Drauflos geplaudert #14 – Zwei Wochen Kontaktsperre und Ausgangsbeschränkungen in NRW

Seit zwei Wochen gilt in NRW das Kontaktverbot und die Einschränkungen zur Eindämmung und Verbreitung der Corona-Krise sind allgegenwärtig. Schränkt mich das ein? Klar – keine Frage, aber für mich persönlich ist es nicht schlimm. Die wichtigsten Sachen können wir erledigen und so fahren wir dann einkaufen, wenn wir müssen, bleiben ansonsten zu Hause. Selbst meine Arbeit habe ich so weit es geht zurück gefahren und sitze im Homeoffice, oft in meinem Büro im Keller, mal auf der sonnigen Terrasse, mal im Wohnzimmer auf der Couch. Geht alles. Bei mir zumindest, auch wenn ein Großteil meiner Arbeit nach der Corona-Zeit nicht mehr so sein wird, wie vorher.

In den vergangenen Wochen hatten wir diverse Konferenzen. Eigentlich sollten diese in Frankfurt, Hamburg und Berlin stattfinden, aber die Veranstalter haben die ganzen Events mit viel Arbeit, guten Ideen und mit der Ausnutzung unserer modernen Arbeitsmöglichkeiten zu Online-Konferenzen umgebaut. In einem Teil der Konferenzen habe ich moderiert, meinen Beitrag als Online-Workshop beigetragen oder einen Vortrag gehalten. Digitale-Events, live gestreamt, zusätzlich aufgezeichnet und mit vielen Vorträgen, Referenten und Workshopleitern Mehrwerte für die Zuschauer geschaffen. Das war sehr spannend, lehrreich und zugleich: völlig normal für diese Zeit. 

Parallel zu solchen Projekten sind andere entstanden. So haben Björn Negelmann – Konferenzleiter diverser von mir begleiteten Konferenzen – und ich eine kleine Talkrunde gestartet. Den #d2mtalk (www.d2m-summit.de). Zu der Gesprächsrunde laden wir uns immer einen Gast ein und sprechen Dienstags Live im Video auf Facebook, Youtube und der Webseite. Zwei Episoden haben wir bereits und am kommenden Dienstag ist die nächste Runde am Start.

Aus dieser Zeit, dieser Krise, da bin ich mir sicher, werden viele Unternehmen, Organisationen und Co. mit vielen neuen Erkenntnissen in Bezug auf das digitale Arbeiten hinausgehen. So werden viele feststellen, dass die bisherige Reise zu diversen Veranstaltungen nicht nötig sind, HomeOffice auch in bisher eher konservativen Umnehmen und Branchen nicht weh tut und man sehr viel flexibler arbeiten kann, als man bislang für möglich gehalten hat.

Aber nicht nur Firmen oder Mitarbeiter haben gerade die Herausforderungen und die Möglichkeit, sich hier völlig neu aufzustellen. Auch Schulen und Vereine sind in der Situation, aber auch Menschen wie Du und ich. 

Gerade bei Schulen sehe ich gerade wieder viele Unterschiede und leider auch, dass sehr sehr viele hier die Digitalisierung schlicht und ergreifend verschlafen haben. Vielfach werden einfach nur Woche für Woche irgendwelche Arbeitspläne online gestellt, andere machen klasse Videos, individuelle Aufgaben, Audioformate, Webinare oder Live-Konferenzen. Dabei mussten sie alle lernen, keine Frage … oder jemanden fragen, der sich damit auskennt. Fakt ist: Nachholbedarf ist da und in vielen Bereichen hat man die Digitalisierung hier definitiv verschlafen oder die Möglichkeiten schlichtweg ignoriert. 

Was wir ebenfalls überdeutlich sehen können ist die Hilfsbereitschaft. In allen Bereichen schießen Hilfsangebote aus dem Nichts ins Internet. Oftmals einfache Listen, welche Geschäfte liefern, Verzeichnisse mit Firmen, die auch während der Krise für die Gemeinschaft da sind und Abhol- und Bringservices anbieten. Daneben gibt es viele Angebote, die Spenden sammeln um den derzeit geschlossenen Geschäften, Restaurants, Bars und Co. eine Überbrückungsmöglichkeit zu geben. 

Beispiele bei uns hier in der Ecke sind z.B. www.schlangenhilft.de oder www.wirvscorona.de. Coole Sachen und gute Initiativen. Ich würde mir wünschen, dass hier ein wenig genauer geschaut wird, ob es tatsächlich ein gescheiter Service für diese Zeit ist, oder ob man sich nur aus Werbegründen listen lässt, hier eher Wahlkampf betrieben wird oder tatsächlich ein wirklicher Mehrwert für die Gemeinschaft in dieser Zeit im Vordergrund steht. Bei diversen Angeboten sehe ich das leider nicht. 

Wir leisten auch weiterhin unseren Beitrag zu diversen Dingen. So unterstütze ich diverse Angebote für lokale Cafés und Restaurants, kaufe bei lokalen Händlern, verschiebe unwichtigere Käufe auf irgendwann, habe Jahreskarten für derzeit geschlossene Tierparks in der Region gekauft um auch diese in der schwierigen Zeit zu unterstützen und diverse andere Dinge mehr. Eben das, was geht und was man derzeit so machen kann. 

Passen wir also weiter auf uns auf … auch damit wir alle in der Zukunft wieder reisen können. Ich glaube das und die fehlende Aussicht darauf fehlt mir gerade am Meisten.

Stay healthy, stay home. 

Bis bald
Thorsten

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Thorsten

Thorsten. Geboren 1972. Alleinerziehender Vater von zwei Töchtern und hier privat unterwegs. Ich brauche einen Platz für meine Gedanken, meine Beobachtungen, meine Anmerkungen. Dieser ist hier.

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