Rezension: Ein Arschloch kommt selten allein3 Min. Lesezeit (ca.)

Nein, das ist kein Buch von mir, aber auch über mich. Und Euch. Alle halt.

Claudia Hochbrunn, die Autorin des Buches, ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und liefert mit “Ein Arschloch kommt selten allein” eine Art Charakterstudie über Arschlöcher. Die neun beschriebenen Typen nimmt sie daher auseinander und skizziert die typischen Wesenszüge. Irgendwie habe ich das Gefühl, wir finden uns da sicher alle irgendwie wieder – auf jeden Fall finden wir Menschen aus unserer Umgebung wieder. Und wie. Heissa. Hinter diverse Beschreibungen könnte ich sofort Namen schreiben. In Druckbuchstaben. Fett.

Natürlich gibt es in den Beschreibungen der Riesenarschlöcher, der unberechenbaren Gefühlschaoten, dem feigen Arschloch, den Diven unter den Arschlöchern und all den anderen auch jene, die gar nicht aus Absicht so sind, es gar nicht böse meinen und letztlich nur un- und unterbewusst Arschlöcher sind. Passend ist das und beim lesen wird Dir auch schnell bewusst, dass Du auch darunter fällst. Also für andere. Wahrscheinlich. Die Frage ist also nicht unbedingt “Bin ich ein Arschloch?” – sondern eher welcher Art, für wen und muss ich mir die Frage überhaupt stellen?

Die Beschreibungen von Claudia Hochbrunn sind aus ihrer fachlichen Sicht und führen oftmals (gefühlt immer) auf das Verhalten in der Kindheit zurück, spiegelt das immer wiederkehrende Verhalten des Menschen wieder.

So war es oftmals für die arschlöcher in der Kindheit notwendig und richtig, sich in einer Situation auf bestimmte Art zu verhalten. Heute als Erwachsener hat man jedoch deutlich mehr Möglichkeiten als damals und daher sollte man sich heute zunächst darüber bewusst werden, dass man – gerade in Krisensituationen – immer wieder auf das Verhalten aus der Kindheit zurückgreift das damals funktioniert hat.

Quite simple: Warum ist jemand ein Arschloch? Warum zieht jemand immer wieder die gleiche Masche ab?

Genau: Hat ja damals auch funktioniert. Ignoranz und Trotz hat geholfen? Na, da es in ähnlicher Situation schon mal funktioniert hat, dann mache ich es doch gleich noch mal.

Komisch … irgendwie kenn ich das. Du auch?

“Ein Arschloch kommt selten allein” ist aber nicht nur Charakterbeschreibung – die Autorin schreibt auch darüber, welche Arschlöcher gut miteinander harmonieren können und warum man bestimmte besser meiden sollte.

Mein Fazit zum Buch:

Das Buch ist witzig, böse und wahr. Die Beschreibungen passen, sind gut lesbar und mit ´nem Augenzwinkern immer mal transportierbar. Wenn man sich in dem Buch selbst entdeckt hat, blättert man schon mal ein paar Seiten weiter und schaut, ob die Beschreibungen mit wem man harmoniert und warum es mit anderen nicht funktioniert, ebenfalls passen. Bei mir passte es 🙂 Wie die Faust aufs Auge.

Welcher Typ Arschloch ich bin? Tja, das liegt im Auge des Betrachters. Für den ein oder anderen Leser, je nach Kenntnis und leider auch je nach eigener Betrachtung unterschiedlich. Wie bei mir. Bei manchen kann ich das genau sagen, für andere habe ich eine Tabelle mit mehreren Kreuzen im Kopf.

Ich würde das Buch auf jeden Fall nochmal kaufen …

Wer es von Euch tun will: ISBN 978-3-499-63212-9 – erschienen in der Taschenbuchreihe rororo des rowohlt Verlags , 235 Seiten und in Deutschland für 9,99 Euro im Buchhandel.

Info:
Nein, der Beitrag wurde nicht finanziert, ist keine Werbung sondern meine Meinung über dieses Buch. Ich habe das Buch selbst gekauft, es ist kein Rezensionsexemplar.

Gewinne mein Exemplar des Buches:

Ich hab es gelesen und so viele Bücher hebe ich mir nicht für die alle Zeiten auf. Also, wenn Du es haben willst, hier ist die kostenlose Chance darauf. Schreib mir bis zum 18.06.2017 einfach eine E-Mail an thorstenising@googlemail.com mit dem Betreff “Ich will das Buch gewinnen”,  schreib Deine Adresse dabei, damit ich es Dir ggf. zuschicken kann. Die Adressen lösche ich nach der Versendung/Auslosung natürlich wieder.

Wenn sich mehr als einer melden sollte, lose ich das per Zufallsgenerator (random.org) aus. Der Rechtsweg ist selbstverständlich ausgeschlossen.

Angeschaut: Freedom Writers3 Min. Lesezeit (ca.)

Auf der Suche nach Ablenkung, aber auch nach ein bisschen Inspiration aus meinem derzeitigen Loch herauszukommen, bin ich in einer der vergangenen Nächte auf eine Liste von Filmen gestossen. Filme, die etwas mit Zielen, Durchhaltevermögen, Lebensfreude, Selbstbewusstsein und dem Leben an sich zu tun haben und die man gesehen haben sollte. Stand zumindest da und einige von den Filmen kannte ich auch bereits. “12 Years a Slave”, “Das Streben nach Glück”, “Das Beste kommt zum Schluss” oder “Ziemlich beste Freunde” zum Beispiel.

“Das Streben nach Glück” und “Ziemlich Beste Freunde” muss man in der Tat gesehen haben. Keine leichte Abendunterhaltung, die man in geselliger Runde bei 4-5 Bier genießt, sondern Streifen, die Nachdenklich stimmen, Tränendrüsen anschwellen lassen und auch Mut machen. Die Liste die ich gefunden habe bin ich also durchgegangen und habe mit aufgeschrieben, welche ich in nächster Zeit sehen möchte:

  • Freedom Writers
  • 127 Hours
  • Mandela – der lange Weg zur Freiheit
  • Spuren
  • The Walk
  • Der große Trip – Wild
  • Eddie the Eagle

Gestern habe ich mir direkt den ersten geschnappt. Freedom Writers. Bei Amazon prime für 3,99 Euro ausgeliehen und angeschaut. Der Film beruht auf auf wahren Begebenheiten.

Wikipedia zu der Handlung des Films:

“Erin Gruwell wird Mitte der 1990er Jahre an der Wilson Classical High School in Long Beach als Englischlehrerin eingestellt. Sie sagt ihrer Vorgesetzten, sie sei Lehrerin geworden, weil sie nach den Rassenunruhen im Jahr 1992 die Welt verändern wollte.

An der Schule herrscht – genauso wie in der Stadt – Gewalt zwischen den Angehörigen verschiedener ethnischer Gruppen. Gruwell hört von ihren Schülern, deren Hauptziel sei das bloße Überleben.

Eines Tages konfisziert sie eine rassistische Zeichnung, die einen Schüler darstellt, und ist erbost darüber. Sie fragt die Schüler, ob ihnen das Wort Holocaust ein Begriff sei, aber keiner antwortet.

Gruwell empfiehlt die Tagebücher von Anne Frank als Schullektüre; von der Lektüre beeindruckt, wollen die Schüler Miep Gies einladen, die Person, von der Anne Frank versteckt worden war. Sie sammeln Geld, um ihr die Reise finanzieren zu können. Das Niederschreiben der eigenen Erlebnisse wird zur Hausaufgabe. Die Schüler erfahren während eines Ausflugs zum Simon Wiesenthal Center über den Holocaust. Gruwell begleicht einige der notwendigen Ausgaben aus der eigenen Tasche. Sie will den Schülern auf diese Art beibringen, dass Hass und Gewalt zu nichts führen. Von dem Geschriebenen beeindruckt schlägt Gruwell vor, die Bücher als ein Buch zu veröffentlichen unter dem Namen Freedom Writers Diary.

Neben ihrer Arbeit als Lehrerin nimmt Gruwell auch mehrere Nebenjobs an, um den Schülern die Lektüren zu kaufen, da die Fachbereichsleiterin ihr die Unterstützung verweigert – mit der Begründung, sie bekäme die Bücher nur im defekten Zustand oder gar nicht zurück. Durch ihren hohen Arbeitsaufwand vernachlässigt Gruwell auch ihr Privatleben, und nach einiger Zeit verlangt ihr Ehemann Scott Casey die Scheidung. Zum Schluss erkämpft sie sich das Recht, gegen das an der Schule angewendete Rotationsprinzip ihre Klasse auch weiterhin in der Oberstufe unterrichten zu dürfen.

Mein Fazit/meine Meinung zu “Freedom Writers”:

Respekt. Die Geschichte hat mich gepackt. Nicht nur, weil ich wirklich darauf stehe, wenn Menschen sich über Grenzen hinwegsetzen und Grenzen einreissen. Gangrivalität ist ebenso scheisse wie Rassenhass, oder künstlich geschaffene Fussball-Feindbilder in dämlichen Ausmaßen, dass man z.B. nur noch vom Scheiss-Kölner spricht. Krank halt. Die Geschichte hier ist tief. Tiefgründig und die Tatsache, dass sie der Realität entsprungen ist, ist ein wirklicher Gewinn. Die Darstellung der Freedom Writers, die transportierten Emotionen, der sichtbare Wandel … es kommt an und hat auch hier, bei mir, funktioniert.

Großes Kino? Absolut. Einer Kritik im Netz kann ich mir nur anschließen … “ein pädagogisches Märchen”. Allerdings mit realen Wurzeln. Großartig. Ein Film, den man gesehen haben sollte.

Durchgeblättert: Das Schottland Buch1 Min. Lesezeit (ca.)

Immer mal wieder beschäftige ich mich gedanklich mit Schottland. Seit Jahrzehnten und zwischendurch sogar ein bisschen mehr. Bislang ist ein Besuch ein Traum geblieben, ein Traum der zwischendurch sogar mal ein wenig näher rückte, da es nicht allein mein Traum war.

Doch Traum ist Traum, bleibt Traum. Zumindest zum Teil, denn Schottland bleibt Schottland und meine Gedanken kreisen in letzter Zeit verdienter Weise erneut darum… doch dazu irgendwann sicher mehr.

Der Zufall ist manchmal ein komischer Geselle, so kommt es wohl, dass ausgerechnet hier bei uns im kleinen Schlangen ein ausgewiesener Schottland-Experte wohnt und arbeitet. Wilfried Klöpping ist “Der Schottlandberater” und ich mittlerweile ein wirklicher Fan seiner Seite. Ihm habe ich ein Geschenk zu verdanken, dass mich in den letzten Wochen sehr wehmütig und fernsüchtig hat sein lassen. Das Schottland Buch.

Das Schottland Buch ist ein 312-seitiger Bildband mit großformatigen, manchmal sogar doppelseitigen Bildern aus und rund um Schottland. Hier ist gefühlt alles drin. Natur, Kultur, Geschichte. Eingefangen in stimmungsvollen Bildern und dargestellt in einer tollen Qualität, angereichert mit vielen Informationen, kleinen Anekdoten, humorvollen Side-Infos.

Highlands, Glasgow, Edinburgh, Central Lowlands … nahezu der ganze Charme Schottlands in einem Buch. Ich bin begeistert und das gelingt einem bei mir nicht mehr ganz so leicht.

Für mich, als Schottland-Laien, viel, viel mehr als ich von dem Land bislang kannte und definitiv ein “Lustmacher” für mich, den Traum von Schottland noch nicht aufzugeben.

Falls jemand in das Buch reinschauen möchte: Das Schottland Buch hat die ISBN 978-3-95504-214-1, ist 2016 erschienen und für 29,95 im Buchhandel.

Nein, der Beitrag wurde nicht finanziert, ist keine Werbung sondern die echte Begeisterung für dieses Buch.

Rezension: Am Arsch vorbei geht auch ein Weg2 Min. Lesezeit (ca.)

“Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich Dein Leben verbessert, wenn Du Dich endlich locker machst” … tja, kann man brauchen, oder?

Gesehen habe ich das Buch irgendwann schon einmal. Ich glaube, es war Ende letzten Jahres als ich in einer Buchhandlung stand und nach einem Geschenk suchte. Gekauft habe ich es da nicht. Nicht als Geschenk und nicht für mich. Ja, auch damals hätte mir das Buch vielleicht schon ein wenig helfen können, aber da hatte für ein paar Menschen echt noch gehofft, mir nicht am Arsch vorbei gehen zu müssen.

Hat sich anders gezeigt und in dieser “Not” greife ich seit einiger Zeit nach vielen Strohhalmen um endlich Linderung zu bekommen. Das Buch “Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich Dein Leben verbessert, wenn Du Dich endlich locker machst” von Alexandra Reinwarth gesellte sich also nun doch zu mir. Die Taschenbuch-Ausgabe per Amazon Prime übrigens. Der Preis liegt bei 16,99 Euro und dank den 192 Seiten auch fix zwischendurch zu lesen.

Derzeit steht das Buch auf diversen Beststeller-Listen und zeigt damit deutlich, dass es viele Menschen gibt, die genervt, verarscht, enttäuscht oder einfach nur verletzt worden sind und etwas dagegen unternehmen wollen. Bücher dieser Art trenden offenbar deutlich und die Menschen kaufen diese. Aber, ob das reicht? Ein Buch?

Vorweg: Nein, natürlich nicht. Dafür ist es das falsche Buch.

Das Buch ist gut und sehr leicht lesbar geschrieben. Voller Anekdoten wie die Autorin sich Menschen und Situationen entledigt hat und sich heute einfach nicht mehr so viel zu Herzen nimmt. Unterhaltend und durchaus lustig nimmt sie sich und ihr Umfeld dabei aufs Korn.

Aber: Der Titel ist falsch 🙂 Der Titel “Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich mein Leben verbesserte, als ich mich endlich locker machte” wäre aus meiner Sicht passender gewesen. Auf den ersten Blick (vor dem Kauf) hatte ich das nicht so verstanden, dass es nur aus ihrer Sicht und ihrem Leben kleine Geschichten zeigt. Das ist vollkommen ok, aber der Titel versprach MIR etwas anderes. Letztlich egal, denn das Buch ist ok und hat 4 von 5 Sternen sicher verdient.