Tag 5 in Schottland – Ein Hauch von Rom, Far Flung Collective und endlich Whisky5 Min. Lesezeit (ca.)

Der Tag von Gestern wirkt nach. Ich habe (wieder mal) nicht viel geschlafen und die Gedanken ziehen Kreise. Da wir heute nicht viel Programm haben, starten wir nach dem Frühstück erst um 09.15 Uhr. Nicht viel Programm scheint auf den ersten Blick auch gut, denn: Heute regnet es wirklich … bzw. wir haben viel “liquid sunshine”… Nicht schlimm. Ich habe übrigens einen leichten Sonnenbrand. Habe ich gestern auf Iona gar nicht so bemerkt.

Wir starten… und da wir noch in Oban sind, fahren wir zuerst zu dem schwarzen Gebäude, welches Ihr auf manchen Fotos schon sehen konntet und das ein wenig an das Kolosseum in Rom erinnert.

Das Gebäude ist McCraig´s Tower. Im Inneren befindet sich heute eine Parkanlage, weder das eigentlich geplante “Kolosseum” noch der Turm, der darin enstehen sollte, wurden jemals fertig gestellt. Was allerdings ziemlich perfekt ist, ist der Blick den man von hier hat und imposant ist das Gebäude ebenfalls. Mehr Infos bekommt man hier.

Eine der Insel die man von hier aus sehen kann (neben Mull) ist “Kerrera” – hier starb der schottische König Alexander II.

Auf unserer Fahrt sind wir heute an diversen kleinen Burgen und Schlösser vorbei gekommen, ebenso an vielen Lochs. Alle habe ich mir nicht aufgeschrieben, aber es waren einige. Den ersten wirklichen Stopp haben wir am “Glencoe Lochan” gemacht. Lochan ist die verniedlichte Form des Loch – also wenn wir einen See als Loch bezeichnen, ist Lochan dann eher ein Teich. Passte, wenn auch ein recht großer.

Im Regen ist der Glencoe Lochan ebenfalls ein wirklich romantisches Plätzchen. Wald, Idylle und überall kleine Möglichkeiten an denen man sich setzen und sich ausruhen kann. Drei Wanderwege führen unterschiedlich weit um den Teich herum und die kleine Route, die wir genommen haben, dauert rund 20 Minuten bei normaler Geh-Geschwindigkeit.

Hier in der Nähe (im Wald bei Glencoe) wurden übrigens auch Szenen für Harry Potter – der Gefangene von Askaban gedreht (Hagrids Hütte z.B.). Ein paar ausführliche Infos dazu gibt es hier: http://www.glencoescotland.com/about-glencoe/harry-potter/

Unsere Mittagspause verbringen wir heute in Fort William am Loch Linnhe. Fort William, der größten Stadt der westlichen Highlands. Die Stadt wurde irgendwann nach Wilhelm III. von Oranien-Nassau in Fort William benannt.

Die Schotten mögen und mochten diesen König wohl aber nicht so wirklich, denn selbst auf den Straßenschildern hier (die sind einmal in Englisch und einmal in Schottisch-Gälisch), heißt die Stadt in Gälisch nur “An Gearasdan” was soviel wie “Die Garnision” oder “Die Festung” bedeutet. Stolzes Volk. Ich mag Schottland.

Wenn das Wetter noch besser als “liquid sunshine” gewesen wäre, hätte ich die Panorama-Straße durch die Highlands wohl als “absolut traumhaft” beschrieben … heute bleibt es bei “traumaft”. Die Panomama-Straßen, die ich z.B. aus Österreich kenne, sind ähnlich … weite Täler, hohe Berge und egal wohin ich schaue, es ist immer ein “WOW”-Moment dabei.

Mein Highlight des Tages folgt ca. weitere 90 Minuten Fahrt später. Wir erreichen das Eilean Donan Castle. Das hier ist schlicht umwerfend für mich. Ihr habt vielleicht gelesen (Mein Lieblingsfilm / https://www.ti-on.eu/mein-lieblingsfilm/), dass mein Lieblingsfilm aller Zeiten “Highlander” ist.
Hier, auf Eilean Donan Castle, spielt eine der Herkunftsszenen in dem Film und ich verfalle direkt und ohne Umschweife ins Träumen als ich die Kulisse sehe.

OH. MEIN. GOTT.

Hier, über diese Brücke ritt Christopher Lambert als Connor MacLeod vom Clan der MacLeod … Wooohooo … innerlich feiert definitiv mehr als ein Clan und die Kulisse ist umwerfend. Nein, weder die Ticketkontrolle, weder die Menschen auf der Brücke, weder das Wetter können die Atmosphäre trüben … ich bin am Ziel. Hier wurde (für mich) der Highlander geboren.

Um auf den Boden der Tatsachen zurück zu kommen, ein Ausflug in die Realität: Eilean Donan Castle ist eine Touristenattraktion. Viele Menschen besuchen das Castle, eigentlich ist es überlaufen und auch das Fotografieren innerhalb der Mauern streng verboten… Kommerz rulez 🙁

Aber: Meinen Eindruck schmälert das nicht einen Hauch. Das hier ist ein Bild das ich seit Jahrzehnten in meinem Kopf habe. Das hier ist nicht Eilean Donan Castle… Das hier ist die Heimat von Connor MacLeod von Clan der MacLeod am Loch Shiel… (das Loch Shiel gibt es übrigens auch … die MacLeods am Loch Shiel nicht)…

Besser wird es für mich heute nicht. Ich kaufe ein Buch über Eilean Donan Castle und gebe mich den Rest der Fahrt den Eindrücken hin.

Unser heutiges Ziel ist das kleine Örtchen “Plockton”. Plockton … das Juwel in den Highlands zollt seinem Namen Tribut und zeigt sich von einer Seite, die man als “unverwechselbarer Charme” bezeichnen dürfte. Plockton ist klein und wenn ich nach etwas ähnlichem suchen muss, dann ist es ein kleines, mediterranes Fischerdörfchen … nur halt in den Highlands … und in Schottland… und mit Regen… und mir nur drei Möglichkeiten den Abend zu verbringen. Wenn heute nicht Montag wäre… und das gleichbedeutend damit ist, dass nur zwei Location geöffnet sind. Eine ausgebucht ist … Glücklicherweise hat Doug für uns gebucht und wir haben die Chance im Plockton Inn nicht nur hervorragend zu essen … Ich hatte “Plockton Prawns” und zwei/drei Plockton Ale. Dazu und danach habe ich endlich Whisky in Schottland probiert und dem ist es sicher geschuldet, dass dieser Bericht so spät erscheint: https://www.thebalvenie.com/

Mein Fazit für heute:

Auch lange Busfahrten haben ein Ziel, das Wetter spielt nur bedingt eine Rolle, es gibt wenig Besseres als den Wunsch ein Highlander zu sein und die Kombination aus Plockton Ale und “The Belavenie” lässt Menschen träumen.

Mein Song des Tages ist “The Rolling Hills O’ The Borders” in der Version von Far Flung Collective … und ich bin untröstlich, dass es diese Version nicht frei zu verlinken gibt…  Vielleicht findet einer von Euch eine Version, ich würde mich über einen Link wirklich freuen.

Heute gibt es aufgrund der recht einfachen Internetverbindung in Plockton keine weiteren Bilder .. morgen gibt es dafür mehr (denke ich).

Die Artikelreihe zu meiner Schottland-Tour 2017:

Veröffentlicht von

Thorsten

Thorsten. Geboren 1972. Alleinerziehender Vater von zwei Töchtern und hier privat unterwegs. Ich brauche einen Platz für meine Gedanken, meine Beobachtungen, meine Anmerkungen. Dieser ist hier.

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