Angeschaut: Freedom Writers3 Min. Lesezeit (ca.)

Auf der Suche nach Ablenkung, aber auch nach ein bisschen Inspiration aus meinem derzeitigen Loch herauszukommen, bin ich in einer der vergangenen Nächte auf eine Liste von Filmen gestossen. Filme, die etwas mit Zielen, Durchhaltevermögen, Lebensfreude, Selbstbewusstsein und dem Leben an sich zu tun haben und die man gesehen haben sollte. Stand zumindest da und einige von den Filmen kannte ich auch bereits. “12 Years a Slave”, “Das Streben nach Glück”, “Das Beste kommt zum Schluss” oder “Ziemlich beste Freunde” zum Beispiel.

“Das Streben nach Glück” und “Ziemlich Beste Freunde” muss man in der Tat gesehen haben. Keine leichte Abendunterhaltung, die man in geselliger Runde bei 4-5 Bier genießt, sondern Streifen, die Nachdenklich stimmen, Tränendrüsen anschwellen lassen und auch Mut machen. Die Liste die ich gefunden habe bin ich also durchgegangen und habe mit aufgeschrieben, welche ich in nächster Zeit sehen möchte:

  • Freedom Writers
  • 127 Hours
  • Mandela – der lange Weg zur Freiheit
  • Spuren
  • The Walk
  • Der große Trip – Wild
  • Eddie the Eagle

Gestern habe ich mir direkt den ersten geschnappt. Freedom Writers. Bei Amazon prime für 3,99 Euro ausgeliehen und angeschaut. Der Film beruht auf auf wahren Begebenheiten.

Wikipedia zu der Handlung des Films:

“Erin Gruwell wird Mitte der 1990er Jahre an der Wilson Classical High School in Long Beach als Englischlehrerin eingestellt. Sie sagt ihrer Vorgesetzten, sie sei Lehrerin geworden, weil sie nach den Rassenunruhen im Jahr 1992 die Welt verändern wollte.

An der Schule herrscht – genauso wie in der Stadt – Gewalt zwischen den Angehörigen verschiedener ethnischer Gruppen. Gruwell hört von ihren Schülern, deren Hauptziel sei das bloße Überleben.

Eines Tages konfisziert sie eine rassistische Zeichnung, die einen Schüler darstellt, und ist erbost darüber. Sie fragt die Schüler, ob ihnen das Wort Holocaust ein Begriff sei, aber keiner antwortet.

Gruwell empfiehlt die Tagebücher von Anne Frank als Schullektüre; von der Lektüre beeindruckt, wollen die Schüler Miep Gies einladen, die Person, von der Anne Frank versteckt worden war. Sie sammeln Geld, um ihr die Reise finanzieren zu können. Das Niederschreiben der eigenen Erlebnisse wird zur Hausaufgabe. Die Schüler erfahren während eines Ausflugs zum Simon Wiesenthal Center über den Holocaust. Gruwell begleicht einige der notwendigen Ausgaben aus der eigenen Tasche. Sie will den Schülern auf diese Art beibringen, dass Hass und Gewalt zu nichts führen. Von dem Geschriebenen beeindruckt schlägt Gruwell vor, die Bücher als ein Buch zu veröffentlichen unter dem Namen Freedom Writers Diary.

Neben ihrer Arbeit als Lehrerin nimmt Gruwell auch mehrere Nebenjobs an, um den Schülern die Lektüren zu kaufen, da die Fachbereichsleiterin ihr die Unterstützung verweigert – mit der Begründung, sie bekäme die Bücher nur im defekten Zustand oder gar nicht zurück. Durch ihren hohen Arbeitsaufwand vernachlässigt Gruwell auch ihr Privatleben, und nach einiger Zeit verlangt ihr Ehemann Scott Casey die Scheidung. Zum Schluss erkämpft sie sich das Recht, gegen das an der Schule angewendete Rotationsprinzip ihre Klasse auch weiterhin in der Oberstufe unterrichten zu dürfen.

Mein Fazit/meine Meinung zu “Freedom Writers”:

Respekt. Die Geschichte hat mich gepackt. Nicht nur, weil ich wirklich darauf stehe, wenn Menschen sich über Grenzen hinwegsetzen und Grenzen einreissen. Gangrivalität ist ebenso scheisse wie Rassenhass, oder künstlich geschaffene Fussball-Feindbilder in dämlichen Ausmaßen, dass man z.B. nur noch vom Scheiss-Kölner spricht. Krank halt. Die Geschichte hier ist tief. Tiefgründig und die Tatsache, dass sie der Realität entsprungen ist, ist ein wirklicher Gewinn. Die Darstellung der Freedom Writers, die transportierten Emotionen, der sichtbare Wandel … es kommt an und hat auch hier, bei mir, funktioniert.

Großes Kino? Absolut. Einer Kritik im Netz kann ich mir nur anschließen … “ein pädagogisches Märchen”. Allerdings mit realen Wurzeln. Großartig. Ein Film, den man gesehen haben sollte.

Durchgeblättert: Das Schottland Buch1 Min. Lesezeit (ca.)

Immer mal wieder beschäftige ich mich gedanklich mit Schottland. Seit Jahrzehnten und zwischendurch sogar ein bisschen mehr. Bislang ist ein Besuch ein Traum geblieben, ein Traum der zwischendurch sogar mal ein wenig näher rückte, da es nicht allein mein Traum war.

Doch Traum ist Traum, bleibt Traum. Zumindest zum Teil, denn Schottland bleibt Schottland und meine Gedanken kreisen in letzter Zeit verdienter Weise erneut darum… doch dazu irgendwann sicher mehr.

Der Zufall ist manchmal ein komischer Geselle, so kommt es wohl, dass ausgerechnet hier bei uns im kleinen Schlangen ein ausgewiesener Schottland-Experte wohnt und arbeitet. Wilfried Klöpping ist “Der Schottlandberater” und ich mittlerweile ein wirklicher Fan seiner Seite. Ihm habe ich ein Geschenk zu verdanken, dass mich in den letzten Wochen sehr wehmütig und fernsüchtig hat sein lassen. Das Schottland Buch.

Das Schottland Buch ist ein 312-seitiger Bildband mit großformatigen, manchmal sogar doppelseitigen Bildern aus und rund um Schottland. Hier ist gefühlt alles drin. Natur, Kultur, Geschichte. Eingefangen in stimmungsvollen Bildern und dargestellt in einer tollen Qualität, angereichert mit vielen Informationen, kleinen Anekdoten, humorvollen Side-Infos.

Highlands, Glasgow, Edinburgh, Central Lowlands … nahezu der ganze Charme Schottlands in einem Buch. Ich bin begeistert und das gelingt einem bei mir nicht mehr ganz so leicht.

Für mich, als Schottland-Laien, viel, viel mehr als ich von dem Land bislang kannte und definitiv ein “Lustmacher” für mich, den Traum von Schottland noch nicht aufzugeben.

Falls jemand in das Buch reinschauen möchte: Das Schottland Buch hat die ISBN 978-3-95504-214-1, ist 2016 erschienen und für 29,95 im Buchhandel.

Nein, der Beitrag wurde nicht finanziert, ist keine Werbung sondern die echte Begeisterung für dieses Buch.

Rezension: Am Arsch vorbei geht auch ein Weg2 Min. Lesezeit (ca.)

“Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich Dein Leben verbessert, wenn Du Dich endlich locker machst” … tja, kann man brauchen, oder?

Gesehen habe ich das Buch irgendwann schon einmal. Ich glaube, es war Ende letzten Jahres als ich in einer Buchhandlung stand und nach einem Geschenk suchte. Gekauft habe ich es da nicht. Nicht als Geschenk und nicht für mich. Ja, auch damals hätte mir das Buch vielleicht schon ein wenig helfen können, aber da hatte für ein paar Menschen echt noch gehofft, mir nicht am Arsch vorbei gehen zu müssen.

Hat sich anders gezeigt und in dieser “Not” greife ich seit einiger Zeit nach vielen Strohhalmen um endlich Linderung zu bekommen. Das Buch “Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich Dein Leben verbessert, wenn Du Dich endlich locker machst” von Alexandra Reinwarth gesellte sich also nun doch zu mir. Die Taschenbuch-Ausgabe per Amazon Prime übrigens. Der Preis liegt bei 16,99 Euro und dank den 192 Seiten auch fix zwischendurch zu lesen.

Derzeit steht das Buch auf diversen Beststeller-Listen und zeigt damit deutlich, dass es viele Menschen gibt, die genervt, verarscht, enttäuscht oder einfach nur verletzt worden sind und etwas dagegen unternehmen wollen. Bücher dieser Art trenden offenbar deutlich und die Menschen kaufen diese. Aber, ob das reicht? Ein Buch?

Vorweg: Nein, natürlich nicht. Dafür ist es das falsche Buch.

Das Buch ist gut und sehr leicht lesbar geschrieben. Voller Anekdoten wie die Autorin sich Menschen und Situationen entledigt hat und sich heute einfach nicht mehr so viel zu Herzen nimmt. Unterhaltend und durchaus lustig nimmt sie sich und ihr Umfeld dabei aufs Korn.

Aber: Der Titel ist falsch 🙂 Der Titel “Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich mein Leben verbesserte, als ich mich endlich locker machte” wäre aus meiner Sicht passender gewesen. Auf den ersten Blick (vor dem Kauf) hatte ich das nicht so verstanden, dass es nur aus ihrer Sicht und ihrem Leben kleine Geschichten zeigt. Das ist vollkommen ok, aber der Titel versprach MIR etwas anderes. Letztlich egal, denn das Buch ist ok und hat 4 von 5 Sternen sicher verdient.