Hakt die Datenpflege, Kreis Lippe?6 Min. Lesezeit (ca.)

Die Corona-Warn-App ist ein gutes, in der Sache unterstützendes, Tool zur Eindämmung der weiterhin aktuellen Pandemie. Dafür muss sie a.) nur funktionieren und b.) mit den Daten gefüttert werden, die sie für ihre Funktion braucht.

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Dies ist nur ein Beitrag einer Beitragsreihe

Eine dieser Funktionen, sogar die Kern-Funktion, ist die Anzeige eines Test-Ergebnisses und der die mögliche Teilung dieses Ergebnisses zur eventuellen Warnung weiterer Kontakte. Dazu kann mit der App ein QR-Code gescannt werden, welcher bei einem offiziellen PCR-Test an die getesteten ausgehändigt wird. Die App zeigt, wenn das Ergebnis vorliegt und eingepflegt wurde, das entsprechende Ergebnis an und gibt die weitere Möglichkeit (auf Basis der Datenschutzbestimmungen etc. – genaue Erläuterung der Funktion hier beim Robert-Koch-Institut) Menschen im Umfeld und mit entsprechender Begegnung zu warnen.

Eine gute Sache, eine richtig gute Sache und, wie erwähnt, Kern-Funktion der App. ABER: dafür müssen auch die Daten gepflegt werden und ob das im Kreis Lippe wirklich durchgängig passiert habe ich mich in den letzten Tagen fragen müssen… und diese Frage auf Facebook und Twitter auch dem Kreis Lippe gestellt.

Allerdings duckt sich der Kreis Lippe hier offenbar weg und bleibt eine Antwort bislang schuldig (Stand: Donnerstag, 22.04.2021). Ob dieses Ausbleiben der Antwort System hat (bloss keine Antworten oder Redaktionen auf kritische Themen?) oder man sich der modernen Kommunikation verweigert und nur einmal in der Woche widmet (sorry für den Sarkasmus), kann ich abschließend noch nicht beurteilen, halte aber gern auf dem Laufenden.

Mein Fall mit der Corona-Warn-App und dem Kreis Lippe

Anlassbezogen (Positiver Fall, bekannt ab Dienstag 13.04.2021) habe ich mich am Mittwoch 14.04.2021 bei meinem Hausarzt mit einem PCR-Test zur Vorsicht testen lassen. Da uns der Fall ab Dienstag bekannt war, haben wir uns bereits im Vorfeld in eigenständiger Verantwortung in Isolation begeben. Da wir, Ausnahmen betreffen nur Arbeit und Einkauf, eh nichts unternehmen und tatsächlich an alle Regeln (und in bekannter Verantwortung für andere auch deutlich über diese Regeln hinaus) halten, kein großer Einschnitt für uns.

Bei meinem PCR-Test beim Hausarzt wurde mir auch das Standardschreiben ausgehändigt – darauf ein QR-Code. Diesen kann man mit der Corona-Warn-App scannen und wird dann in der App mit dem Ergebnis des Tests versorgt. Der Test ging ins Labor und am Donnerstag Vormittag lag das Ergebnis in der App vor: NEGATIV. Die App funktioniert, die Test-Daten wurden eingetragen und ich wurde informiert. Funktion: 100%.

Ein weiterer Test und ein Problem

Da wir als direkte Kontaktpersonen des positiven Falls angegeben wurden, wurden wir am Donnerstag (15.04.2021) auch von dem zuständigen Gesundheitsamt des Kreises Lippe angerufen und zu den nächsten Schritten instruiert. Über den Verlauf unserer, nun behördlich angeordneten, Quarantäne informiert und mit Terminen für einen Erst- und einen Endabstrich im Testzelt des Gesundheitsamtes des Kreises Lippe in Lemgo versorgt. Diese Termine für den gesamten Hausstand am folgenden Tag (Freitag, 16.04.2021) nahmen wir selbstverständlich wahr, bekamen auch hier das Standardschreiben mit dem QR-Code zum Abruf des Ergebnisses. Was alle im Hausstand dann auch umgehend bereits in der Corona-Warn-App hinterlegten um – ggf. am Samstag – schnelle Gewissheit zum Ergebnis zu haben.

Bis hierher lief das Meiste innerhalb dieses Prozesses prima, in großen Teilen nachvollziehbar und aus meiner Sicht noch relativ „smooth“.

Was ich hier bereits unverständlich fand, war a.) ein – mehrfach korrigierter – Fehler eines unserer Geburtsdaten und die Ignoranz der Korrektur und b.) die mehrfache Erwähnung der Ausweisung mit Personalausweis, aber vor Ort nicht erfolgter Kontrolle. Theoretisch hätte jeder mit Wissen meinen Platz vor Ort einnehmen können. Uncool.

Die Ergebnisse des Tests – nur nicht in der App

Die Ergebnisse lagen am Samstag (17.04.2021) dann in der App noch nicht vor. Nach vielem hin und her haben wir auch der Webseite des Labors die Ergebnisse einsehen können – alle negativ. So weit, so gut, aber eben nicht Sinn der Sache.

In der App tat sich dagegen auch weiterhin nichts. Am Wochenende nicht, am Montag (19.04.2021) nicht.

Am Dienstag (20.04.2021) wurde uns das (natürlich gleiche) Ergebnis zusätzlich per Post vom Labor aus gesendet… und weiterhin: kein Ergebnis in der App… und bis heute, Donnerstag (22.04.2021) noch immer nicht.

Die Corona-Warn-App an sich funktioniert – das sehe ich täglich in den unterschiedlichsten Darstellungen aus meinem Netzwerk – demnach drängt sich die Frage auf, warum für uns kein Ergebnis in der App zu sehen ist.
Eine plausible Möglichkeit: die Daten liegen nicht vor – was nicht da ist, kann nicht angezeigt werden. Die vorstellbare Lücke im System: die Daten werden nicht ordentlich gepflegt… und diese Frage habe ich auch dem Kreis Lippe in den Netzwerken Facebook und Twitter inkl. Markierung in den Beiträgen gestellt. Bislang: Ohne Antwort.

Organisatorische Mängel?

Organisatorische Mängel bzw. Fragen, die man mit dem Kreis Lippe diskutieren sollte und ich gerne würde:

  • Das Gesundheitsamt fragt am Telefon Daten der zu testenden Personen ab. Geburtsdaten, Arbeitgeber etc. und stellt sie dem Testzentrum zur Verfügung. Bei uns wurde ein Geburtsdatum falsch übernommen und vor Ort korrigiert – auf dem Testergebnis stand wieder das falsche Geburtsdatum. Organisationsfehler?
  • Das Gesundheitsamt erbittet ausdrücklich während des Telefonats die Ausweisung der Personalie beim Testzentrum durch offizielle Ausweispapiere der zu testenden Personen. Kontrolliert wurden diese Papiere trotz proaktivem Angebot der Ausweiskontrolle nicht. Organisationsfehler?
  • Warum liegen die Daten des Testergebnisses nicht in der offiziellen Corona-Warn-App des Bundes vor? Ist diese App nicht die unterstützte Form zur schnellen Verbreitung der Information zur Eindämmung von Kontakten und zur eventuellen Warnung etwaiger Begegnungen? Organisationsfehler? Lücke in der Datenverarbeitung? In der Datenweitergabe? In der Datenpflege?

Spooky. Dabei möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich es durchaus für normal halte, wenn organisatorisch das ein oder andere hakt.

Fragen sind von öffentlicher Hand zu beantworten, Kritik zumindest anzunehmen und angesprochene Organisationsprobleme zu hinterfragen und letztlich zu lösen. Der Umgang mit Kritik ist allerdings auch hier nicht zum ersten Mal auffällig ignorierend.

Hier sehe ich echte Probleme beim Kreis und die lösen bei mir, ostwestfälisch ausgedrückt – echten Brechreiz aus. Fernab davon, dass die Probleme aus meiner Sicht schnell zu lösen und abstellbar sind.

Veröffentlicht von

Thorsten Ising

Thorsten. Geboren 1972. Alleinerziehender Vater von zwei Töchtern und hier privat unterwegs. Ich brauche einen Platz für meine Gedanken, meine Beobachtungen, meine Anmerkungen. Dieser ist hier.

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