz und Pfeffer.

Meine Learnings der ersten Tage (abseits weiterer, die ich hier nicht schreibe):

1.) Zitronensaft gibt es auch in Miniportionen

Ich mag Zitronensaft. Den kippe ich mir gerne in mein Wasser, oder auch – sollte ich darauf mal wieder Durst haben – gern in Cola. Nicht viel, aber ein bisschen. Hier gibt es Zitronensaft in kleinen Portionen á 4,9 ml – wie die kleinen Milchportionen, die man in Cafés zum Kaffee bekommt.

2.) 25cm Schnee in einer Nacht gehen doch noch

Keine Ahnung wie lange ich schon nicht mehr so viel Schnee in einer Nacht hab fallen sehen. Schön, dass Mutter Natur noch nicht ganz kaputt ist und es hier heute Nacht passierte.

3.) Ich habe zu wenig Bücher mit

Bedingt durch viel Zeit, schlechtes Internet und die verordnete Ruhe, lese ich deutlich mehr als normal. Ich habe sieben Bücher mit und weiß jetzt schon, dass ich damit nicht hinkomme. Vielleicht sollte es nur soviel Schnee geben, dass der Postbote noch mit neuen Büchern durchkommt.

Bis die Tage

 

Abenteuer Kur #6 – rein ins Vergessen34 sec Lesezeit (ca.)

Es geht los. Das Abenteuer Kur und hoffentlich rein in das Vergessen der größten Verarschung, die mir ein Mensch je hat zukommen lassen.

Der Mensch tut mir nach wie vor leid, aber man hat ja Facebook, Fanclub, Fußball und Co. – und ganz viele neue (vorher nie denkbare) Freundschaften – und damit diesem Menschen das überaus Wichtige im Leben. Armselig, aber wer es braucht und es über eine Partnerschaft stellt und dafür lügen und verarschen muss… Sei es drum. Bleibt erbärmlich und wird es immer bleiben.

Beschäftigen wird mich das Thema auch weiterhin, aber sicher auf anderen Ebenen. Ob bei mir die gleiche Gehirnwäsche funktioniert, wie bei dem Auslöser, weiß ich nicht – wäre aber nach wie vor wünschenswert.

Probieren wir es aus. Bis dann.

 

Abenteuer Kur #5: In ein paar Tagen geht es los37 sec Lesezeit (ca.)

So langsam geht es auf die “Zielgerade”. Zwar packe ich noch keine Sachen, aber die Vorbereitungen laufen. Medikamente bestellen, Atteste besorgen, Schulsachen organisieren, Bücher für die Zeit bestellen etc. – tja, muss alles sein.

Ich war noch nie zur Kur und bin auf das Programm dort sehr gespannt. Nachdem, was ich auf dem Fragebogen alles angekreuzt habe, werden es volle Tage und das ist gut. Ich hoffe, ich kann dort endlich einen Weg finden, alles hinter mir zu lassen und das erbärmliche Verhalten als das abzutun was es ist: lächerlich, peinlich, armselig.

Damit mir nicht zu langweilig wird, nehme ich einen Stapel Bücher mit und habe ein paar weitere Kurse auf einer Lernplattform gekauft. Zudem will ich über ein paar andere Sachen nachdenken und schauen, wie ich 2018 für mich gestalten möchte.

Abwarten. Jetzt kommt erstmal Schlänger Markt.