Tag 9 / Schottland 2018 – Römische Mauern, Robin Hood und das Black Dinner5 Min. Lesezeit (ca.)

Während des kurzen Spaziergangs zu der Statue von William Wallace gestern, habe ich mich ein wenig mit dem Fahrer, Mike, unterhalten. Er, ein großer Freund Deutschlands und offenbar ständig zu Besuch, fragte, ob mir der Name „Theodor Fontane“ etwas sagen würde … während ich nur „Klar, berühmter Deutscher Schriftsteller … hasste ihn in der Schule, glaube ich… „ entgegnete, flog in meinem Kopf „Effie Briest, oder?“ ungehört und unausgesprochen am Dialog vorbei.

„Theodor Fontane hat einen guten Reisebericht über Schottland geschrieben. Solltest Du lesen, wird Dir gefallen“, sagte Mike. „Hat mir ein Literaturprofessor aus Deutschland mal geschickt. Bald 160 Jahre alt, aber sehr gut“. Ok, ich folge Empfehlungen häufig und habe es bestellt … Rezension folgt.

Heute stand noch eine Tagesfahrt mit Rabbie’s an. Der Name ist übrigens (da der Gründer ein bekennender Fan ist) abgeleitet von dem schottischen Schriftsteller Robert „Rabbie“ Burns. Die Tour heute führt uns zum Hadrianswall … und der ist … in England. Genau. Durch die Scottish Borders und einen Teil der gestrigen Strecke entlang fahren wir erneut durch wirklich schöne Landschaften. Heute mit einer ordentlichen Portion Schnee begleitet … der Regen heute Nacht in Edinburgh hat sich hier in weiß niedergeschlagen. Dennoch: Der Tag ist mit prima Wetter ausgestattet und die Laune ist auch ok. Passt.

Erster Halt: Jedburgh Abbey

Der erste Halt ist in der historischen Grenzstadt Jedburgh. Für einen Kaffee und eine Portion schottischen Shortbreads reicht es und auch für einen kurzen Blick auf die Ruinen des alten Augustinerklosters. Da wir hier nur einen kurzen Aufenthalt haben, lohnt sich die Besichtigung leider nicht, aber es gibt ja sicher noch andere Tage.

Grenze Schottland / England

Wir überqueren dann die Grenze zu England und legen auch hier einen kurzen Stopp ein. Von hier aus hat man einen wirklich tollen Blick nach Schottland hinein und auch nach England und bei dem Wetter heute erst recht.

Durch den Northumberland National Park geht es weiter zum Hadrianswall. Immer wieder kann man Abschnitte des Walls sehen und viele Wanderer gehen auf oder neben ihm entlang. Der Hadrianswall, bzw. das, was von ihm übrig ist, ist keine große Mauer wie die Chinesische Mauer. Einen guten Meter breit und in etwa ebenso hoch sind die Reste der originalen Mauer, die wir sehen und sehen werden. Ursprünglich wird der Hadrianswall weniger zur Verteidigung das Land durchzogen haben, eher zur Kontrolle des Handels und der “Ein- und Auswanderung”. Alle Infos für die, die Interesse haben, gibt es bei wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Hadrianswall

Vindolanda – römisches Museum und Militärlager

Der Haupstopp den wir heute einlegen (über die Mittagszeit) ist in Vindolanda. Vindolanda ist ein ehemaliges und zum Teil wieder archäologisch ausgegrabenes, römisches Militärlager im Hinterland des Hadrianswall. Die Grundmauern des Lagers sind zu einem erstaunlichen Teil bereits ausgegraben und erschlossen, die Arbeiten daran gehen stetig weiter. Der Aufenthalt ist wirklich interessant, da nicht nur die alten Steine zu besichtigen sind und man quasi kreuz und quer durch das alte Lager schreiten kann. Zusätzlich zu dem, hat man ein wirklich sehenswertes Museum an die Seite des Lagers gestellt, dass das Leben in dem Lager dokumentiert und ein Stück des Walls und deren Wachtürmen rekonstruiert. Wirklich einen Besuch wert, falls mal jemand von Euch in der Nähe ist.

Nach dem Mittagessen setzen wir die Fahrt entlang des Walls fort und Andy, der Reiseleiter heute, zeigt bei diversen Gelegenheiten weitere Teile des Walls. Zurück geht es am frühen Nachmittag durch die Galloway Hills, mit einem letzten Zwischenstopp im viktorianischen Kurort Moffat, über das Gebiet der Southern Uplands und der Scottish Borders zurück nach Edinburgh.

Robin Hood

Ein markanter Baum in mitten einer Mauer und der Andy zeigt drauf. „Kennt Ihr den?“… „Robin Hood, König der Diebe mit Kevin Costner gesehen?“ … Dort wurde die Szene gedreht, an dem der Junge auf den Baum steigt um sich den Häschern des Sir Guy von Gisborne zu entziehen. Spannend. Habe den Film einige Male gesehen und ja, die Szene kenne ich. Jetzt, wo Andy es sagt. Schöner Baum. Richtig nah kommen wir heute nicht ran, aber der Blick reichte eigentlich auch 🙂

Das Black Dinner

Unterwegs kommen wir in den kleinen Orten an vielen Pubs, Inns und Hotels vorbei … einige davon tragen den Namen Black Bull und auf Nachfrage, warum der Name so populär ist, erzählt Andy zwei kleine Geschichten. Zum einen, die, das die Highland Cattles, die Kühe mit dem zotteligen Fell, ursprünglich schwarz waren und nicht rötlich braun. Die andere Geschichte, ist die Geschichte vom Black Dinner.

Die blutigen Ereignisse des Black Dinner fanden 1440 auf dem Gelände des Edinburgh Castle statt. Zwei junge Erben des mächtigen Douglas-Clans wurden eingeladen, mit dem König zu speisen. Als die Feierlichkeiten sich beruhigten, wurde ein schwarzer Stierkopf – damals das Symbol des Todes – auf einer Silberplatte präsentiert. Quasi als Zeichen dessen, was noch kommen sollte. Das nächste, was die Douglas-Erben zu spüren bekamen, war das Schwert im Nacken.

„Game of Thrones“ Fans unter Euch? Erinnert ein bisschen an die rote Hochzeit, oder?

Tag 9 geht dem Ende zu und Ihr steht sicher am Osterfeuer… Slàinte mhath

Impressionen von heute:

Die Artikelreihe zu meiner Schottland-Tour 1/2018:

Veröffentlicht von

Thorsten

Thorsten. Geboren 1972. Alleinerziehender Vater von zwei Töchtern und hier privat unterwegs. Ich brauche einen Platz für meine Gedanken, meine Beobachtungen, meine Anmerkungen. Dieser ist hier.

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