Ich mag Heimat.

Ich mag die Senne, den Teutoburger Wald, die Fürstenallee, unsere Dörfer und die Landschaft drumherum. Ich finde es richtig, Natur zu schützen und darüber nachzudenken, was wir kommenden Generationen hinterlassen.

Das klingt vielleicht harmlos, und das ist es meistens auch.

Aber eben nicht immer.

Ich habe gerade die beiden kostenlosen Online-Kurse des BUND aus dem Projekt „Durchblick gegen Unterwanderung“ absolviert. Sie beschäftigen sich damit, wie rechtsextreme Akteure Begriffe wie Natur, Heimat und Umweltschutz für ihre Ideologie nutzen.

Das ist auch für uns in Schlangen interessant, denn hier passiert auch oft genau das. Manchmal ohne direkten politischen Bezug, gelegentlich einfach so „dahingesagt“ und oft mit klaren rechten Tendenzen/Einstellungen.

Senne, Wald, Landwirtschaft, Windenergie, Flächen und Naturschutz sind bei uns keine theoretischen Themen. Wir diskutieren gerade hier in Schlangen darüber. Sachlich, emotional und gelegentlich mit erstaunlich viel Schaum vor dem Mund.

Nicht jede Kritik an einem Windrad ist rechtsextrem, natürlich nicht. Nicht jeder Mensch, der Traditionen erhalten möchte, denkt völkisch. Und Heimatliebe ist selbstverständlich kein Problem.

Problematisch wird es, wenn aus „Wir schützen unsere Heimat“ irgendwann ein „Das Klima hat sich immer schon gewandelt“ oder gar durch die Hintertür ein „Diese Menschen gehören nicht hierher“ wird. Wenn ökologische Themen als Türöffner für Ausgrenzung dienen. Oder wenn vermeintlich harmlose Begriffe mit menschenfeindlichen Vorstellungen aufgeladen werden.

Die Kurse helfen dabei, solche Strategien zu erkennen. Verständlich, unaufgeregt und anhand konkreter Beispiele.

Ich empfehle sie besonders Menschen, die sich bei uns in Vereinen, Initiativen, Verbänden oder der Kommunalpolitik engagieren. Eigentlich aber allen, die bei manchen Debatten etwas genauer hinhören möchten. Denen, die auch zwischen Skepsis und Leugnung unterscheiden wollen, und vielleicht (oder gerade) sogar denen, die selbst an solche Sprüche glauben.

Denn Heimat darf verbinden.

Sie darf nur nicht dazu benutzt werden, andere auszugrenzen.

Die beiden kostenlosen Kurse gibt es beim BUND unter „Durchblick gegen Unterwanderung“.

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