Ich habe der CDU Schlangen mehrfach vorgeworfen, dass sie der AfD in Schlangen und ihren Sperenzchen kommunikativ viel zu wenig entgegensetzt. Jetzt tut sie es endlich. Und das ist gut.

Die CDU Schlangen grenzt sich in einem Beitrag auf ihrer Webseite (und, Überraschung, auf den Social-Media-Profilen) klar von der AfD ab, lehnt jede Zusammenarbeit ab und benennt ziemlich deutlich, was sie an deren Auftreten und Politik für problematisch hält.

Das wurde Zeit. Bravo.

Trotzdem steckt ausgerechnet in diesem Beitrag wieder das alte Problem. Die CDU erklärt nämlich, man habe lange abgewogen, ob eine Reaktion der AfD nicht unnötig eine Bühne bieten würde. Alte Denke und kaum dazulernt.

Die AfD hat diese Bühne längst.

Sie sitzt im Rat, veröffentlicht ihre Geschichten, Behauptungen und Zuspitzungen und erreicht damit Menschen. Die CDU Schlangen entscheidet nicht darüber, ob diese Bühne existiert. Sie entscheidet nur darüber, ob sie die AfD und deren Poltereien dort alleine stehen lässt.

Und genau das hat sie viel zu oft getan und hält offenbar auch weiter daran fest.

Das ist allerdings kein reines AfD-Problem. Die CDU Schlangen, das hatten wir ja bereits zigfach, kommuniziert kommunalpolitische Inhalte insgesamt kaum. Selbstdarstellung, Termine, Veranstaltungen: ja, gelegentlich. Politische Positionen erklären, Entscheidungen einordnen, Diskussionen führen oder mit Menschen tatsächlich interagieren: selten bis so gut wie gar nicht.

Dazu passt die Haltung der CDU in Schlangen, Kommunalpolitik werde schließlich nicht in Social Media gemacht.

Stimmt. Im Schützenzelt wird sie auch nicht gemacht, am Supermarkt-Wahlstand auch nicht. Trotzdem geht man hin und spricht mit Menschen.

Social Media ist kein Ratssaal. Es ist ein Kommunikationsraum. Und wer ihn nicht nutzt, überlässt ihn anderen.

Das wird besonders dann problematisch, wenn dort Unsinn, Halbwahrheiten oder schlicht falsche Behauptungen verbreitet werden. Widerspruch verschafft der AfD keine Bühne. Schweigen sorgt nur dafür, dass ihr auf der vorhandenen Bühne niemand widerspricht.

Ich begrüße den aktuellen Beitrag ausdrücklich. Er zeigt nämlich auch, dass es geht.

Die CDU kann Haltung zeigen. Sie kann Position beziehen.

Jetzt müsste sie nur noch verstehen, dass moderne politische Kommunikation nicht erst dann beginnt, wenn die AfD einen Anlass liefert.

Sondern bei der eigenen Politik.

Und zwar regelmäßig und zeitgemäß für das 21. Jahrhundert.

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